Bas Dost, Stürmer von Eintracht Frankfurt, bläst zur Attacke.
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Bas Dost, Stürmer von Eintracht Frankfurt, bläst zur Attacke.

SGE-Stürmer

Bas Dost bläst zur Attacke: „Kann eine geile Saison werden“

  • Daniel Schmitt
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Bas Dost, Stürmer von Eintracht Frankfurt, bläst zur Attacke: „Das kann ich besser.“ Nur in jedem dritten Spiel zu treffen, ist nicht sein Anspruch.

  • Bas Dost will bei Eintracht Frankfurt in dieser Saison voll angreifen
  • Dafür hat der Niederländer Sonderschichten im Sommer eingelegt
  • Bas Dost weiß: „Das kann eine geile Saison werden“

Frankfurt - Bas Dost ist nun wirklich keiner, der in die Kategorie Sprinter einzuordnen wäre. Alles, nur nicht das. Wenn der lange Schlaks von Eintracht Frankfurt zum raschen Rennen antritt, dann sieht das stets seltsam aus. Dieser nach vorne gekippte Oberkörper, der noch weiter nach vorne geschobene Kopf, nur getoppt vom ganz vorne positionierten Unterkiefer. Da versucht einer wirklich alles aus seinem Körper herauszuholen. Bloß ist da einfach nicht viel mehr drin – zumindest in Sachen Sprinterqualitäten.

Bas Dost will bei Eintracht Frankfurt mehr zeigen

Gestern freilich war Bas Dost richtig schnell unterwegs, gar so schnell, dass selbst die Reporter kaum hinterherkamen. Das Vormittagstraining des hessischen Bundesligisten war gerade erst durch einen lauten Pfiff von Trainer Adi Hütter beendet worden, da saß der 31 Jahre alte Niederländer fünfeinhalb Minuten später schon in den Katakomben der Arena auf dem Podium und wollte der Presse Auskunft geben. Weder die Journalisten, noch die Mitarbeiter der klubeigenen Medien konnten bei diesem Tempo mithalten. So dauerte es noch einen Moment, bis die Kulis gezückt und die Technik eingerichtet war, ehe Dost loslegen konnte. Warum er es so eilig hatte, wurde wenig später offensichtlich: Bas Dost wollte ganz dringend etwas loswerden.

Verknappt lassen sich seine Aussagen wie folgt zusammenfassen: Bas Dost will, dass jener Bas Dost der vergangenen Saison nicht auch der Bas Dost der kommenden Runde ist. „Nur acht Tore in der Bundesliga – ich bin enttäuscht, dass ich nicht liefern konnte. Das kann ich besser und werde es besser machen.“

Natürlich ist sich der erfahrene Stürmer bewusst, dass die schwache Premierenrunde im Trikot von Eintracht Frankfurt seine Gründe hat. So absolvierte er die Vorbereitung noch bei seinem Ex-Verein Sporting Lissabon in Portugal, wo traditionell nicht ganz so viel Wert gelegt wird auf körperliche Fitness wie in Deutschland. Er musste noch nicht austrainiert in die Bresche springen, weil die anderen Angreifer ebenfalls schwächelten. Und natürlich plagte er sich in der Folge viel mit kleineren und größeren Wehwehchen herum. Insgesamt verpasste Bas Dost 17 Pflichtpartien der vergangenen Saison, hauptsächlich deshalb, weil er seine Adduktoren- und Leistenschmerzen nicht in den Griff bekam.

Bas Dost über Eintracht Frankfurt: „Kann eine geile Saison werden“

Selbstverständlich weiß Bas Dost um all diese leidigen Probleme, hofft aber, dass sie der Vergangenheit angehören: „Ich war gefühlt jedes Mal nach 30 oder 45 Minuten platt. Stürmer müssen aber fit sein, um Tore zu erzielen.“ Jetzt sei er dagegen von Anfang an in der Vorbereitung dabei und habe zudem keine Schmerzen. „Wenn es so weitergeht, kann es eine geile Saison werden. Ich habe Lust.“ Punkt. Aus. Ende. Klare Ansage.

