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Freude über den späten Ausgleich: Kevin Trapp. Foto: Imago Images
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Freude über den späten Ausgleich: Kevin Trapp.

Kevin Trapp

Eintracht Frankfurt: Torwart Kevin Trapp - trotz Krise in Topform

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Als einer der wenigen Profis von Eintracht Frankfurt liefert Torwart Kevin Trapp derzeit verlässlich ab.

Frankfurt - Kevin Trapp, die letzte Instanz von Eintracht Frankfurt, ist dann auch in dieser Saison bisher nur zweimal ohne Gegentor geblieben, beim mühsamen 0:0 gegen Augsburg und dem glücklichen 1:0 in Antwerpen. Ansonsten schlug es verlässlich hinter dem Ballfänger ein, 19 Gegentreffer in 14 Pflichtspielen, 15 davon in der Bundesliga. Das ist nicht auffallend mies, ziemlicher Schnitt sogar in der deutschen Eliteklasse, aber selbst, wer Kevin Trapp nur aus der Ferne von hoch droben auf der Tribüne beobachtet, der ahnt: Es fuchst ihn.

Mehr Zu-Null-Spiele, die Defensive stabilisieren, das Gesamtkonstrukt ausbalancieren – es waren Vorhaben des Frankfurter Trainers Oliver Glasner, dem Nachfolger des Offensivliebhabers Adi Hütter, die Kevin Trapp im Sommer ein inneres Fest gewesen sein dürften. Na klar, auch der Torsteher konnte sich am überfallartigen Attackefußball der vergangenen Jahre sicherlich oft erfreuen, vor allem weil er über die Strecke betrachtet sehr erfolgreich war, so alles in allem aber: Ein paar weniger Gegentore wären schon ganz nett für einen Keeper.

Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt: Wichtige Rettungstaten

Und tatsächlich: Es sind weniger geworden, genau genommen zwei. Nach zehn Spieltagen der Vorsaison lag der Ball bereits 17-mal im Tor von Eintracht Frankfurt. Eine Verbesserung? Eine Frage, die beim Blick auf die Tabelle wohl auch Trapp nicht bejahen würde.

Die aktuelle Krise von Eintracht Frankfurt ist eine recht tiefgehende und sie könnte ohne Kevin Trapp zwischen den Pfosten, so deutlich lässt sich das sagen, viel, viel schlimmer sein. Der 31-Jährige hat nach Anlaufschwierigkeiten mittlerweile prächtig in die Saison gefunden. Die (unbestraften) Fehler in Dortmund, gegen Augsburg oder Köln liegen länger zurück, in München sicherte der weltmännische Saarländer in allerbester Manuel-Neuer-Manier seinem Team den einzigen Ligasieg dieser Runde, zuletzt gegen Leipzig ist der Punktgewinn neben Torschütze Tuta vor allem ihm zu verdanken. Seine Abwehraktion gegen Christopher Nkunku war allererste Sahne.

Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt: DFB-Frust als Wendepunkt

Mit 39 gehaltenen Torschüssen belegt Trapp ligaweit Rang drei unter den Torhütern, nur der Leverkusener Lukas Hradecky (46) und Manuel Riemann (42) vom VfL Bochum parierten mehr Versuche. Zudem: In der Europa League gegen Fenerbahce Istanbul wehrte Trapp einen von ihm verursachten Foulelfmeter in der Nachspielzeit ab. „Ich fühle mich sehr gut“, sagt er selbst.

Inwiefern ein Zusammenhang besteht, ist nicht in Gänze zu bewerten, aber zur Höchstform lief Trapp genau dann auf, als er just einen persönlichen Rückschlag hatte hinnehmen müssen: die Herabstufung im deutschen Tor hinter Bernd Leno an die vierte Stelle. Während der Arsenal-Keeper längst ein Bankdasein in London fristet, zeigt die Formkurve des Schlussmannes von Eintracht Frankfurt dagegen steil nach oben.

