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„Klares Gesicht“ gesucht

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Von: Daniel Dillmann

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Heribert Bruchhagen auf dem Weg ins Darmstädter Stadion "Böllenfalltor".
Heribert Bruchhagen auf dem Weg ins Darmstädter Stadion "Böllenfalltor". © imago/Jan Huebner

Die Eintracht sucht weiter einen Nachfolger für Heribert Bruchhagen. Der wünscht sich ein „klares Gesicht“ für die Nachfolge und verteilt Seitenhiebe Richtung Darmstadt.

Sportlich hat die Eintracht aus Frankfurt etwas Aufwind. Zwei Siege infolge stehen zu Buche, einmal gegen den FSV Mainz 05, einmal gegen den SV Darmstadt 98. Wichtige Punkte wurden geholt, die bei den Hessen die Hoffnung haben keimen lassen, es könnte doch noch etwas werden mit dem Klassenerhalt. Zweimal holte die Mannschaft von Trainer Niko Kovac einen Rückstand wieder auf, nach zuvor fünf Spielen ohne Torerfolg trafen die Spieler der SGE gegen Mainz und Darmstadt jeweils doppelt. Und so darf am Main wieder vom Wunder, dem Verbleib in Liga Eins, geträumt werden.

Doch während die Elf auf dem Platz das gegnerische Tor wieder zu finden imstande ist, ist man ein paar Etagen höher weiter auf der Suche, und zwar nach einem neuen Chef. Es geht um die Nachfolge von Heribert Bruchhagen. Der 67 Jahre alte Vorstandsvoristzende hört zum Saisonende auf. Nach 13 Jahren im Amt geht er in den Ruhestand. Sein Abschied steht schon länger fest, zudem bekräftigte Bruchhagen zuletzt, dass es auch im Falle eines Abstiegs der Eintracht dabei bleibt.

Dennoch gelang es den Offiziellen bisher nicht, einen Nachfolger zu präsentieren. Namen kursierten derweil genug, öffentliche Absagen gab es zuhauf. Christian Nerlinger wollte nicht, Christoph Metzelder sagte ebenfalls ab. Beide wählten den Weg über die Medien, was bei der Eintracht weniger gut ankam und dazu führte, dass man Verhandlungen mit beiden relativierte. „Es hat keiner ein Angebot gehabt, dann kann auch keiner absagen“, sagte Wolfgang Steubing, Vorsitzender des Aufsichtsrats, der Frankfurter Rundschau. Mit Jens Todt, Sportdirektor beim Zweitligisten Karlsruher SC, habe es keine Gespräche gegeben. Dasselbe gilt offenbar für Horst Heldt. Sein Abschied beim FC Schalke 04 steht ebenso wie sein Nachfolger, Christian Heidel vom FSV Mainz, bereits fest. Angesprochen auf seine berufliche Zukunft sagte Held der dpa, dass noch nichts entschieden sei. Entgegen etlicher Spekulationen habe er mit Verantwortlichen der Eintracht keine Verhandlungen geführt. „Es hat kein Gespräch und keinen Kontakt mit der Eintracht gegeben“, sagte Heldt.

Wer auch immer der Neue wird: Laut Steubing werde man den Abschied Bruchhagens auch nutzen, um der Führungsebene eine neue Struktur zu verpassen. „Dass einer den Kopf für alle hinhält, das ist vorbei“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Seitenhieb nach Darmstadt

Wie denn der perfekte Nachfolger aussehen sollte, dazu hat sich nun Heribert Bruchhagen höchstpersönlich geäußert. Gegenüber dem Fernsehsender Sky Sport News HD sagte er, man benötige ein „klares Gesicht“, um einen Verein wie Eintracht Frankfurt adäquat zu führen.

Im selben Gespräch konnte sich Bruchhagen eine kleine Spitze nach Südhessen nicht verkneifen. Die Aktion des SV Darmstadt 98, in Vorbereitung auf die anstehenden Spiele einen Bowlingabend zu veranstalten, sei nicht zielführend: „Wenn einer glaubt, man könne eine Mannschaft auf der Bowling-Bahn formen, dann liegt er falsch“, sagte Bruchhagen Bruchhagen dem Sender und legte nach: „Einen Gemeinschaftsabend zu machen und dann mal richtig auf den Tisch zu hauen, das ist der größte Blödsinn aller Zeiten.“

Beim Blick auf die Tabelle erwartet Bruchhagen zwei sehr spannende Spieltage, zumindest was den Abstiegskampf angeht. Am anderen Tabelle habe sich das eingestellt, was er selbst bereits vor mehr als zehn Jahren prognostiziert habe: gähnende Langeweile und ein Serienmeister mit Namen FC Bayern München. „Dass es so eklatant kommen würde“ und selbst der Zweite, in diesem Jahr Borussia Dortmund, den Bayern beim Werben um Spieler kaum noch Paroli bieten könne, das habe selbst er nicht gedacht. In der Bundesliga müsse man sich künftig aber mit den kleinen Überraschungen abfinden.

Ob der Noch-Vorstandsvorsitzende damit beispielsweis einen Sieg der Eintracht am kommenden Samstag gegen ebenjene Borussia aus Dortmund andeuten wollte, bleibt sein Geheimnis. Ein kleine Überraschung wäre es aber allemal.

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