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Rückschlag: Eintracht-Verteidiger Bamba Anderson fällt bis auf weiteres aus.
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Rückschlag: Eintracht-Verteidiger Bamba Anderson fällt bis auf weiteres aus.

Verletzte

Das Knie als Risikofaktor

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Nun hat es bei der Eintracht auch noch Verteidiger Bamba Anderson erwischt, der wohl unters Messer muss.

Es wird nicht mehr viele Menschen in Frankfurt geben, die sich noch wirklich an den Vertragspoker der Eintracht mit Borussia Mönchengladbach nach dem Aufstieg der Hessen erinnern können. Es ging damals, im Sommer 2012, um den Innenverteidiger Bamba Anderson, den die Eintracht ausgeliehen hatte und auch weiterverpflichten wollte. Doch Sportdirektor Bruno Hübner ließ seinerzeit die Option verstreichen, den Brasilianer für die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu verpflichten. Das hatte auch mit der Krankenakte des Abwehrspielers zu tun, denn Bamba Andersons rechtes Knie galt als arg wackelig, instabil – und als Risikofaktor.

Eintracht-Manager Hübner handelte sein Gladbacher Pendant Max Eberl denn noch sehr geschickt nach unten, die Eintracht überwies statt 1,5 Millionen Euro nur 800 000 Euro auf das Geschäftskonto der Borussia. Die Restzweifel aber blieben, Anderson musste sich im Laufe der Zeit zweimal am Meniskus des rechten Knies operieren lassen. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man immer, dass das vorgeschädigte Knie des Verteidigers den Anforderungen des Profifußballs auf Dauer womöglich nicht standhalten würde. Das freilich hinderte den Klub nicht, den Vertrag mit dem 27-Jährigen erst im Winter um drei Jahre zu verlängern. Anderson, das sollte nicht unerwähnt bleiben, hatte sich die weitere Zusammenarbeit mit guten Leistungen verdient.

Doch nun liegt er mal wieder auf Eis, er reiht sich ein in die Reihe der Kniepatienten der Eintracht. Am Dienstag nämlich ließ er das Nachmittagstraining sausen, am Mittwoch schon nahm er am morgendlichen Üben nicht mehr teil und begab sich in die Obhut der Mediziner. Klar ist seitdem nur, dass sich der Mann von der Copacabana eine nicht näher definierte Knieverletzung zugezogen hat und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am Gelenk operiert werden muss.

Die nächste Hiobsbotschaft für die Eintracht, die ja schon die Ausfälle von Alexander Meier und Sonny Kittel verkraften muss. Auch der Einsatz von Nelseon Valdez ist am Samstag im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr) mehr als fraglich, der an Oberschenkelbeschwerden leidende Stürmer konnte gestern nur Lauftraining absolvieren.

Immerhin besteht bei Stefan Aigner wieder Hoffnung. Der so schmerzlich vermisste Rechtsaußen könnte wieder eine Option sein. Zwar hat der 27-Jährige aufgrund einer hartnäckigen Oberschenkelblessur nun zweieinhalb Wochen nicht mit der Mannschaft trainieren und auch gestern nicht am gemeinschaftlichen Üben teilnehmen können, doch Aigner hat am Mittwoch einen individuellen Trainingsversuch gestartet, einen echten Härtetest. „Es war gut“, sagte er der FR. „Am Donnerstag werde ich mit der Mannschaft trainieren.“

Ob es schon für einen Einsatz gegen Hoffenheim reicht, ist noch nicht abzusehen. Es wird auch davon abhängen, ob der Oberschenkel heute im Training den Belastungen standhält und ob Trainer Thomas Schaaf dem Flügelspieler zutraut, nach fast drei Wochen Pause der Mannschaft eine Hilfe zu sein. Fest steht, dass Aigner aufgrund seiner Dynamik, seiner Präsenz und seines unbändigen Willens ungeheuer wichtig ist für die Mannschaft.

Durch den Ausfall von Bamba Anderson wird es auch in der Innenverteidigung auf alle Fälle zu Änderungen kommen. Noch hat Coach Schaaf die Wahl aus drei zentralen Deckungsspielern: Carlos Zambrano, Marco Russ und Alexander Madlung. Als ziemlich sicher scheint, dass Madlung nach abgebrummter Gelbsperre wieder ins Team rücken wird. Der Routinier, der ja kurioserweise nach dieser Saison den Verein verlassen soll, war in der Rückserie die einzige Konstante im Abwehrverbund.

Carlos Zambrano indessen ist noch nicht ganz fit, er spielte zuletzt nicht und davor, wie auch Schaaf öffentlich einräumte, nicht gut. Vielleicht muss der Peruaner nun aber wieder seinen Mann stehen, nämlich dann, wenn Marco Russ im Mittelfeld benötigt wird. Das könnte gut sein, weil Slobodan Medojevic in den zurückliegenden Partien nun wirklich nicht überzeugen konnte und gerade in seinen Zuspielen eine große Streuung offenbarte. Johannes Flum, ein anderer Kandidat für die Position neben Makoto Hasebe, spielt schon seit Saisonbeginn keine Rolle. Schwer vorstellbar, dass er ausgerechnet im Endspurt mithelfen soll und kann, die nötigen letzten Punkte einzufahren.

In Abstiegsgefahr wähnen sich die Spieler nicht wirklich. „Wir sollten nicht auf die Tabelle gucken und müssen nicht so sehr darauf achten, wir müssen nur unser Spiel gewinnen“, sagte Mittelfeldspieler Marc Stendera, der eine schöpferische Pause auch mal gut gebrauchen könne, diese aufgrund der vielen Ausfälle aber wohl eher nicht bekommen wird. Der Youngster sieht auch die Torarmut und die Harmlosigkeit vor des Gegners Kasten (seit vier Spielen ohne Treffer) als nicht so dramatisch an: „Es gibt halt solche Phasen, da trifft man das Tor nicht.“ Und Alexander Madlung ist sogar generell der Meinung, dass „die Saison sehr positiv gelaufen ist“. Ganz bestimmt.

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