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Kevin Trapp ist auf dem Sprung zu Paris St. Germain.

Kevin Trapp

Kevin Trapp vor dem Abflug

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    Ingo Durstewitz
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Eintracht-Torwart Kevin Trapp könnte für mehr als zehn Millionen Euro zu Paris St. Germain wechseln. Eine neue Nummer zwei fürs Tor hat die Eintracht schon gefunden: Heinz Lindner kommt von Austria Wien.

In seinem letzten Spiel für Eintracht Frankfurt wandelte Kevin Trapp auf fremdem Terrain. Der Torhüter spielte im Freundschaftskick gegen den Kreisligisten SV Seulberg im Sturm und erzielte beim 6:0-Sieg gar einen Treffer. Anderntags stieg er in aller Herrgottsfrühe ins Flugzeug und düste auf die Party-Insel Ibiza. Womöglich war der Auftritt im Hochtaunuskreis der letzte des Kapitäns im Trikot der Eintracht: Seit Dienstag buhlt der französische Topklub Paris Saint- Germain unverhohlen um den bald 25 Jahre alten Ballfänger. Das berichtet „Bild“ und deckt sich mit Informationen der Frankfurter Rundschau.

Zwar ist mit dem Frankfurter Bundesligisten noch nicht konkret verhandelt worden, doch das Interesse des französischen Doublegewinners gilt als sicher. Die Eintracht wird, wenn es konkret wird, einen zweistelligen Millionenbetrag an Ablöse fordern, im Raum stehen elf bis zwölf Millionen Euro. Für den Pariser Klub, der von der katarischen Tourismusbehörde seit 2011 mit etwa 600 Millionen Euro alimentiert wird, sind derlei Beträge Peanuts. Präsident von Saint-Germain ist Scheich Nasser al-Khelaifi. Erst im Februar hatte Trapp seinen Kontrakt bis 2019 verlängerten. Mit einem solch schnellen Abgang war da nicht zu rechnen.

Trapp könnte in Paris pro Jahr locker fünf Millionen Euro einstreichen – netto, denn die Kataris übernehmen wie selbstverständlich auch alle Steuern. Im Schnitt kassiert jeder Spieler von PSG 7,35 Millionen Euro im Jahr – nirgendwo auf der Welt wird mehr verdient.

Für den 24-Jährigen wäre ein Wechsel zum Champions-League-Dauergast ein Quantensprung – sowohl finanziell als auch sportlich. Er würde in die Phalanx der ganz großen Stars eindringen, in Paris spielen unter anderem Zlatan Ibrahimovic, Edinson Cavani und David Luiz. In den letzten Jahren kam Paris Saint-Germain immer bis mindestens ins Viertelfinale der Königsklasse; in dieser Saison scheiterte der Hauptstadtklub am späteren Champions-League-Sieger FC Barcelona. Derzeit ist der italienischen Nationaltorwart Salvatore Sirigu Stammkraft.

Schlussmann aus Wien

Auch der neue Trainer Armin Veh hat von den Avancen aus Paris Kenntnis erhalten. Allgemein formulierte der 54-Jährige: „Es muss ja auch mal ein Ziel sein, dass man es schafft, Spieler günstig zu holen und teuer zu verkaufen. Wenn du das schaffst, hast du gut eingekauft.“

Möglich ist ein Verkauf in dieser Größenordnung erst durch die sehr ambitionierte Frankfurter Vertragsausstattung, wonach der Schlussmann einen langfristigen Kontrakt zu üppigen Konditionen (und bis zu drei Millionen Jahresgehalt) unterzeichnete. Andernfalls hätte er der Eintracht längst den Rücken gekehrt. Einen solch hochdotierten, langfristigen Vertrag schloss die Eintracht eigentlich zum ersten Mal ab. Es könnte sich auch erstmals auszahlen. Dass gute Spieler für eine festgeschriebene Ausstiegsklausel von, sagen wir, zwei Millionen Euro den Klub verlassen, soll der Vergangenheit angehören.

Die Eintracht, die A-Jugendtorhüter Yannick Zummack mit einem Einjahresvertrag ausgestattet hat, müsste sich, falls der Trapp-Deal gelingen sollte, eine neue Nummer eins suchen. Eine Nummer zwei haben sie schon gefunden. Heinz Lindner wird nach FR-Informationen einen Vertrag unterschreiben. Der siebenmalige österreichische Nationalspieler kommt ablösefrei von Austria Wien. Dort war der Torwart Leistungsträger. Lindner, seit 2009 in der Hauptstadt, spielte mit Austria sechsmal in der Champions League. Schon am Mittwoch wird er in Frankfurt zum Medizincheck erwartet.

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