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Daichi Kamada im Dress von Eintracht Frankfurt
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Daichi Kamada im Dress von Eintracht Frankfurt

SGE

Eintracht: SGE stellt Kamada und Ndicka ins Schaufenster

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Lieber als André Silva und Filip Kostic würde Eintracht Frankfurt Daichi Kamada und Evan Ndicka abgeben – allerdings muss der Preis stimmen.

Frankfurt – In seinem Stammverein Eintracht Frankfurt zählt Daichi Kamada zu den Dauerbrennern, gehört dem illustren Kreis der fünf Spieler mit der meisten Einsatzzeit an; 2372 Minuten verteilen sich auf 32 Partien. Seine Quote: fünf Tore, 15 Vorlagen, 20 Scorerpunkte, fünf mehr als er sich vorgenommen hatte. Beachtlich.

Auch in der japanischen Nationalmannschaft ist der 24-Jährige inzwischen Stammkraft, vier Tore und zwei Vorlagen in 13 Spielen, zuletzt beim 1:0-Erfolg gegen Serbien stand er 90 Minuten auf dem Feld – genauso wie auf der Gegenseite Stürmer Dejan Joveljic, der durch 20 Pflichtspieltore beim Wolfsberger AC den Sprung in die A-Nationalmannschaft Serbiens geschafft hat. Im Anschluss tauschten die beiden Burschen im fernen Tokio flugs Trikots und grinsten für einen Schnappschuss in die Kamera. Bald schon werden sie sich in Frankfurt wiedersehen, wenn Kamada seinen Sonderurlaub beendet hat und Joveljic seinen dann schon dritten Anlauf nimmt, sich bei der Eintracht endlich durchzusetzen.

Dejan Joveljic kehrt zu Eintracht Frankfurt zurück

Nach zwei Leihen, einer (durch den Ausbruch der Corona-Pandemie) wenig erfolgreichen beim RSC Anderlecht und einer umso verheißungsvolleren in Österreich, will der gereifte 21-Jährige unter neuem Trainer durchstarten. Unter dem alten wäre das ein wenig vielversprechendes Unterfangen gewesen.

Der eine, Joveljic, ist also gottfroh, wenn er sich wieder zeigen kann und brennt auf seine Rückkehr, der andere, Kamada, hätte nichts dagegen, sich zu verändern. Schon die letzte Vertragsverlängerung des Spielmachers zog sich wie Kaugummi, der japanische Agent Roberto Tukada erwies sich als zäher Verhandlungspartner, den auch der deutsche Berater Thomas Kroth lange nicht einbremsen konnte. Nach ewigem Gefeilsche einigten sich die Parteien im Sommer 2020 auf eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2023, zu verbesserten Konditionen, versteht sich.

Eintracht Frankfurt: Daichi Kamada durch gute Leistungen interessant geworden

Kamada hat durch seine guten Leistungen Interessenten auf den Plan gerufen, dabei ist er längst nicht so unumstritten wie man anhand der nackten Zahlen denken könnte. Das liegt an seiner Spielweise, die Raum für Interpretationen bietet, Schwankungen begleiten ihn. Manchmal ist der Feingliedrige ein geschmeidiges Genie, das mit einer einzigen Täuschung und einem Pass eine ganze Mannschaft übertölpeln kann, und ein anderes Mal verschwimmt er irgendwo im Nirgendwo fast bis zur Unsichtbarkeit.

Die Statistik spricht klar für ihn, er ist oft genug das Zünglein an der Waage, 15 Assists sind ein Statement. Das Besondere: Seine Tore schießt er nicht gegen irgendwen, sondern gegen die Großen: vier seiner fünf Treffer machte er in der abgelaufenen Spielzeit gegen die Top vier, Bayern, Leipzig, Dortmund und Wolfsburg. In der vorvergangenen Saison trumpfte er auf internationalem Parkett auf, Doppelpack zum 2:1-Sieg beim FC Arsenal, Dreierpack beim 4:1-Erfolg gegen Salzburg. King Kamada.

