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Jetro Willems sieht mal wieder Rot.

Jetro Willems

Jetro Willems als Sicherheitsrisiko

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Eintracht-Verteidiger Jetro Willems hat die nächste Sperre vor sich.

In den kommenden Tagen wird es mal wieder ein nicht ganz so flockiges Gespräch zwischen dem Frankfurter Trainer Adi Hütter und seinem Verteidiger Jetro Willems geben. Die Unterredung dürfte nicht ganz so harsch werden wie jene vor drei Wochen, als der Niederländer ordentlich den Kopf gewaschen bekam. Damals war er nach einer dämlichen Unbeherrschtheit im Spiel gegen Werder Bremen vom Platz geflogen und für drei Spiele gesperrt worden. Diese Sanktion hat jetzt das DFB-Berufungsgericht auf zwei Spiele reduziert. Es läge nur eine Tätlichkeit im minder schweren Fall vor, Bundesgerichts-Vorsitzender Achim Späth sagte: „Willems‘ Gegenspieler Gebre Selassie hat ausgesagt, dass er die Schmerzwirkung auf einer Skala von eins bis zehn nur als eins empfunden hat.“

Am Donnerstag in Marseille ist er erneut hinausgestellt worden, der 24-Jährige, dieses Mal mit Gelb-Rot, dieses Mal eher weniger spektakulär, halt mit einer Ampelkarte nach zwei Foulspielen. Kann mal passieren. 

Und doch: Zweimal binnen kürzester Zeit hat Jetro Willems seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen und sie das Spiel mit zehn Mann beenden lassen, einmal, gegen Bremen, gab es die späte Quittung, 1:2. Nun, in Marseille, gab es das späte Glück, 2:1. Alles gut also? Mitnichten. Willems wird so langsam zum Sicherheitsrisiko. 

Er wird in der Europa League für das nächste Spiel gegen Lazio Rom ausgeschlossen sein. Und er wird aufpassen müssen; er sollte etwas mehr Cleverness und Kopflastigkeit in sein Spiel bringen. Die Gelb-Rote Karte am Donnerstag war sicher unglücklich und auch nicht so, dass sie jeder Schiedsrichter gibt, und trotzdem sollte man mit etwas kühlerem Kopf und mehr Verstand zu Werke gehen und auch die Folgen seines Tuns bedenken, gerade dann, wenn man vorbelastet ist.

Ironie der Kollegen

Es steht einiges auf dem Spiel, national und international. Auch die Mitspieler sind leicht genervt. „Wir haben ja langsam Erfahrung darin“, sagte Danny da Costa. Auch Sébastien Haller befand süß-sauer: „Man gewöhnt sich daran.“ Um dann ernsthaft abzuschließen: Man dürfe nicht davon ausgehen, dass es wie in Marseille immer ein gutes Ende nehme. „Mit zehn gegen elf – das ist viel Arbeit.“ 

Trainer Adi Hütter stellte sich schützend vor seinen Verteidiger, und seine Argumentation ist auch nicht verkehrt. Gegenspieler Dimitri Payet habe das sehr geschickt und clever gemacht – mit anderen Worten: Das Foulspiel mit einer Rolle spektakulärer aussehen lassen, als es war, und somit die Hinausstellung provoziert. „Für mich war das nicht Gelb-Rot“, sagte Hütter, wollte aber die beiden Fälle nicht miteinander vergleichen. „Das eine war eine Dummheit, das andere kann passieren. Man kann nach zwei Fouls vom Platz fliegen.“ Er werde Willems „die Hand reichen“ und ihn keinesfalls „ins Abseits stellen“. Er sei „kein aggressiver Spieler“.

Blöd nur und irgendwie auch kein Zufall, wenn es denselben Kicker zum zweiten Mal getroffen hat – binnen 20 Tagen. Das sollte einem sehr wohl zu denken geben. 

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