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Kein normales Sandwich-Spiel für Eintracht Frankfurt

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Von: Thomas Kilchenstein

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Jubeln macht Spaß: Randal Kolo Muani (links) feiert sein Tor zum 2:1 mit Frankfurts Mario Götze gegen Marseille.
Jubeln macht Spaß: Randal Kolo Muani (links) feiert sein Tor zum 2:1 mit Frankfurts Mario Götze gegen Marseille. © dpa

Zwischen den Champions League-Partien muss sich Eintracht Frankfurt dem wieder erstarkten BVB erwehren. Das kann klappen, so Trainer Oliver Glasner.

Frankfurt – Als wäre das Topspiel am heutigen Samstag, wenn der Vierte, Eintracht Frankfurt, gegen den Fünften, Borussia Dortmund, spielt, noch dazu zwei Champions League-Teilnehmer, nicht brisant genug, so toppt das Wiedersehen mit einem früheren Weltstar die Partie zusätzlich: Mario Götze, im Allgäu geboren, in Dortmund aufgewachsen, trifft zum ersten Mal seit seinem Wechsel zum PSV Eindhoven und danach zur Eintracht auf seinen früheren Herzensklub, für den der 30-Jährige insgesamt 17 Jahre unterwegs war. So etwas prägt, und natürlich ist es für Mario Götze, trotz aller Routine, kein kreuznormales Spiel.

Ein bisschen Herzklopfen wird er haben beim Einlaufen, und dass er einlaufen wird heute Abend um 18.30 Uhr (live/Sky), hat ihm Trainer Oliver Glasner zugesichert – selbst wenn der feingliedrige Mittelfeldspieler im Training zuletzt wegen leichter Rückenbeschwerden kürzertreten musste.

Eintracht Frankfurt - die Offensive als Gemeinschaftswerk

Dass Götze nach seiner Rückkehr in die Bundesliga seine Karriere nochmals so schnell befeuern könnte, hätte der Finaltorschütze von 2014 wohl selbst nicht erwartet. Und ganz sicher auch nicht, dass er ein ernsthafter Kandidat für die in drei Wochen beginnende Wüsten-WM wird. Er sei ein „ganz wichtiger Teil dessen, warum wir so erfolgreich sind“. Dabei muss Götze nicht einmal „unsere Offensive allein tragen“, Daichi Kamada, Jesper Lindström, Djibril Sow oder auch Sebastian Rode, noch so ein Ex-Dortmunder, der von Anfang an spielen wird, unterstützen den Raumdeuter nach Kräften.

Der Wert von Kapitän Rode, dessen Einsätze in Champions League und Bundesliga wohlüberlegt sein wollen, ist etwa am Mittwoch gegen Olympique Marseille überdeutlich geworden. Denn als Rode kam, drückten die Franzosen mächtig aufs Tempo, mit der Einwechslung des Kämpfers, der sich immer mehr zu einem Strategen mausert, gewann Eintracht Frankfurt die Kontrolle über das zunehmend wilder werdende Spiel zurück. Auch Rode hat ja eine Dortmunder Vergangenheit, Pokalsieger ist er mit dem BVB geworden, vor seiner Rückkehr nach Frankfurt spielte er drei Jahre bei den Gelb-Schwarzen.

Eintracht Frankfurt gegen den BVB ohne Ansgar Knauff

Nur für den Dritten im BVB-Bunde hat es nicht mehr ganz gereicht, Leihgabe Ansgar Knauff wird die Partie gegen den Klub, zu dem er laut Borussen-Trainer Edin Terzic („So ist der Plan“) nach Saisonende zurückkehren muss, lediglich von der Tribüne aus verfolgen. Zwar hat er nach seiner Sehnenverletzung gestern wieder mit dem Training begonnen, in den Kader hat es der junge Flügelstürmer noch nicht geschafft, da fehlten Glasner noch ein paar Einheiten. Womöglich fliegt Knauff am Montag mit dem Team nach Lissabon zum Champions League-Spiel gegen Sporting.

Schließlich ist die Begegnung gegen den sich im Aufwind befindlichen BVB auch für den Frankfurter Trainer kein Nullachtfünfzehn-Spiel. Immerhin ist Borussia Dortmund die einzige Mannschaft in der Liga, gegen die Oliver Glasner als Trainer noch nicht einen einzigen Zähler gewinnen konnte, in vier Jahren Tätigkeit in Deutschland nicht. Nah dran war er im Januar dieses Jahres, beim ersten Rückrundenspiel, als Eintracht Frankfurt nach furiosen 60 Minuten schon 2:0 führte, allerbeste Möglichkeiten zu einem 3:0 oder 4:0 verstreichen ließ, um dann am Ende noch 2:3 zu verlieren.

Es sind für Eintracht Frankfurt gerade wegweisende Zeiten, in denen vieles entschieden wird: erst der 3:1-Sieg in Mönchengladbach, der 2:1-Kraftakt gegen Marseille, nun das „Sandwich-Spiel“ in der Champions-Woche gegen eine Top-Mannschaft der Liga, schließlich 72 Stunden nach Anpfiff die Partie Spitz auf Knopf gegen Sporting Lissabon.

Eintracht Frankfurt: Rotation in der Hintermannschaft durch Rückkehr von Tuta

Da kommt eine Menge zu auf die Hessen, vor allem mental ist das eine Herausforderung, aber Glasner, auch das ein Zeichen gewachsenen Selbstverständnisses, will im Waldstadion auf Sieg spielen. „Wir werden und wollen unsere Spielanlage nicht grundlegend ändern“, selbst wenn viel Qualität auf die Eintracht wartet, noch mehr Tempo und neuerdings auch eine Dortmunder Hintermannschaft, die nicht mehr so leicht zu knacken ist. Die letzten drei Spiele hielten Mats Hummels und Co. die Null, selbst gegen die Torfabrik Erling Haaland von Manchester City. Intensiv wird es werden, schwer noch dazu, vermutet der Fußballlehrer, und da es sich „zweifellos um ein Spitzenspiel“ handele, brauche man „das ganze Repertoire“, also gute Abwehr, gute Umschaltmomente – und ein gelungener Standard könnte ebenfalls nützlich sein.

Entscheidend wird sein, inwieweit die Eintracht-Profis die Strapazen wegstecken, bislang, sagt Glasner, hinterlasse keiner „einen müden Eindruck“. Dazu sind die Laufwerte gut, 125 Kilometer spulten die Hessen gegen Marseille ab. Und so etwas wie in Bochum, als die Eintrachtler sechs Kilometer weniger liefen als der Gegner, soll nicht mehr vorkommen.

Personelle Änderungen wird es im Frankfurter Team in der Abwehr geben, auch das kündigte Glasner an. Tuta, zuletzt gesperrt, wird in die Mannschaft kommen, Kristijan Jakic den Libero geben, was bedeutet: Hrvoje Smolcic, der in der Champions League „viel Ruhe ausgestrahlt und mutig gespielt hat“ (Glasner) rotiert auf die Bank, Links außen wird Luca Pellegrini für den erneut angeschlagenen Christopher Lenz verteidigen. Improvisation wird somit weiterhin großgeschrieben bei Eintracht Frankfurt. (Thomas Kilchenstein)

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