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Ist Rolf Heller ermordet worden?

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Von: Ingo Durstewitz

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Rolf Heller ist am 23. Oktober verstorben – wurde er Opfer einer Gewalttat?
Rolf Heller ist am 23. Oktober verstorben – wurde er Opfer einer Gewalttat? © imago/Picture Point

Der ehemalige Eintracht-Präsident Rolf Heller könnte Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein. Die Justiz ermittelt jedenfalls gegen zwei Verdächtige.

Ist der ehemalige Eintracht-Präsident Rolf Heller Opfer eines Gewaltverbrechens geworden? Nach Recherchen des Hessischen Rundfunks hat die Staatsanwaltschaft Erfurt die Ermittlungen wegen des Verdachts auf ein Tötungsdelikt, also Mord oder Totschlag, gegen zwei Beschuldigte eingeleitet. Ein Sprecher bestätigte am Samstag seit Ende Oktober laufende Untersuchungen. „Es gibt einen Anfangsverdacht und die Möglichkeit, dass eine Straftat begangen wurde.“ Heller war am 23. Oktober in seiner Wahlheimat Weimar im Alter von 78 Jahren gestorben, er litt unter Knochenkrebs. Der frühere Funktionär war mehr als 20 Jahre für die Eintracht tätig, bekleidete das Präsidentenamt des Bundesligisten von 1996 bis Anfang 2000.

Schon in den vergangenen Wochen waren Gerüchte im Umlauf, wonach bei dem Tod des beliebten Funktionärs etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Enge Angehörige des Ex-Präsidenten hatten sich eine Woche nach dessen Ableben mit diesem Verdacht an die Polizei gewandt, weshalb auch die geplante Feuerbestattung Ende Oktober kurzerhand gestoppt worden war. Bei der angeordneten Obduktion habe sich der Verdacht auf ein Fremdverschulden erhärtet und die Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Für Aufsehen und Irritationen hatte die Trauerrede des aktuellen Eintracht-Präsidenten Peter Fischer gesorgt, der am 3. Dezember auf der Gedenkfeier des Vereins am Riederwald zu Ehren Rolf Hellers die letzte Ehefrau als „ein Eigentor“ bezeichnete. Ferner wies Peter Fischer vor rund 150 Trauernden darauf hin, dass die Eintracht bei der Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof in Weimar am 22. November nicht erwünscht gewesen sei und die Söhne des Verstorbenen beleidigt worden seien.

Zu möglichen Tatverdächtigen machte die Erfurter Staatsanwaltschaft keine Angaben. „Es gibt keinen dringenden Tatverdacht. Deshalb ist auch niemand in Haft.“ Es handele sich zurzeit um einen Anfangsverdacht, die Justiz geht also zunächst allen möglichen Spuren nach und trägt alle Fakten zusammen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Darüber, ob es sich bei den Personen um die Witwe Hellers und deren Tochter handelt, wollte der Sprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Auskunft erteilen.

Der Rechtsanwalt der Witwe sagte dem HR, Hellers Ehefrau habe ihren Mann über alles geliebt und ihn nicht umgebracht. Er glaube „unter keinen Umständen“ daran. dur/dpa

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