1. Startseite
  2. Eintracht

Modeste entwischt der Eintracht und lässt Köln träumen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Schmitt, Ingo Durstewitz

Kommentare

Der typische Modeste-Jubel. Der FC klettert weiter.
Der typische Modeste-Jubel. Der FC klettert weiter. © dpa

Dank Anthony Modeste und eines starken Kollektivs träumt der 1. FC Köln von Europa.

In jenem Moment, als Anthony Modeste nach einer knappen Stunde Spielzeit an die Seitenlinie trat, bereit zu Einwechslung nach überstandener Covid-Infektion, er noch ein, zwei Einweisungen seines Chefs, des Trainers Steffen Baumgart, eher schulterzuckend denn aufmerksam entgegennahm, ahnte das halbe Stadion, was da bald kommen würde: Anthony Modeste als Matchwinner des 1. FC Köln, mal wieder.

Modeste braucht diese Einweisungen eigentlich gar nicht, er weiß ja, wo er wann zu stehen hat, er weiß, wie er seine Gegenspieler abschüttelt, er weiß, wie er den Ball in die Kiste schießen muss. Diesmal eben zum siegbringenden 1:0 durch die Beine des Frankfurter Torwarts Kevin Trapp - so was muss einer wie Modeste nicht mehr lernen, das kann er einfach.

Bei 15 Saisontreffern steht der Stürmer aus Frankreich mittlerweile, das sind 43 Prozent aller FC-Tore, siebenmal gelang ihm das 1:0 für seinen Klub - wenn’s flutscht, dann flucht’s einfach. „Es läuft in dieser Saison bei mir richtig gut, aber ich muss mich auch bei der Mannschaft und dem Trainer bedanken. Für einen Stürmer ist es immer wichtig, wenn der Trainer hinter dir steht.“

1. FC Köln funktioniert gegen Eintracht als Kollektiv

Steffen Baumgart akzeptiert Modeste, nimmt den eigenwilligen Profi so, wie er ist - und umgekehrt. Nach Modestes Krisensaison 2020/21 packte sich der Ex-Paderborner seinen Knipser in der Sommervorbereitung und führte ein ernstes Gespräch mit ihm. Tenor: Tony, willste jammern oder allen noch mal beweisen, was du drauf hast? Modeste entschied sich für letzteres.

Er trägt seitdem eine Kölner Mannschaft, die aus wenigen Einzelkönnern besteht und doch im Kollektiv funktioniert. Die forsche Art des Trainers, die aggressive Spielweise, das gestiegene Zutrauen, der Torjäger Modeste - all das lässt den FC sogar vom Europapokal träumen.

Baumgart wiegelt glaubhaft (noch) ab, lebt ganz im Moment und überträgt diese Ansicht auf seine Profis. Sogar auf Anthony Modeste, der sagt: „Wir müssen unter uns bleiben. Ich denke, dass jeder Spaß hat. Darum geht es im Leben. Kölle Alaaf.“ (Von Daniel Schmitt und Ingo Durstewitz)

Auch interessant

Kommentare