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Muss gegen Mainz zuschauen: Marc Stendera.
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Muss gegen Mainz zuschauen: Marc Stendera.

Eintracht gegen Mainz

Kaputter Kühlschrank

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Ausgerechnet vor der prestigeträchtigen Partie gegen den Nachbarn Mainz 05 fällt bei der gebeutelten Eintracht auch noch Marc Stendera aus. Veh weiß schlicht nicht, welche Spieler ihm für das Prestigeduell in Rheinhessen zur Verfügung stehen.

Aufstellung? Keine Ahnung, sagte Armin Veh. Oder besser gesagt: Er weiß es nicht. Beim besten Willen nicht. „Wer spielt, kann ich erst am Spieltag sagen.“ Nun ist es nicht so, dass der Frankfurter Fußballlehrer vor dem nicht ganz unwichtigen Spiel gegen den Rivalen FSV Mainz 05 kokettieren würde; oder ein großes Geheimnis um die ersten Elf machen wollte. Nein, Armin Veh weiß schlicht nicht, welche Spieler ihm für das Prestigeduell in Rheinhessen zur Verfügung stehen. Ständig fallen ihm Profis aus. „Aber das ist so wie im richtigen Leben: Wenn die Waschmaschine kaputt ist, geht prompt auch der Kühlschrank kaputt.“

Im Klartext: Neben Stefan Reinartz (Patellasehnenreizung) fehlt gegen Mainz 05 ausgerechnet auch Spielmacher Marc Stendera. Der 19 Jahre alte „Schlawiner“ (Veh) klagte nach dem Donnerstagstraining über Beschwerden im Adduktorenbereich. „Im Normalfall fällt er aus“, sagte der Coach und senkte den Daumen. Eine klitzekleine Hoffnung auf eine Blitzheilung hat er dennoch, „zu 100 Prozent schließe ich einen Einsatz nicht aus, aber es wird eher nicht gehen.“ Das ist natürlich ein weiterer Schlag ins Kontor für den ohnehin derzeit vom Verletzungspech arg gebeutelten hessischen Bundesligisten. Denn neben Stendera, Reinartz sowie Marco Russ (Muskelbündelriss) und Luc Castaignos (Syndesmosebandriss) stehen hinter den Einsätzen von Carlos Zambrano (Erkältung) und Makoto Hasebe (Schambeinblessur) dicke Fragezeichen. Immerhin bestehen beim Japaner berechtigte Hoffnungen, bei Zambrano entscheide man erst kurz vor dem Spiel. Sollte der Peruaner tatsächlich zu sehr geschwächt sein, wäre das die Chance für den jungen David Kinsombi. Ohnehin hat Veh sich in der Vergangenheit lobend über den ehemaligen Mainzer geäußert. „Ich hätte keine Probleme damit, ihn aufzustellen.“ Der 19-Jährige habe im Training „deutliche Fortschritte“ gemacht.

Doch die Ausfälle treffen Eintracht Frankfurt just in einer kritischen Phase. Die Stimmung in der Stadt ist nicht gut, allgemein wird der Mannschaft nicht sonderlich viel zugetraut. Dazu wirken die Profis auch nicht gerade so, als stemmten sie sich mit aller Macht gegen das Unheil. Es ist deswegen kein Zufall, dass Trainer Veh am Freitag seine erfahrenen, älteren Spieler in die Pflicht nahm, speziell von Alexander Meier erwartet er eine Reaktion. „Ich verlange jetzt von den älteren Spielern, dass sie vorangehen. Das verlange ich auch von meinem Kapitän. Nun müssen eben andere einspringen.“

Veh: Kein Selbstmitleid

Armin Veh wollte sich aber gestern nicht lange mit Wehklagen und Selbstmitleid aufhalten. „Auf Jammern habe ich keine Lust.“ Er hob viel lieber den kleinen Vorteil hervor, dass durch die vielen Vakanzen auch der Gegner „nicht weiß, wie wir spielen werden“. Dazu, auch das ist eine Überlegung, steht Marc Stendera immerhin am nächsten Sonntag im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 zur Verfügung. Aktuell hat der ehrgeizige Mittelfeldspieler vier Gelbe Karten auf dem Kerbholz, die Gefahr, in Mainz erneut verwarnt zu werden und dann zu fehlen, hat ja durchaus bestanden. Und dennoch ist das Fehlen des Spielgestalters ein Rückschlag für die Frankfurter. „Natürlich fehlt er uns“, sagte Veh. „Er ist ein wichtiger Spieler.“ Er allein habe etwa in der Begegnung gegen Hannover 96 mit seinen beiden Toren den Unterschied ausgemacht. Gegen Bayer Leverkusen ist nach seinem Standard der Anschlusstreffer gefallen.

Stendera ist zudem einer der wenigen im Eintracht-Dress, die nie verlieren wollen, die immer dagegenhalten. Der 19-Jährige ist es, der die Pässe in die Spitze spielen kann, selbst wenn das zuletzt seltener passiert ist, weswegen die Stürmer zuweilen in der Luft hingen. Aber Stendera hat wenigstens die Fähigkeit.

Für ihn wird wahrscheinlich Makoto Hasebe neben Slobodan Medojevic ins Mittelfeld rücken und Meier auf die Zehn. Ansonsten wird es bei der Eintracht wieder darauf ankommen, möglichst lange stabil zu agieren, wenig zuzulassen und gezielte Nadelstiche zu setzen. Mainz ist, bei allem Respekt, auch keine Übermannschaft: Laut Statistik spulen die Nullfünfer zwar die meisten Kilometer (118 Kilometer pro Spiel) ab, gehören aber zu den zweikampfschwächsten Teams der Liga (46 Prozent gewonnener Zweikämpfe). Warum sich freilich die Eintracht in den letzten Jahrzehnten immer so schwer getan hat in Mainz, Trainer Armin Veh weiß es nicht. Der letzte Sieg der Hessen in Mainz liegt bald 30 Jahre zurück, 1986, in einem DFB-Pokalspiel siegten sie 1:0. Im Tor der Mainzer stand der heutige Eintrachttorwarttrainer Moppes Petz.

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