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Ein Joker in allen Lebenslagen

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Von: Thomas Kilchenstein

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Karim Matmour greift an.
Karim Matmour greift an. © S. Krieger

Frankfurts Karim Matmour ist nah dran an der Mannschaft, neuerdings sogar als Mittelstürmer. Im Spiel gegen seine alten Kollegen aus Mönchengladbach Kollegen droht ihm aber erneut zunächst die Bank.

Wie hoch die Strafe war, die Karim Matmour berappen musste für die gut viertelstündige Verspätung zum Training, wollte der Mittelfeldspieler gestern nicht verraten. „Das habe ich mit dem Trainer geklärt.“ Eigentlich ist Matmour keiner, der zu spät kommt, er ist kein Hallodri, sondern einer, der seinen Job ziemlich ernst nimmt. Selbst wenn es der 27-Jährige in den eineinhalb Jahren, die er bei Eintracht Frankfurt spielt, nie zum Stammspieler geschafft hat. Auch am Sonntag, wenn es gegen die alten Kollegen von Borussia Mönchengladbach geht, wird er wohl nicht in der Startelf stehen. Olivier Occean, zuletzt außer Gefecht, ist wieder an Bord.

Dabei spielt der Algerier mit dem französischen Pass bei der Eintracht durchaus wichtige, tragende Rollen: etwa die des Jokers. In der zweiten Liga hat er, in den letzten Minuten eingewechselt, ganz allein fünf Punkte geholt, mit seinen späten Toren gegen Greuther Fürth (3:2), Ingolstadt (1:1) und Aachen (4:3). Auch in dieser Runde war Matmour vorrangig als Ersatzmann gefragt, dieses Mal freilich als Stürmer. Der 27-Jährige kam dreimal für Erwin Hoffer in die Mannschaft. „Das hat er gutgemacht“, lobte Trainer Armin Veh die 74-minütige Kurzarbeit.

Immer im Kader

Matmour, der drei Jahre in Freiburg und drei Jahre in Gladbach gespielt hat, hat sich mannschaftsintern ein ordentliches Ansehen erarbeitet. Er gehörte in allen sechs Spielen zum Kader (was dem Riesentalent Sonny Kittel etwa nicht gelang) und war vor dem Freiburg-Spiel ernsthaft eine Alternative ?als verkappter Angreifer. „Ich habe überlegt, ohne einen gelernten Stürmer spielen zu lassen und mit Karim zu beginnen. Er hätte das spielen können“, sagte Veh unlängst. Der Coach hat mit Mittelfeldspieler Matmour geliebäugelt, nicht mit dem gelernten Stürmer Nummer drei, Rob Friend, das sagt einiges. Vor vielen Jahren hat Matmour, mit Algerien bei der WM 2010 in Südafrika dabei, schon mal Stürmer gespielt, so ganz fremd sind ihm die Abläufe im Zentrum also nicht. „Und ich habe am Sonntag gegen Freiburg gemerkt: Die Automatismen kommen langsam zurück“, sagt Matmour. Natürlich fühlt er sich mit Mittelfeld wohler, doch da ist die Konkurrenz größer. Matmour spielt da, wo er gebraucht wird, „der Trainer hält die Karten in der Hand.“ Ihm bleibe, „mich anzubieten im Training und zu versuchen, der Mannschaft zu helfen.“ Das ist im Augenblick als Joker. Zufrieden? „Ich bin zufrieden, dass die Mannschaft gewinnt, es läuft momentan richtig gut.“

Matmour und Anderson als Rückkehrer

Auf die Rückkehr an den Bökelberg freut sich Matmour auf alle Fälle, auch Bamba Anderson, sollte er rechtzeitig gesund werden, ist heiß auf die Partie. Der Brasilianer hat ja wegen ungeklärter Besitzverhältnisse zu Beginn der Saison sogar noch ein paar Tage mit der Borussia trainiert. „Ich kehre mit einem guten Gefühl zurück“, sagt Matmour, der 77 Spiele für Gladbach absolviert und vier Tore geschossen hat. Die meisten Spieler kennt er noch, von 2008 bis 2011 hat er ja noch am Bökelberg gespielt. „Der Fußball ist ein kleiner Kosmos“, sagt er. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Klubs, am 30. Januar 2011, spielte Matmour noch auf der Gladbacher Seite. Er bereitete das 1:0 durch Igor de Camargo vor, kurz vor Schluss ? als Einwechselspieler.

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