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Herz und Hirn hinter der Eintracht-Mannschaft: Bruno Hübner.
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Herz und Hirn hinter der Eintracht-Mannschaft: Bruno Hübner.

SGE

Eintracht-Sportdirektor Hübner: „Jovic steht Silva in nichts nach“

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Der scheidende Manager von Eintracht Frankfurt über seine Topstürmer, Amin Younes’ Topform, die Zukunft von Altmeister Makoto Hasebe und die Königsklasse

Frankfurt - Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner wird den aktuell für Furore sorgenden Frankfurter Bundesligisten am Saisonende verlassen – am liebsten mit einem Paukenschlag. Die Teilnahme an der Champions League hält der Manager für möglich. In der virtuellen Presserunde am Dienstag sprach Bruno Hübner nicht nur über die Rückkehr von Erik Durm und André Silva ins Mannschaftstraining, sondern auch über ...

...die Gefahren des Spiels in Bremen am Freitag: Jedes Spiel birgt Gefahren. Wir haben das Spiel von Bremen in Hoffenheim (0:4; Anm. d. Red.) gesehen, das war ein ganz schwacher Auftritt von Werder. Sie werden alles daran setzen, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen. Werder ist auf Wiedergutmachungskurs, hat aber auch die Angst, hinten reinzurutschen.

... die Entwicklung des Eintracht-Teams im Vergleich zum Hinspiel, das 1:1 endete: Wir haben jetzt eine ganz andere Spielweise und eine andere Überzeugung. Der erste Gedanke ist, nach vorne zu spielen. Das war ein Prozess. Ich bin kein Freund davon, wenn hinten herumgespielt und immer zum Torwart gepasst wird. Wenn der Keeper quasi die Nummer zehn auf dem Rücken hat, dann läuft was falsch. Mittlerweile haben wir kaum noch Aktionen, in denen wir zurückspielen. Wir drehen gut nach vorne auf, schaffen so Überzahl. Das hängt natürlich auch mit Amin Younes zusammen, der im Eins gegen Eins gnadenlos gut ist. Und dann haben wir mit Djibril Sow und Makoto Hasebe noch gute Fußballer, Sow ist ein genialer Partner von Hasebe. Auch Seppl Rode hat das gut gemacht. Ganz entscheidend war der Schachzug, auf zwei Zehner umzustellen. Vorher ist einer der beiden Stürmer häufiger mal auf die Seite ausgewichen, hat damit Kostic den Raum genommen.

... die Chancen auf die Königsklasse: Wenn wir die Champions League schaffen würden, dann wäre das eine gefühlte Meisterschaft. Aber ich denke, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Denn es ist sehr schwer, da vorne reinzukommen bei diesen Topteams. Und wir haben auch noch vier schwere Auswärtsspiele. Das darf man nicht außer Acht lassen.

... die Entwicklung von Amin Younes: Wir hatten ihn schon auf dem Zettel, als er damals von Amsterdam nach Wolfsburg wechseln wollte, da waren wir im Rennen. Damals war der Zeitpunkt aber noch nicht gekommen. Wir haben uns vor dieser Saison Gedanken gemacht und uns gefragt, was fehlt der Mannschaft, nämlich genau so ein Spieler, mit dem man im Zentrum durch die Dribbelstärke Überzahl bekommt, sodass man auch die Räume für Kostic schafft. Ich finde auch, dass er eine Chance in der Nationalmannschaft verdient hätte. In der DFB-Elf gibt es zwar viele schnelle Spieler wie Timo Werner, aber keinen, der im Eins gegen Eins so unangenehm sein kann. Von daher kann jede Mannschaft, auch die Nationalelf, froh sein, so einen Spieler zu haben, weil er außergewöhnliche Fähigkeiten hat mit seinen Dribblings, seinen kurzen Haken und kleinen Übersetzungen.

... die avisierte Vertragsverlängerung mit Altmeister Hasebe um ein weiteres Jahr: Definitiv ist es noch nicht, aber zu 98 Prozent. Ich habe noch nie so einen Profi wie Hase erlebt, er hat eine unfassbare Einstellung und ist ein absoluter Top-Profi, top, top, top. Sonst kannst du in diesem Alter nicht so einen Fußball spielen.

... den glücklosen Auftritt von Luka Jovic gegen die Bayern:

Er hatte es schwer gegen die Bayern-Verteidigung. André Silva hingegen hat das mittlerweile mit seinen Laufwegen und seiner Spielintelligenz total verinnerlicht, wie er sich zu verhalten hat. Das wird bei Jovic auch kommen, von der Qualität her steht er André in nichts nach. Aber Silva hat einen Lauf, den muss man sich erarbeiten. Da wird auch Luka wieder hinkommen. Er hat sehr gut für die Mannschaft gearbeitet. Adi Hütter war sehr zufrieden mit seinem Spiel, auch wenn er vielleicht nicht so auffällig war.

... den Rückhalt Kevin Trapp: Von der Ausstrahlung her ist er wieder der Kevin, wie er es in den ersten Jahren bei uns war. Es kommen nur wenige Bälle aufs Tor, da musst du da sein. Und das ist er. Das ist sehr wichtig. Er macht einen richtig guten Job, das ist der Kevin, wie wir ihn wünschen.

... die Gefahr, dass Spieler wie Silva oder Filip Kostic weggekauft werden könnten.

Das ist das Leid von Eintracht Frankfurt. Wir sind noch nicht so aufgestellt, dass wir solche Spieler halten können, wenn die Topklubs ernst machen. Wir müssten dann abwägen, ob wir die hohe Ablöse, die wir wohl bekommen würden, nehmen und in neue Talente investieren würden. Aber andererseits glaube ich schon, dass ein Spieler wie Silva zu schätzen weiß, was er hier für ein gutes Umfeld und was er sich erarbeitet hat. Da könnte er auch sagen: ,Ich will meine Saison bestätigen und hier noch einen draufsetzen.‘ In der Kombination mit der Champions League würden wir die Hürde hochlegen, uns zu verlassen. Ich denke, dass er dann schon denken könnte: ,Ich spiele hier Champions League und will erleben, was mit dieser Mannschaft und dann hoffentlich wieder mit Zuschauern alles möglich ist.‘

Aufgezeichnet von Ingo Durstewitz

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