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Trost vom Teamkollegen: Carlos Zambrano kümmert sich um Johannes Flum.

Trainingsunfall

Kniescheibe von Flum ist gebrochen

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Nach einem Zusammenprall zwischen Slobodan Medojevic und Johannes Flum bricht Eintracht Trainer Armin Veh das Vormittagstraining ab. Flum muss mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Bis um 11.48 Uhr am gestrigen Dienstag war es ein stinknormaler Trainingstag bei Eintracht Frankfurt, wie so viele. Trainer Armin Veh ließ gerade im Trainingsspielchen die Formation spielen, die vermeintlich auch am Sonntag im Hessenderby gegen Darmstadt 98 von Anfang an auf dem Rasen stehen wird, als nichts mehr so war wie zuvor: Da prallten Slobodan Medojevic und Johannes Flum ohne Fremdeinwirkung und beim Versuch, sich gegenseitig auszuweichen, im Sprint frontal zusammen. Beide Spieler gingen zu Boden, Flum hatte es schwer erwischt, er schrie vor Schmerzen und stöhnte immer wieder: „Meine Fresse, meine Fresse.“

Bei diesem folgenschweren Zusammenstoß Knie an Knie hatte sich der 27-Jährige schwerste Knieverletzungen zugezogen. „Die Kniescheibe war weg“, sagte später der Trainer Veh, kreidebleich und sichtbar mitgenommen. Dort, wo die Kniescheibe sitzen sollte, war eine Delle, die Kniescheibe war ein Stückchen in den linken Oberschenkel gewandert. Am Nachmittag kommt dann die Diagnose: Bruch der Kniescheibe. Heute wird der 27-Jährige operiert. Ob Bänder oder Menisken in Mitleidenschaft gezogen wurden, werde sich bei der OP herausstellen, teilte die Eintracht mit. Physiotherapeut Maik Liesbrock war als erster zur Stelle, er stabilisierte den schreienden Spieler. Um die Privatsphäre von Flum zu schützen, hielten Spielerbetreuer Christoph Preuß und Fitnesscoach Michael Fabacher Decken hoch.

Wenig später fuhr der sofort herbeigerufene Krankenwagen des Malteser-Hilfsdienstes auf den Trainingsplatz vor der WM-Arena, kurz darauf landete tatsächlich auch der Rettungshubschrauber der BG-Unfallklinik auf dem Rasen, ein Notarzt übernahm die Erstversorgung. Johannes Flum war zwar ansprechbar, aber zunächst nicht transportfähig. Erst eine knappe Stunde nach dem Unfall hob der Helikopter ab, flog den Spieler in die Unfallklinik. Zuvor war schon die gesamte Eintracht-Spitze mit Heribert Bruchhagen, Axel Hellmann und Bruno Hübner, die just eine Vorstandssitzung anberaumt hatten, auf den Rasen gelaufen und hatten sich nach dem Zustand des Spielers erkundigt.

Auch Medojevic verletzt

Auch Slobodan Medojevic hatte sich am Knie verletzt, aber deutlich weniger schlimm. Er bekam einen Eisbeutel aufs Knie und wurde mit dem Materialwagen in die Kabine gebracht. Veh, sichtlich geschockt, hatte sofort das Training abgebrochen, das um elf Uhr begonnen hatte, er ließ die Spieler noch ein paar Runden laufen, ehe sie ebenfalls tief mitgenommen in die Kabine trabten. Just zu diesem Zeitpunkt twitterte der kommende Gegner SV Darmstadt 98 beste Genesungswünsche.

Ob Johannes Flum in dieser Saison noch einmal zum Einsatz kommen wird, ist eher unwahrscheinlich. Ohnehin ist Flum, der 131 Mal in der Bundesliga spielte, nicht vom Glück verfolgt. Im April des vergangenen Jahres stürzte er in einem Bundesligaspiel gegen Mainz 05 unglücklich auf die Schulter und erlitt eine Schulterluxation und einen Riss des stabilisierenden Schulterbands. Er fiel fast ein halbes Jahr aus. Seit dieser Zeit hat er nicht mehr regelmäßig gespielt, weder unter Thomas Schaaf noch unter Armin Veh. Immerhin stand er in der Hinrunde regelmäßig im Kader. In den 14 Spielen kam er aber lediglich fünfmal zu Kurzeinsätzen.

Zuvor, als es noch ein ganz normaler Trainingstag war, konnte Armin Veh wieder Stefan Reinartz und Marco Russ im Mannschaftstraining begrüßen. Reinartz konnte das volle Programm absolvieren, seine Patellasehnenreizung dürfte abgeklungen sein. Manches spricht nun dafür, dass er am Sonntag ins Team zurückkehren wird, zumal Aleksandar Ignjovski gestern im B-Team spielte. Russ, der sich vor Wochen einen Muskelbündelriss zugezogen hatte, konnte zumindest das Balltraining am Dienstag mitmachen. Als das Unglück passierte, trainierte der Stopper individuell auf dem anderen Platz mit Marc Stendera. Auch der Mittelfeldspieler übte gestern wieder, allerdings absolvierte er nur ein verschärftes Lauftraining. Bei ihm gibt es ebenfalls Hoffnungen, dass er seinen Muskelfaserriss bis zum Sonntag endgültig auskuriert hat und spielen kann.
Aber das Spiel am Wochenende war nach dem Schock zur Mittagszeit bei Eintracht Frankfurt ganz weit weg.

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