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Untröstlich: Laura Freigang nach ihrem verschossenen Elfmeter.

Eintracht-Frauen

Kein Grund zur Panik

  • vonKatja Sturm
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Die Eintracht-Fußballerinnen hinken den Erwartungen hinterher, aber Sportdirektor Siegfried Dietrich führt Gründe für die Talsohle an.

Von einer Krise will Siegfried Dietrich nicht reden. In dieser befinde man sich nur, sagt der Sportdirektor der Eintracht-Fußballerinnen, wenn man nicht wüsste, wie es weitergeht. Doch in diesem Fall seien die Gründe für die Senke klar, die der nach der Fusion mit dem 1. FFC Frankfurt mit hohen Erwartungen gestartete Bundesligist durchschreitet. Im Bewusstsein, dass genügend Qualität vorhanden sei, die Kontinuität im Entwicklungsprozess derzeit aber unter den Verletzungsfällen im Kader leide, schaut Dietrich weiter optimistisch in die Zukunft.

Diese soll einen dritten Platz auf der Beletage bringen. Mit dem würden sich die Hessinnen die Teilnahme an der Champions League verdienen. Neben dem eigenen Team, das dank der besseren wirtschaftlichen Situation unterm Dach des Männer-Vereins im Sommer verstärkt wurde, sah Dietrich von Anfang an drei weitere Teams dafür infrage kommen.

Voller Elan machten sich die Frankfurterinnen auf den Weg zum Ziel. Doch nach starkem Beginn mit zehn Punkten aus vier Spielen folgten zuletzt ein Unentschieden gegen Bayer Leverkusen (2:2) sowie Niederlagen beim SC Sand (2:3) und am Freitag schließlich zu Hause gegen den SC Freiburg (0:1). Statt sich oben festzusetzen, liegt die Eintracht nach sieben Spieltagen fünf Zähler hinter den Dritten Turbine Potsdam (0:3 beim FC Bayern) und spürt die punktgleichen Leverkusenerinnen im Nacken.

„Das ist nur eine Momentaufnahme“, beschwichtigt Dietrich. „Aber wir müssen uns endlich wieder auf das besinnen, was wir können.“ In punkto Ballbesitz und Willen gibt es bei den Adlerträgerinnen nichts zu kritisieren. Doch die Abschlüsse funktionierten zuletzt nicht, und die Gegner können sich mit guter Defensivarbeit und Kontern Chancen sichern. Nachdem sich die anfängliche Hochstimmung gelegt hat, bekommen die Spielerinnen den Druck deutlicher zu spüren.

Trio ist beim Länderspiel

Ein Beleg dafür könnte sein, dass Laura Freigang am Freitag in der letzten Sekunde einen Elfmeter neben den Kasten setzte. Einen Vorwurf wollte der Torjägerin niemand machen, traf sie doch bereits neun Mal und führt die Liste der Torjägerinnen an. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die auch Eintracht-Torhüterin Merle Frohms und Abwehrspielerin Sophia Kleinherne am Mittwoch nach Wiesbaden für das Länderspiel gegen England (27. Oktober) eingeladen hat, ist angetan von Freigangs Entwicklung. Obwohl der Kader also individuell gut bestückt ist, hatte Trainer Niko Arnautis zuletzt nur begrenzte Variationsmöglichkeiten. Abgesehen von den Langzeitverletzten Letícia Santos und Saskia Matheis waren zuletzt auch Virginia Kirchberger, Shekiera Martinez und Theresa Panfil angeschlagen. Sjoeke Nüsken und Lara Prasnikar hatten sich erst Ende der vergangenen Saison schwerer verletzt und arbeiten sich noch zurück. Laura Feiersinger laboriert schon länger an Problemen am Fuß herum. Die Belastung von vier Partien in zwölf Tagen sei damit herausfordernd gewesen, sagt Dietrich.

In der Länderspielpause, so hofft er, könnten sich die Nationalspielerinnen neues Selbstbewusstsein abholen. Zudem erscheint der Regionalligist Karlsruher SC, bei dem die SGE danach am 31. Oktober in der zweiten Runde des DFB-Pokals gastiert, als geeigneter Aufbaugegner. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagt Dietrich. Auch die Konkurrenz werde sicher noch Punkte lassen. Man habe von Anfang an gesagt, dass man mit der zu großen Teilen noch jungen Mannschaft weiterarbeiten werde, und müsse ihr entsprechend Zeit und die Möglichkeit zur Entwicklung geben. „Woraus“, sagt er dann noch abschließend, „sollen sie lernen, wenn nicht aus Niederlagen?“

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