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Bestens mit Frankfurts Ante Rebic befreundet: Ivan Perisic.

Inter Mailand

In anderen Sphären

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Inter Mailand ist klarer Favorit, wartet aber auch seit Jahren auf Titel.

Als das Los des FC Internazionale Milano aus dem Topf gezogen wurde, da hastete der bemitleidenswerte Kameramann mit seinem schweren Gerät auf den Schultern die vier, fünf Treppen des Uefa-Sitzungssaals in Nyon hinauf. Er suchte die italienische Delegation, fixierte sie, um auch ja die Reaktionen einzufangen. Jene, als dem Tabellendritten der Serie A die Frankfurter Eintracht als Gegner für das Achtelfinale der Europa League zugelost wurde. Was der Kameramann da im Bild einfing? Nun ja, genau ließ sich das nicht verifizieren.

Javier Zanetti, Ikone der Schwarz-Blauen, Rekordspieler und mittlerweile als Vizepräsident mit einem lebenslangen Vertrag ausgestattet, verzog keine Miene. Der Körper starr, der Kopf unbeweglich, nicht mal die Wimpern schnellten hinab. So sieht das aus, wenn sich ein Profi nichts anmerken lassen will. Freilich kann davon ausgegangen werden, dass Zanetti vielleicht ein wenig aufgeatmet hat, schließlich waren schwerere Schwergewichte als die Eintracht, eben Champions-League-Dauergäste im Lostopf. Später sagte Zanetti pflichtbewusst: „Die Eintracht ist ein starkes Team. Es wird nicht leicht, sie zu schlagen.“

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Inter Mailand, 1908 gegründet, 18-facher italienischer Meister, dreifacher Champions-League-Sieger, ist natürlich Favorit gegen die Hessen. Die Italiener bewegen sich in anderen Sphären – zumindest wirtschaftlich. Seit kurzem werden 99,6 Prozent der Vereinsanteile von chinesischen Investoren gehalten. Der Kader kommt auf einen Marktwert von 582 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der der Eintracht liegt bei 224 Millionen, trotz der enormen Wertsteigerungen einiger Profis. 

Inter versammelt 17 Nationalspieler in seinen Reihen, darunter die kroatischen Vizeweltmeister Ivan Perisic (einst Wolfsburg und Dortmund) und Marcelo Brozovic. Oder auch den argentinischen Topstürmer Mauro Icardi – Marktwert: 100 Millionen –, um den es seit geraumer Zeit große Aufregung gibt. Icardi wollte zu Real Madrid, das klappte nicht, er bekam stattdessen die Kapitänsbinde abgenommen und saß zuletzt nur auf der Tribüne.

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So sehr die Mailänder auch mit Geld wuchern können, so dürftig war in den vergangenen Jahren der Ertrag. Die letzte Meisterschaft liegt neun Jahre zurück, unter Trainer Jose Mourinho holten die Italiener 2010 das Triple aus Liga-, Pokal- und Champions-League-Titel. Anschließend reichte es oft jedoch nicht mal für die Qualifikation zur Königsklasse. 

Erst unter Trainer Luciano Spaletti, ein Hitzkopf ohne Haare auf dem Haupt, ging es in den vergangenen beiden Jahren bergauf. In dieser Saison reichte es jedoch einer starken Gruppe hinter dem FC Barcelona und Tottenham Hotspur nur für den Abstieg in die Europa League. Dort setzte sich Inter mit 1:0 und 4:0 klar gegen Rapid Wien durch.

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