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In letzter Zeit viel auf der Bank: Takashi Inui.

Takashi Inui

Inui nimmt neuen Anlauf

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Eintracht Frankfurt zieht die Option auf eine Weiterbeschäftigung des Japaners Takashi Inui, der zuletzt keine große Rolle mehr spielte

Es ist nicht so, dass man bei Takashi Inui genau weiß, was man bekommt. Der Flügelspieler der Frankfurter Eintracht hat enorme Schwankungen in seinem Spiel, mal klappen selbst die schwierigsten Dingen, manchmal die einfachsten nicht. Das ist das Los des Japaners, er ist schon eine kleine Wundertüte. Im Vergleich zu seinem Konkurrenten auf der Außenbahn, Lucas Piazon, allerdings die Ausgeburt an Konstanz und Stabilität – wobei das nicht so ganz stimmt: Piazon ist auf eine gewisse Art und Weise schon berechenbar: Seine Leistungen sind eigentlich konstant schlecht.  Einige Verantwortliche haben größte Mühe, ihren Unmut ob der pomadigen und jugendfußballmäßigen Vorstellungen des Brasilianers runterzuschlucken.  Die Leihgabe des FC Chelsea  muss im Sommer zurück an die Stamford Bridge, auch wenn nicht unbedingt damit zu rechnen ist, dass er besonders viele Spiele für den FC Chelsea in der Premier League machen wird. Aber das ist dann nicht mehr das Problem von Eintracht Frankfurt. 

Takashi Inui wird hingegen weiterhin für den mainischen Klub auflaufen, die Eintracht wird eine entsprechende Option zur Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr ziehen. Diese Klausel greift bis 30. April, also bis Donnerstag. Und es ist beschlossene Sache, dass die Hessen in eine weitere Saison mit dem Außenbahnspieler gehen, den Ex-Trainer Armin eh mal ganz putzig als „zartes Geschöpf“ beschrieb. Nicht ausgeschlossen ist zudem, dass die Frankfurter versuchen werden, Inui längerfristig zu binden. Doch da hat man jetzt keinen Zeitdruck mehr, man kann die Entwicklung des Asiaten in Ruhe abwarten und beobachten.

Formkurve zeigt nach unten

Zuletzt spielte der 26-Jährige keine große Rolle mehr,  in den zurückliegenden drei Begegnungen kam er noch auf eine Spielzeit von insgesamt 31 Minuten. Doch alles in allem spielt Inui keine schlechte Runde, er kommt auf 25 Einsätze, 19-mal stand er in der Startelf. In der Hinrunde spielt er fast immer – er war auch stets dabei und sogar ziemlich gut, als die Eintracht in den sechs Partien vor der Winterpause ihre mit Abstand beste Phase der ganzen Spielzeit hatte. Doch dann irgendwann zeigte die Formkurve nach unten – die des Spielers persönlich und die der ganzen Mannschaft. Der Abwärtstrend riss auch Takashi Inui mit und stürzte ihn in eine Schaffenskrise. In der Rückrunde spielte er weniger, und er hatte schwer kämpfen müssen, den Kopf oben zu behalten und nicht wieder in ein Loch zu fallen so wie in der vergangenen Saison unter Armin Veh, der ihn irgendwann aufs Abstellgleis geschoben hatte. Daran hatte der sensible Mann aus Fernost schwer zu knabbern.

Inui, der auf ein Tor und sechs Vorlagen kommt, hat die Gabe, einen tödlichen Pass zu spielen, er steht für das Überraschende, das Unberechenbare, das im Eintracht-Spiel so oft fehlt. Oftmals aber gehen seine Mitspieler gar nicht auf seine Ideen ein oder er verhaspelt sich mit seinen Dribblings. Das passiert oft genug, und dann zetern die Menschen auf der Tribüne schnell, und er wird verbal in die Kategorie Jugendfußballer abgeschoben. Mitunter ist seine Spielweise in der Tat etwas naiv und körperlos, aber das ist nun mal so bei Takashi Inui, der zu Beginn der Saison ja von Thomas Schaaf sogar als Spielmacher aufgeboten wurde. Doch dieses Experiment war zum Scheitern verurteilt. . Der Coach findet generell, dass „an Taka zu viel rumgenörgelt wird“.  Schaaf möchte Inui nicht verändern, ihm seine riskante Spielweise, seine Unbekümmertheit lassen. „Es wäre ein Fehler, ihn zu bremsen.“

Inui wird in sein viertes Jahr in Frankfurt gehen, den großen Durchbruch hat er nicht geschafft. Ab Sommer wird er einen neuen Anlauf nehmen.

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