Eintracht Frankfurt will 25 Millionen Euro für Daichi Kamada

Der Regisseur, gewiss nicht frei von Allüren und bei Nichtberücksichtigung durchaus bockig, hat seinen Preis, sein Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro, er ist binnen eines Jahres um satte 13 Millionen Euro gestiegen. Der FC Sevilla, heißt es, habe Interesse, auch die Tottenham Hotspurs. Doch ein Angebot ist nicht eingegangen, der Eintracht schwebt eine dem Marktwert angelehnte Summe vor, sprich: 25 Millionen Euro müssten hängenbleiben. Das ist in Zeiten der Corona-Umklammerung kein Pappenstiel. Für sehr viel weniger würde die Eintracht ihren Raumdeuter aber nicht ziehen lassen.

Grundsätzlich gilt: Der Preis richtet sich nicht nur nach den Leistungen, sondern auch nach dem Alter des Spielers, also seinen Perspektiven (auch bei einem möglichen Weiterverkauf), und der Restlaufzeit des Vertrags. Rein wirtschaftlich würde ein Verkauf jetzt Sinn machen.

Großen Sprung gemacht: Evan Ndicka.

Die Eintracht würde Kamada, vor vier Jahren für lumpige 1,6 Millionen aus Japan geholt, eher ziehen lassen als etwa Topstürmer André Silva oder Linksaußen Filip Kostic, doch das Geschäft ist kein Wunschkonzert, die Nachfrage regelt den Preis und das weitere Vorgehen.

Das gilt auch für Evan Ndicka, den eleganten Innenverteidiger, 21 Jahre jung, aber schon in 95 Pflichtpartien für die Hessen im Einsatz. Auch der Franzosen hat Begehrlichkeiten geweckt, wird mit englischen Vereinen in Verbindung gebracht, FC Southampton, die Hotspurs, vor allem aber dem FC Arsenal.

Ndicka, schnell, geschmeidig, zweikampfstark, bringt vieles für eine große Karriere mit. Um seine Laufbahn auf einem höherem Level fortzusetzen, müsste er freilich beständiger werden. Ndicka fühlt sich generell wohl in Frankfurt, doch bei ihm schüren die Berater im Hintergrund, sehen ihren Klienten bereit für den nächsten Schritt.

Eintracht Frankfurt: Modell Ndicka ist Teil der Vereinsphilosophie

Die Eintracht weiß, was sie an dem 2018 aus Auxerre gekommenen Linksfuß hat. Ex-Coach Adi Hütter baute eigens seine Abwehr um, um ihm zu Spielzeit zu verhelfen. „Er ist einfach ein Profi, der spielen muss“, sagte er über den Modellathleten, den er als „physisches Naturwunder“ abfeierte. „Er ist ein toller, junger Spieler, den man hoffentlich in naher Zukunft für gutes Geld verkaufen kann, das Talent und die Qualität dazu hat er.“

Das ist kein Geheimplan der Eintracht, sondern Teil der Vereinsphilosophie: Spieler entdecken, günstig holen, ausbilden, entwickeln, teuer verkaufen. Ndicka, Vertrag bis 2023, könnte ein Paradebeispiel werden. Sein Marktwert beträgt satte 28 Millionen Euro, jeder Cent würde in die Kasse der Eintracht fließen, Drittparteien sind nicht involviert. Reizvoll.

Vorbereitet wäre der Klub, da geht es nicht nur, aber auch um Ex-Eintrachtler Marc-Oliver Kempf, ebenfalls Linksfuß, der den VfB Stuttgart gerne verlassen würde. Fünf bis acht Millionen soll der 26-Jährige kosten – falls Ndicka gehen würde, keine unüberwindbare Hürde. (Ingo Durstewitz)

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