Grundlage dieser optimistischen Einschätzung ist sicher das selbstbewusste Wesen des erfahrenen Vollprofis, der sich gerne selbst unter Druck setzt, um ans Leistungsmaximum zu gelangen. Das habe er schon immer so gehandhabt, berichtete Dost: „Dafür ist ein Trainer nicht notwendig. Das muss ich selbst hinbekommen.“

Zudem dient dem Niederländer die Zeit nach der Corona-Zwangspause als Mutmacher. Erst sei es für ihn in den Ligaspielen aufwärts gegangen, so Dost, wovon drei Treffer in den finalen vier Partien der Vorsaison zeugen. Dann habe er die vierwöchige Sommerpause für Sonderschichten genutzt. „Ich habe mich bei unseren Fitnesstrainern gemeldet und gesagt, dass ich gerne auch in der Pause weitermachen will“, schilderte Dost, der daraufhin einen Plan ausgearbeitet bekam, nur eine Woche Urlaub machte und dann sofort wieder in die Laufschuhe schlüpfte – mit folgendem Ergebnis: „Ich bin viel weiter als in den Jahren zuvor. Das ist ein geiles Gefühl.“

Konkurrenz für Bas Dost bei Eintracht Frankurt - Joveljic wechselt nach Österreich

228 Pflichtspieltreffer sind dem früheren Torschützenkönig der niederländischen und portugiesischen Liga für seine Vereine bisher in 437 Begegnungen gelungen. Im Schnitt netzte er also ungefähr in jedem zweiten Spiel ein. Bei der Eintracht waren es vergangene Runde dagegen wettbewerbsübergreifend nur zehn Treffer in 30 Einsätzen, demnach nur in jedem dritten Spiel ein Tor. Zu wenig für den selbstkritischen wie selbstbewussten Bas Dost.

Doch bekommt er in der bevorstehenden Spielzeit überhaupt ausreichend Einsatzzeiten eingeräumt? Die kickende Konkurrenz ist vorhanden. Zwar verkündete die Eintracht gestern die einjährige Leihe des aussortierten Dejan Joveljic zum Wolfsberger AC nach Österreich, dennoch muss sich Dost noch immer gegen die Portugiesen Goncalo Paciencia und – vor allem – André Silva sowie Neuzugang Ragnar Ache behaupten. Maximal zwei dieser vier Stürmer werden im System von Hütter in der Startelf stehen können. Dost aber bleibt trotz der internen Widersacher gelassen. „Bei einem Verein wie Eintracht Frankfurt darf ich es auch erwarten, dass es Konkurrenten gibt.“ Speziell der junge Ache mache auf ihn einen guten Eindruck, „Ragner will viel lernen“, so Dost, dazu habe der Neue aus Rotterdam „Kraft und Power“.

Seinen Stammplatz auf dem Rasen wird Bas Dost deshalb nicht freiwillig räumen, das würde seinem Ehrgeiz nicht gerecht. Wobei: Für einen ganz besonderen Fußballer wäre er doch bereit, einen Schritt zurückzutreten. Für den besten der Welt, für Lionel Messi. Auf eine entsprechende, natürlich nicht ernst gemeinte Frage zum argentinischen Superstar antwortete Dost launig in Richtung des Frankfurter Chefeinkäufers Fredi Bobic: „Messi? Ihn darf er gerne anrufen, dann setze ich mich auch auf die Bank.“ Aber nur dann.

Neben Bas Dost könnten auch Ache und Aymen Barkok Eintracht Frankfurt aufmischen. Beide sind neu im Team. Bas Dost könnte noch zum FC Brügge wechseln. Ein Transfer wäre auch für Eintracht Frankfurt sinnvoll.

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