Kevin Trapp will sich bei Eintracht Frankfurt auf sich selbst konzentrieren

Trapp will die durchaus seltsame Entscheidung von Neu-Bundestrainer Hansi Flick jedoch nicht an sich rankommen lassen. Er sagt: „Ich habe gemerkt, dass ich am besten damit fahre, wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere und fokussiere und alles andere ausblende. Damit bin ich auch am glücklichsten.“ Und weiter: „Aber jeder kennt meine Ziele und Ambitionen.“ Soll wohl heißen: Sich nicht mehr so dolle unter Druck setzen, nicht über ungelegte Eier nachdenken, stattdessen schlicht Leistung bringen und abwarten.

Abstiegskampf? Noch nicht!

Axel Hellmann kann mit diesem fiesen Wort Abstiegskampf (noch) nicht wirklich viel anfangen. Das hat der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt jedenfalls so gesagt. Trotz Platz 15 mit lediglich neun Punkten auf dem Konto sei es dafür zu früh in der Saison, erklärte Hellmann gegenüber der „Bild“. Sehr wohl aber mahnt er an,, die aktuelle Lage zu unterschätzen: „Wir haben warnende Beispiele aus der Vergangenheit, wie schnell es gehen kann. Wir müssen hellwach sein. Es gibt aktuell gar keine Träumereien von europäischen Plätzen.“

Das Remis gegen Leipzig will er nicht überbewerten wissen. Es sei ein glücklicher Punktgewinn gewesen, weshalb „wir uns nicht vom Last-Minute-Ausgleich täuschen lassen sollten. Bei uns greifen noch nicht viele Rädchen so ineinander, wie sie müssten. Da ist noch viel zu tun.“ (FR)

Im EM-Sommer noch hatte sich Trapp von Eintracht Frankfurt deutlich selbstbewusstere DFB-Ziele gesetzt. Er wolle beim Turnier in Abwesenheit des verletzten Marc-André ter Stegen „die klare Nummer zwei“ sein, ließ er im FR-Interview verlauten. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Etwas später in den heißen Monaten folgte eine weitere Entscheidung, die Kevin Trapp zumindest ein wenig belastet haben dürfte: Er, der schon mit etlichen Weltstars bei Paris Saint-Germain oder im deutschen Nationalteam zusammenspielte, ist bei der Bestimmung des Mannschaftskapitäns von Eintracht Frankfurt von Coach Glasner übergangen worden, er gehört auch nicht zu den ersten Stellvertretern, was für ihn eine Enttäuschung gewesen sein dürfte. Verständlicherweise. Trapp identifiziert sich mit dem Klub und war schon einmal, ehe er nach Paris wechselte, der Spielführer der Hessen. Der Schlussmann bringt sich dennoch wieder vermehrt ein, hat auch ein kritisches Auge auf die Gesamtentwicklung.

Kevin Trapp von Eintracht Frankfurt: „Sind oft zu zögerlich“

„Wir sind in einer schwierigen Situation. Die Eintracht kann viele Nerven kosten. Wir machen uns oft das Leben selbst schwer, verunsichern uns und bauen den Gegner auf.“ Zuletzt gegen Leipzig stürmte Trapp von Eintracht Frankfurt im Finale furioso selbst mit nach vorne und erlebte den Ausgleich aus nächster Nähe. Sein Jubelflug machte die zumindest für einen kurzen Moment von den Schultern gefallene Last sichtbar. „Solche Momente geben Selbstvertrauen, für meinen Geschmack sind wir oft noch zu zögerlich und zurückhaltend“, sagt Trapp.

Zurückhaltung ist etwas, das sich Eintracht Frankfurt am Donnerstagabend (18.45 Uhr/TV Now) im Europapokal-Auswärtsspiel in Piräus nicht leisten kann, und noch viel weniger am Sonntag beim so bedeutenden Bundesliga-Gastspiel in Fürth. Dort muss im Grunde ein Dreier her, um die Situation zu beruhigen - am besten ein Sieg ohne Gegentor. Würde Trapp und seinen Kollegen das gelingen, wäre diese Statistik im Vergleich zur Vorsaison gar eine um vier Treffer bessere. Und nur am Rande: Bei einem Sieg im Frankenland hätten die Hessen lediglich einen Zähler weniger auf dem Konto als vor einem Jahr - und da schrammten sie am Ende haarscharf an der Champions League vorbei. (Daniel Schmitt)

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