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Bestens im Saft: Makoto Hasebe.

Eintracht Frankfurt

Japanische Angriffslust

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Die Frankfurter Makoto Hasebe und Takashi Inui sprühen nach dem Aus im Asien-Cup nur so vor Tatendrang. Es ist möglich, dass beide Spieler gegen Freiburg schon auf dem Platz stehen.

Ein bisschen sieht er aus wie ein Lausebengel, wie er da sitzt in der Loge im Frankfurter Stadion. Jeans, Sweatshirt, verlegen. Er wirkt sogar noch kleiner als im Trikot. Sofort kommt einem wieder das Bonmot des alten Trainers Armin Veh in den Sinn, „zartes Geschöpf“ hat er den Japaner einst genannt. Wie recht er doch hatte. Und dann geht die Kamera an, jetzt soll er auch noch was auf Deutsch sagen. Macht er natürlich nicht. Takashi Inui lässt Makoto Hasebe übersetzen, er sei „noch ein bisschen müde, Jetlag und so“.

„Sehr guter Eindruck“

Sie sind wieder da, die beiden Japaner in Diensten von Eintracht Frankfurt, nach zwölfstündigem Flug aus Tokio. Sie sind früher da als gedacht, und das ist gut für den hessischen Bundesligisten, der die beiden sehnlichst zurückerwartet hat. Beide können am Samstag zum Auftakt der Rückrunde gegen den SC Freiburg spielen, „wir sind bereit“, sagt Hasebe, der Ältere.

Zuvor, noch auf dem Trainingsplatz, hatte sich Trainer Thomas Schaaf fast schon euphorisch über den körperlichen Zustand der beiden Japaner geäußert. „Sie machen einen sehr guten Eindruck und sind in guter Verfassung. Man sieht, dass sie Spaß haben, wieder dabei zu sein.“ Und wie man das sah: Beim Trainingsspiel über den ganzen Platz sprühte vor allem Takashi Inui nur so vor Tatendrang: Dazu war er präsent, aggressiv, dynamisch, forderte die Bälle, war sofort wieder ins Mannschaftsgefüge integriert. Sowohl Inui als auch Hasebe spielten gleich in der vermeintlichen A-Mannschaft (in der auch Carlos Zambrano stand). Inuis Auftritt stand im krassen Gegensatz zur eher blutleeren Vorstellung seines Konkurrenten auf dem Flügel, Lucas Piazon, dem in diesem Spielchen praktisch nichts gelungen war. Es würde nicht verwundern, wenn der flinke Japaner auch im Breisgau den Vorzug erhielte.

Dass Makoto Hasebe, der im Trainingsspiel prompt ein Tor erzielte, auch am Samstag die Fäden im defensiven Mittelfeld in der Hand halten wird, dürfte unstrittig sein. Er ist der Organisator, der Stratege und der Mann, der die vielen offenen Räume im Frankfurter Mittelfeld zulaufen muss. Von ihm erhofft sich Schaaf endlich jene Stabilität, die die Eintracht zuletzt vermissen ließ. Die Vorbereitungsspiele lassen zumindest nicht den Schluss zu, dass sich die Eintracht in der Rückwärtsbewegung verbessert hätte, auch da kassierte sie acht Gegentore in vier Spielen.

Auf Makoto Hasebe setzen sie jetzt in Frankfurt ihre Hoffnungen. Der seit kurzem 31-Jährige, hat offenbar auch das überraschende Aus der japanischen Nationalelf beim Asien-Cup halbwegs verkraftet. „Das war natürlich schade. Ich bin sehr traurig“, sagte er. Im Viertelfinale schied Japan als haushoher Favorit gegen den Außenseiter Vereinigte Arabische Emirate nach Elfmeterschießen aus. Es sei ein komisches Spiel gewesen, „wir hatten 35:3 Torschüsse“, sagte Hasebe, nach 120 Minuten stand es dennoch 1:1. Das Elfmeterschießen verlor Japan, Hasebe verwandelte als Kapitän immerhin den ersten. Beide Frankfurter spielten im Viertelfinale.

Die Enttäuschung von Australien hat allerdings bei beiden die Angriffslust geweckt. „Wir wollen in die Europa League“, gab Inui als Ziel aus. „Wir Japaner setzen uns immer maximale Ziele“, ergänzte Hasebe, der natürlich auch ganz genau weiß, dass der Abstand nach unten ebenfalls nicht besonders groß ist.

Vor Weihnachten stattete Hasebe, der Unicef-Botschafter ist, übrigens noch der indonesischen Insel Sumatra einen Besuch ab. Anlässlich des zehnten Jahrestages der Tsunami-Katastrophe war er als Schirmherr der Aktion „First Touch“ in Banda Aceh. Zuvor hatte er den Erlös seines Buches „Die Ordnung der Seele – 56 Gewohnheiten, um den Sieg zu erringen“ den Opfern der Fukushima-Reaktorkatastrophe gespendet. Rund 1,8 Millionen Euro sind schon zusammengekommen. Das Buch ist in Japan ein Besteller.

Takashi Inui, der Lausbub, hat es noch nicht gelesen.

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