Der neue Nikolov

Trapp wird zum Rückhalt bei Eintracht Frankfurt, weil ein Mann ein gutes Näschen bewies

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Kevin Trapp ist einer der Säulen von Eintracht Frankfurt. Der gebürtige Saarländer ist zu einem Gesicht der Hessen geworden - nicht nur auf dem Platz.

  • Kevin Trapp hütet den Kasten von Eintracht Frankfurt
  • Der gebürtige Saarländer kam aus Kaiserslautern zur Eintracht
  • Trapp ist unangefochten die Nummer 1 der Hessen

Frankfurt - Manchmal haben sie ein gutes Näschen bei Eintracht Frankfurt. Als in der Saison 2012/13 nach dem Aufstieg in die Bundesliga ein zweiter Torwart hinter Oka Nikolov gesucht wurde, kam der damalige Torwartrainer Manfred „Moppes“ Petz auf die Idee, mal in Kaiserslautern nachzufragen. 

Dort hatte sich ein junger Saarländer in den Fokus gespielt:Kevin Trapp. Der hatte sich in der Saison zuvor beim späteren Absteiger aus der Pfalz bis zu einer Verletzung als Stammtorhüter etabliert und als einer der Keeper aus der Schule von Gerry Ehrmann die Aufmerksamkeit von Eintracht Frankfurt auf sich gezogen. Die Hessen verpflichteten Trapp für 1,5 Millionen Euro und gaben ihm einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016.

Eintracht Frankfurt: Kevin Trapp beerbt Oka Nikolov

In Frankfurt gelang Kevin Trapp das, woran viele seiner Vorgänger gescheitert waren. Er konnte sich gegen den bisherigen Stammtorhüter Oka Nikolov durchsetzen, und das dauerhaft. Die Mannschaft qualifizierte sich mit Trapp im Tor als Tabellensechster für die Europa League, in der sie im Sechzehntelfinale gegen den FC Porto ausschied. Am Ende der Bundesligasaison 2013/14 belegte die Eintracht mit Trapp Platz 13, im DFB-Pokal war die Eintracht ins Viertelfinale gekommen.

Kevin Trapp und der ehemalige Torwarttrainer von Eintracht Frankfurt, Manfred Petz.

In der Saison 2014/15 wurde Trapp dann vom neuen Trainer Thomas Schaaf zum Kapitän von Eintracht Frankfurt ernannt. Februar 2015 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2019.

Eintracht Frankfurt: Rekordtransfer von Kevin Trapp

Doch bereits im Juni 2015 war das Kapitel Eintracht Frankfurt für Kevin Trapp vorläufig wieder beendet. Nach langen Verhandlungen zog es Trapp nach Frankreich. Der Torhüter wechselte für rund 10 Millionen zu Paris Saint-Germain

Der damals 24-Jährige erhielt einen Vierjahresvertrag und ein Gehalt von rund fünf Millionen Euro. Zum damaligen Zeitpunkt war der Wechsel von Trapp ein Rekordtransfer für Eintracht Frankfurt. Trapp löste den Ungarn Lajos Detari in dieser Disziplin ab, der 1988 für 8,5 Millionen Euro zu Olympiakos Piräus nach Griechenland gewechselt war.

Kevin Trapp: Erfolge in Paris statt bei Eintracht Frankfurt

Kevin Trapp wurde in Paris zum Stammtorhüter. Er gewann mit PSG die französische Meisterschaft, den Pokal, den Ligapokal sowie den Supercup und damit alle vier nationalen Titel.

Zur Saison 2016/17 verlor Trapp allerdings unter Trainer Unai Emery zunächst seinen Stammplatz an Alphonse Aréola, eroberte die Position als „Nummer 1“ jedoch im Laufe der Saison zurück. Trapp gewann mit Paris den nationalen Supercup, Pokal sowie Ligapokal; in der Meisterschaft belegte die Mannschaft hinter der AS Monaco den zweiten Platz. In der Saison 2017/18 verlor Trapp seinen Stammplatz aber dann wieder an Aréola und absolvierte bis Saisonende nur vier Ligaspiele.

Kevin Trapp kehrt zu Eintracht Frankfurt zurück

Im August 2018, nachdem Paris Saint-Germain unter dem neuen Cheftrainer Thomas Tuchel mit Gianluigi Buffon einen weiteren Torhüter verpflichtet hatte, wechselte Trapp auf Leihbasis zu Eintracht Frankfurt zurück. Dort war er sofort die unangefochtene „Nummer 1“. Anfang August 2019 konnte Trapp dann von Eintracht Frankfurt fest verpflichtet werden. 

Trapp erhielt einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2024. „Kevin war in der vergangenen Saison eine wichtige Säule und hatte einen enormen Anteil am positiven Saisonverlauf. Seine Ausstrahlung und Wirkung ist enorm wichtig für die Mannschaft und wir sind sehr glücklich, einen Toptorhüter und deutschen Nationalspieler langfristig an uns binden zu können", freute sich Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic über die Verpflichtung. Rund sieben Millionen Euro musste die Eintracht an PSG für den Torhüter überweisen.

Eintracht Frankfurt braucht Kevin Trapp

Bei der Eintracht ist Kevin Trapp inzwischen zum absoluten Rückhalt geworden. Trapp strahlt Ruhe aus, beweist Abgeklärtheit und Souveränität, zeigt reaktionsschnelle Paraden und ein prima Stellungsspiel. Kevin Trapp tut der Mannschaft einfach gut, er ist darüber hinaus kraft seiner Persönlichkeit und seines Charismas eines der Gesichter der Hessen geworden. 

Trapp ist immer jemand, der vorangeht, dessen Worte, auch deutliche, in der Kabine Gewicht haben und Nachhall finden. Wegzudenken ist er, zumindest in naher Zukunft, nicht mehr.

Rubriklistenbild: © Stefan Krieger

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