1. Startseite
  2. Eintracht

Kevin Trapp bestätigt: Der FC Bayern hat angefragt

Erstellt:

Von: Daniel Schmitt

Kommentare

Kühlt die heißen Debatten herunter: Torwart Kevin Trapp. Foto: Jan Hübner
Kühlt die heißen Debatten herunter: Torwart Kevin Trapp. Foto: Jan Hübner © Jan Huebner

Torwart Kevin Trapp will aber bei Eintracht Frankfurt bleiben, weil er den Klub auf einem sehr guten Weg wähnt und mit der Eintracht noch viel vor hat.

Hatte Kevin Trapp, der Vorzeige-Handarbeiter von Eintracht Frankfurt, am fußballfreien Nachmittag des Vortags noch ganz easy mit einem Hüpfer in den Pool seinem Körper zu Erfrischung verhelfen können, folgten am Donnerstag statt derlei Taten die etwas aufgeheizte Lage abkühlende Worte. Er, der Nationaltorwart, versuchte im sommerlichen Dubai aus den intensiv geführten Debatten um seine Person etwas die Luft herauszulassen. Das klangt dann so: „Das Einzige, was heiß war, war die Sonne im Urlaub.“ Was einerseits stimmte, schließlich weilte er samt Gattin in spe Ende des alten Jahres auf der Karibikinsel St. Barth, andererseits aber doch nur halbwegs zutraf.

Worum es geht: Infolge des Manuel Neuer’schen Skiunfalls sucht der FC Bayern bekanntlich einen Halbjahresvertreter, ein kniffliges Unterfangen offenbar, siehe Kommentar links, weshalb die Münchner Macher unter anderem die Bereitschaft für einen Winterwechsel Trapps ins Bayerische bei dessen Berateragentur Sports 360, an der Spitze geführt von Volker Struth, abklopften. Dies wiederum gelangte an die Öffentlichkeit, worauf Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche deutlich erwiderte: „Das ist eine von den Beratern fingierte Geschichte, völliger Blödsinn.“ Wumms, das hatte gesessen. Bei Struth und dessen Leuten, gewiss auch bei Trapp, schließlich traut sich der 32-Jährige ganz grundsätzlich natürlich zu, auch beim deutschen Rekordmeister eine manierliche Nummer eins abgeben zu können. Rein hypothetisch, versteht sich.

Nun, mit einigen Tagen Abstand und nach einem verbalen Zurückrudern des Frankfurter Managers Krösche, der dies alles nicht exakt so gesagt haben wollte, was freilich in erster Linie der Befriedung der Lage dienen sollte, stellte Trapp fest: „Meine Seite hat sicher nichts fingiert, das haben wir nicht nötig. Aber das hat Markus ja schon klargestellt.“ Die Anfrage gab es, wenngleich er, Trapp, sich damit nicht wirklich beschäftigt habe. Sagt er auf alle Fälle. „Manuel Neuer ist verletzt und hat nicht seine Karriere beendet. Ich wünsche ihm eine schnelle und gute Genesung.“ Thema also erledigt.

Und ist dann auch wieder alles paletti zwischen dem Frankfurter Torwart, dessen Berater und dem Eintracht-Sportchef? Einen Zwist gebe es nicht, heißt es von allen Seiten. „Wir sind in Gesprächen und haben ein gutes Verhältnis“, sagte Trapp am Donnerstag im Anschluss an die Vormittagseinheit, doch: „Weder die Eintracht noch ich sagen gerade: Wir müssen, müssen, müssen.“ Müssen den Vertrag verlängern.

Der Kontrakt des Saarländers läuft bei der Eintracht noch eineinhalb Spielzeiten bis 2024, eine Ausweitung wird vom Klub mindestens mal seit dem vergangenen Sommer intensiver vorangetrieben, als damals nämlich Manchester United dem Frankfurter Keeper mit einer Anfrage schmeichelte. Wie nun auch die Bayern mit ihrem Kurzzeitinteresse, ist ja schließlich schon eine Ehre, solch eine Anfrage, allemal Anerkennung für die exzellenten Leistungen, ganz klar.

Trapp jedenfalls könne sich weitere Jahre bei der Eintracht gut vorstellen, sagte er: „Ich kam aus Kaiserslautern hierher und von Paris zurück – jeder weiß, wie wohl ich mich fühle. Der Verein ist auf einem guten Weg. Wenn ich weiter ein Teil davon sein kann, dann natürlich sehr gerne.“ Und abschließend in Richtung Medien: „Wir nehmen uns die Zeit, die jeder braucht. Woran es am Ende liegt, werden wir Euch jetzt nicht sagen. Aber wir führen gute Gespräche, stehen in einem guten Austausch.“

Es liegt, unter anderem, am Geld - erwartbar wie legitim, von allen Blickwinkeln betrachtet. Die Eintracht möchte Trapp einen zwar gut dotierten, aber in einigen Aspekten stärker leistungs-, sprich erfolgsorientierten Vertrag unterschreiben lassen. In manch Punkten scheint des Keepers Seite damit offenbar (noch) nicht ganz konform gehen zu wollen. Alles in allem nichts Unübliches, nennt sich: Verhandlungsmasse.

Nach Trapps Worten in Dubai ist davon auszugehen, dass erstmal Ruhe einkehrt in die Debatten rund um den Schlussmann, etwas, das vor allem auch dem Trainer Oliver Glasner sehr wichtig ist. Störgeräusche wie jene um seine Nummer eins braucht bei den hohen Zielen der Eintracht niemand.

Trapp untermauerte auch aus Spielersicht die von seinem Trainer Glasner und Sportvorstand Krösche geäußerte Zielsetzung mit der Qualifikation für die Champions League, die aller Voraussicht am ehesten über das Verteidigen des vierten Tabellenplatzes in der Liga möglich ist. „Wir haben eine gute Hinrunde gespielt, die wir bestätigen wollen“, sagte Trapp, der mit seinen Teamkameraden den eingeschlagenen Weg genauso weitergehen wolle. Wenn die Eintracht dann am Ende doch auf Rang fünf lande, erklärte der Torhüter, „aber wir sagen können, dass wir alles versucht haben, dann ist das eben so.“ Wichtig sei, stets das Maximale herauszuholen und keine unnötigen Punkte zu verschenken - es sei an dieser Stelle explizit hingewiesen auf das erste Ligaspiel des Jahres am 21. Januar gegen Schalke 04, seines Zeichens Tabellenletzter.

Kevin Trapp aber ist zuversichtlich, dass die Frankfurter einfach dort weitermachen werden, wo sie im Oktober vor der WM-Pause aufgehört haben - mit ansehnlichem, ja furiosem Fußball, der von den entsprechenden Ergebnissen flankiert wird. „Wir haben in der Hinrunde gezeigt, dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen und nicht zu unrecht auf Platz vier stehen.“

Die Mannschaft verfüge über unheimlich viel Qualität, individuell sei das womöglich gar das Beste, was er, Trapp, während seines Wirkens im Hessischen gesehen habe. Das sind nun immerhin auch schon siebeneinhalb Jahre. „Sicherlich ist das eine Mannschaft, die vielen bisher am meisten Spaß gemacht hat.“

Allen voran ihm, dem Torwart Kevin Trapp.

Auch interessant

Kommentare