Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Herausragende Schusstechnik: Luka Jovic feuert den Ball zum 2:1 ins Netz, sein vierter Ballkontakt nach der Einwechslung. jan hübner
+
Herausragende Schusstechnik: Luka Jovic feuert den Ball zum 2:1 ins Netz, sein vierter Ballkontakt nach der Einwechslung. jan hübner

Sieg gegen Schalke

Eintracht: Jovic-Einstand - Kitschig wie in Hollywood

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen
  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
    schließen

Eintracht Frankfurt schlägt Schalke 04 dank zweier Tore von Luka Jovic sehr sicher mit 3:1. Der Neuzugang feiert damit einen Traumeinstand.

Frankfurt - Das nennt man wohl ein Debüt wie gemalt. Lediglich zehn Minuten brauchte Luka Jovic, um wieder das zu machen, was ihn so stark gemacht und ihm ein Engagement bei Real Madrid eingebracht hatte: Tore, und zwar gleich die beiden zum 2:1 und 3:1. Er tat das mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es das Einfachste von der Welt, zwei Schüsse gab er nur ab, beide waren drin. Und es wirkte so, als wäre der 23-Jährige nie weg gewesen. Dank dieses Traumeinstands von Luka Jovic gewann Eintracht Frankfurt die Partie gegen einen erschreckend schwachen FC Schalke 04 mit 3:1 (1:1).

Eintracht Frankfurt haushoch überlegen

Die Eintracht war haushoch überlegen, schnürte die Knappen regelrecht in deren eigener Hälfte ein. Es war ein hochverdienter Sieg, der die Hessen wieder näher an die internationalen Plätze gebracht hat. Siebter sind sie nun, punktgleich mit dem Sechsten aus Wolfsburg. Und mit einem Luka Jovic in dieser Verfassung könnte tatsächlich noch einiges möglich sein.

Nach 62 Minuten war der Serbe, erst am Mittwoch in einer Blitzaktion aus Spanien transferiert worden, in diese Partie gekommen, zehn Minuten später zappelte der Ball zum ersten Mal im Schalker Netz. Und wie: Eine Flanke von Filip Kostic, der mit der Einwechselung seines Spezis regelrecht aufblühte, nahm Jovic direkt, der Ball war nicht leicht zu verarbeiten, weil er hoch aufsprang. Es war erst sein vierter Ballkontakt, aber das entscheidende 2:1. Kurz vor Schluss machte Jovic dann, erneut auf Vorlage von Kostic, den Deckel drauf, er düpierte Ozan Kabak und schoss trocken ins kurze Eck – ein Tunnel für den Schalker inklusive. In seinen eineinhalb Jahren bei Real Madrid hat er ebenfalls zwei Tore erzielt, in Frankfurt, dort, wo er sich wohlfühlt, benötigte er dazu eine knappe halbe Stunde. „Traumtore“, nannte der Frankfurter Trainer Adi Hütter die Treffer, sie zeigten „seine Klasse und seine Qualität“, speziell beim ersten, „da habe ich schon welche gesehen, die zehn Meter drüberschießen“. Das Wohlfühlgefühl und das richtige Umfeld seien für einen wie Luka Jovic entscheidend. Unterstützung erhielt er zudem von Mijat Gacinovic, inzwischen bei der TSG Hoffenheim, der es sich nicht nehmen ließ, beim Comeback von Jovic und der Verabschiedung von Kapitän David Abraham vor Ort im Stadion zu sein.

Eintracht Frankfurt: Bobic lobt Jovic

Ein Drehbuch, das in Hollywood nicht besser hätte geschrieben werden können, vermutete hinterher der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic, überglücklich über das Comeback, „Man merkt, die Luft hier tut ihm gut. Die Tore waren Extraklasse, große Kunst, wie er sie abgeschlossen hat. Nicht groß überlegen, sauberer erster Kontakt. Das kannst du nicht lernen, das hast du in dir drin.“ Während die Mannschaft, die nach dem Spiel ihren scheidenden Kapitän Abraham im Mittelkreis verabschiedete (siehe Bericht auf der nächsten Seite), schon längst in der warmen Kabine saß, absolvierte der Mann des Abends auf dem Rasen noch eine Laufeinheit. Offenbar hat der Stürmer konditionell noch ein bisschen was aufzuholen.

Vor dem Spiel hatte der überragenden Djibril Sow seinen neuen Mitspieler Jovic noch gefragt, wie viel Tore er bei seinem Einstand schießen würde. Wenn er 15 Minuten spiele, eines, habe er geantwortet, bei einer halben Stunde eben zwei. „Er hat Wort gehalten. Und es ist nicht selbstverständlich, im ersten Spiel so abzuliefern, große Klasse“, lobte der Schweizer Sow.

Dabei hätte die Eintracht bereits in der ersten Halbzeit für weitgehend klare Verhältnisse sorgen können. Die Hausherren, die auf den leicht am Knie lädierten Sebastian Rode verzichten mussten, waren klar und deutlich überlegen, sie bestimmten eindeutig Rhythmus und Tempo, hatten die Partie komplett unter Kontrolle. Nach 25 Minuten standen bereits sechs Torschüsse auf Frankfurter Seite zu Buche, zudem mehr als 65 Prozent Ballbesitz. Und Chancen hatten sich den Hessen ebenfalls einige geboten, allein der etwas zu verspielte und zu häufig unkonzentrierte Aymen Barkok hätte in den ersten sieben Minuten leicht eine 2:0-Führung herausschießen können, dazu traf Martin Hinteregger mit einem Kopfball nur den Pfosten.

Eintracht Frankfurt: Silva mit der Führung

So war es erneut André Silva, der die Gastgeber hochverdient in Führung schoss (28.) – sein zwölfter Saisontreffer schon. Barkok, eher unfreiwillig, weil er den Ball ins Gesicht bekam, und Erik Durm hatten die Vorarbeit geleistet. Doch die Freude über die Führung währte nur kurz. Praktisch im direkten Gegenzug schaffte der Tabellenletzte aus Schalke den Ausgleich - mit freundlicher Unterstützung von Hinteregger und Torwart Kevin Trapp, die sich beide unter dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ nicht zu einem beherzten Eingreifen entschließen konnten. Nutznießer des Missverständnisses war der junge Matthew Hoppe, schon am vergangenen Samstag dreifacher Torschütze, er knallte Trapp die Kugel humorlos zwischen die Beine des Keepers zum höchst schmeichelhaften 1:1 in die Maschen (29.).

In der zweiten Halbzeit, die Hinteregger wegen eines Pferdekusses nicht mehr mitmachen konnte, brauchten die Frankfurter trotz weiterer, fast erdrückender Dominanz dann einen Luka Jovic, um zum hochverdienten Erfolg zu kommen, der deutlich höher hätte ausfallen müssen. Erstaunlich auch, dass zeitweise acht, neun ausgesprochen gute, feine Fußballer auf dem Feld gestanden hatten. Spielerisch war das mitunter sehr schön anzusehen, die Passquote lag bei erstaunlichen 86 Prozent. Hütter sprach da nicht ganz zu Unrecht von „einer Augenweide“. Veredelt von Torjäger Luka Jovic.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare