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Eintracht Frankfurt: Reifeprüfung für Kristijan Jakic gegen die Raser

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Von: Daniel Schmitt

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Hat seinen Stammplatz hinten rechts sicher: Kristijan Jakic. Foto: Imago Images
Hat seinen Stammplatz hinten rechts sicher: Kristijan Jakic. Foto: Imago Images © IMAGO/Jan Huebner

Eintracht Frankfurt verzichtet auf einen weiteren Neuzugang, weil Trainer Oliver Glasner Kristijan Jakic auf ungewohnter Position vertraut.

Frankfurt am Main – Jetzt, da sich das Fenster endlich geschlossen hat, dürfte Kristijan Jakic ziemlich zufrieden sein. Ihm, dem zum Rechtsverteidiger umfunktionierten Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt, ist auf den letzten Drücker der Wechselphase, auch Transferfenster genannt, keine neue Konkurrenz mehr erwachsen. Der Frankfurter Sportvorstand Markus Krösche versuchte zwar bis zuletzt, noch einen tauglichen Mann für die rechte Abwehrseite zu finden, aus seiner Sicht aber war keiner mehr auf dem Markt, der dem Team wirklich weitergeholfen hätte und für relativ kleines Geld auszuleihen gewesen wäre. Heißt im Umkehrschluss: Jakic kann sich in den kommenden Wochen auf sehr viele Spiele in der Startelf einstellen.

Er mache seinen Job gut, gewöhne sich von Tag zu Tag besser an die ungewohnte Rolle, und er sei ja ohnehin ein richtig guter Junge, wird Eintracht-Trainer Oliver Glasner nicht müde zu betonen, zielen die Fragen der Medie auf Jakic ab. Und das machen sie häufig in den vergangenen Wochen. Seitdem die Eintracht im Heimspiel gegen den 1. FC Köln ihr System weg von einer Dreierabwehrreihe hin zu deren vier Verteidigern umgestaltete, ist die Besetzung des rechten Kettenglieds ein Dauerthema. Jakic, so schrieb auch die FR zuletzt nach dem Frankfurter 4:3-Erfolg in Bremen, habe noch so seine Schwierigkeiten, „er fremdelt“ auf ungewohntem Terrain.

Eintracht Frankfurt: Kristijan Jakic hat den Trainer überzeugt

Dennoch scheint die Nominierung des 25-Jährigen, der im Sommer für rund 3,5 Millionen Euro fest an die Hessen gebunden wurde (Vertrag bis 2026), die derzeit beste Option. Die fußballerisch talentierteren Mannschaftskollegen Ansgar Knauff und Faride Alidou agieren laut Trainer Glasner zu offensiv, sind ihm defensiv (noch) zu anfällig. Almamy Touré ist länger nioch verletzt, Timothy Chandler ist kein Mann mehr für die Dauerspielerei. Und Aurelio Buta, aus Antwerpen als potenzielle Stammkraft geholt, fehlt weiterhin verletzt, trainiert nicht mit dem Team. Dass er in diesem Kalenderjahr noch zu einer Alternative werden kann, ist unwahrscheinlich.

So wird Kristijan Jakic sehr sicher auch an diesem Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) im Bundesligaheimspiel gegen RB Leipzig beginnen dürfen - im Grunde hat er einen der sichersten Plätze in der Mannschaft überhaupt. Ob er das selbst in dieser Eindeutigkeit erwartet hatte noch vor einigen Wochen? Eher nicht.

Denn zu Saisonbeginn saß der Kroate – aufgewachsen in Imotski, fußballerisch ausgebildet in Zagreb – draußen. Im Supercup gegen Real Madrid durfte er als einer der wenigen Europapokalhelden gar nicht spielen, gegen Magdeburg, den FC Bayern München und Hertha BSC nur kurz. Nun ist Kristijan Jakic nicht der Typ, der sich darob hängen lassen würde, der schnell aufgibt. Im Gegenteil. „Nur wer arbeitet und alles gibt, wird am Ende dafür belohnt und wird Erfolg haben“, lautet Jakics Arbeitsauffassung. In den Trainingseinheiten fegte er weiterhin dazwischen, blieb beharrlich und imponierte damit seinem Trainer. Oliver Glasner, das merkte man in den Gesprächen mit dem Coach, fand es selbst ein bisschen schade, dass er Jakic anfangs auf die Ersatzbank setzen musste, passten andere Profis doch besser ins System.

Wieder eine feste Größe

In seiner Premierensaison bei der Eintracht brachte es der damals noch ausgeliehene Jakic auf 26 Bundesligaeinsätze, 21 davon in der Startformation. Auch in der Europa League kam er in zwölf von 13 Partien zum Einsatz. Er avancierte schnell zur festen Größe in Glasners Konstrukt, erst im Saisonendspurt lief ihm der dann topfitte Sebastian Rode mit konstanten wie starken Leistungen vermehrt den Rang ab. Dennoch schätzte der Trainer stets Jakics Qualitäten, ist er im zentralen Mittelfeld die defensivste aller Möglichkeiten, die Glasner für diese Position parat hat. Nun müsste der Kroate spielerisch noch ein bisschen zulegen. Klar scheint: Kristijan Jakic wird auch im zweiten Jahr im Hessischen wieder viele Spiele machen - ob nun rechts hinten oder im Zentrum vor der Abwehr. „Ich spiele dort, wo der Trainer mich aufstellt“, sagt der Profi profihaft. Wo auch sonst?

Gegen RB sollte sich der rechtsverteidigende Mittelfeldmann auf viele Laufduelle einstellen. Leipzig kommt mit den fußballspielenden Rasern David Raum, Timo Werner und Christopher Nkunku gerne über die linke Seite. „Da Tempovorteile zu finden“, so Glasner, „wird ziemlich schwierig.“ Kristijan Jakic also wird den Turbo einlegen müssen, um jenen der Leipziger zu stoppen. Seine bisher schwierigste Aufgabe auf neuer Position – so etwas wie eine Reifeprüfung. (Daniel Schmitt)

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