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Unbändige Freude im Frankfurter Lager nach dem 2:0 durch Filip Kostic (verdeckt).
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Unbändige Freude im Frankfurter Lager nach dem 2:0 durch Filip Kostic (verdeckt).

SGE

2:0 gegen den SC Freiburg: Eintracht Frankfurt erkämpft den Sieg

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Mit einer ansprechenden spielerischen, vor allem aber kämpferisch herausragenden Leistung holt Eintracht Frankfurt drei enorm wichtige Zähler fürs Punktekonto.

Freiburg - Gerade war eine knappe Stunde gespielt, da ballte Tuta vor Freude beide Fäuste, schrie Kevin Trapp seine Erleichterung lauthals heraus, fiel allen ein Stein vom Herzen. Dabei war gar kein Tor gefallen, nicht das 3:0, wie man womöglich hätte vermuten können. Im Gegenteil: Tuta, der Brasilianer und nicht immer auf Höhe des Geschehens, hatte einen fulminanten Schuss von Vincenzo Grifo im letzten Moment von der Linie geschlagen, Kevin Trapp, der Torwart, war schon bezwungen, es wäre das 1:2 gewesen, der Anschlusstreffer, und wer weiß, wie die Partie geendet hätte, wäre die Kugel ins Netz gerauscht - zumindest hätte den Frankfurtern eine heiße halbe Stunde gedroht.

„Dann hätte die Hütte gebrannt“, wusste Freiburgs Kapitän Christian Günter. So blieb das neue Stadion heil, auch weil der SC, wie Grifo nicht ganz zu Unrecht urteilte, „noch eine halbe Stunde“ hätte anrennen können und „wir hätten nicht getroffen“. Folglich kam Eintracht Frankfurt zu einem erstaunlichen 2:0 (2:0)-Erfolg im Breisgau, dem zweiten Sieg in der Bundesliga in Folge, dem dritten sogar, wenn man die Europa League mitzählt. Die Hessen haben sich mit diesem nicht direkt erwarteten Dreier in der Fremde fürs Erste ein wenig Speck angefuttert, Platz elf und 15 Punkte sind angesichts der bislang holprig verlaufenen Runde recht passabel.

Insofern war der Sieg, wie alle Frankfurter Betroffenen unisono betonten, enorm wichtig. „Wir haben ja alle gesehen, wie die Konkurrenz gespielt hat“, sagte Sebastian Rode, der eine gute Viertelstunde schmerzfrei mittun konnte. Mit Konkurrenz meinte er, und das sagt alles über die missliche Frankfurter Lage: Augsburg und Bielefeld, Kandidaten aus dem tiefen Keller. „So ein Sieg“, sagte Rode, „gibt uns Rückenwind.“

Eintracht Frankfurt gegen SC Freiburg: Kein berauschender Sieg

Es war jetzt kein berauschender, spektakulärer Sieg im Breisgau, aber einer, der zeigte: So kann man in der Bundesliga Spiele gewinnen, so kann man in der Bundesliga eine ordentliche Rolle spielen. Tatsächlich schwangen sich die Hessen zu ihrer bisher besten Leistung in der Liga auf, die Vorstellung im neuen Europapark in Freiburgs Norden war aller Ehren wert. Trainer Oliver Glasner, der kurzfristig auf Martin Hinteregger verzichten musste, der wegen eines Schlags aufs Sprunggelenk für die Europa-League-Partie am kommenden Donnerstag geschont wurde, sprach hinterher von einer „hervorragenden Leistung in der ersten Halbzeit“.

Da stimmte endlich auch das fußballerische Element. Jesper Lindström (34.) mit seinem allerersten Bundesligator und Filip Kostic (43.), der eine Freistoßflanke direkt ins Tor zirkelte, hatten vorgelegt. Und in diesen ersten 45 Minuten vermochte die Eintracht endlich auch spielerisch in Maßen zu überzeugen, etwas, „was uns zuletzt schwer gefallen ist“, wie Rode einräumte. Im ersten Abschnitt, hob Trainer Glasner den Daumen, habe man „viele Sachen sehr gut gemacht“, man war „sehr ballsicher“, habe „den Ball lange gehalten“, habe sich „gut bewegt“ - alles Dinge, an denen es zuletzt arg hakte.

Eintracht Frankfurt zeigt Einsatzwillen und Kampfgeist

Im zweiten Abschnitt waren andere Tugenden gefragt, vor allem unbändiger Einsatzwillen und Kampfgeist. „Wir haben das als Mannschaft sehr gut verteidigt“, lobte Ballfänger Trapp seine Vorderleute, erst zum zweiten Mal schaffte die Frankfurter Hintermannschaft - nach dem torlosen Remis gegen Augsburg - ein zu Null. Trapp war aber so ehrlich einzuräumen, später „viel Glück“ gehabt zu haben. Und es war ja nicht nur Tuta, der auf der Linie rettete, nach 51 Minuten köpfte Nicolas Höfler an den Pfosten.

Freiburg war jetzt „drückend überlegen“ (Glasner), hatte mehr vom Spiel und 62 Prozent Ballbesitz. Die Eintracht hatte schon ein paar brenzlige Situationen zu überstehen, selbst wenn beim SC, der erstmals ein Heimspiel in dieser Saison verloren hatte, mit zunehmender Spieldauer zwar wütender attackierte, aber nicht sonderlich zwingend agierte. Kein Frage: Die Eintracht hatte dieses Mal auch das nötige Spielglück, die Tore fielen genau zum richtigen Zeitpunkt.

Eintracht Frankfurt: Trainer Oliver Glasner war „begeistert“

Danach konnten sie etwas verteidigen. Und das musste sie auch tun, bedingungslos, niemals nachlassend. Glasner war „begeistert“ darüber, „wie die Jungs das eigene Tor verteidigt haben, sie haben sich in alles reingeworfen.“ Der Fußballlehrer sprach zudem von einem „tollen Auftritt“ und „einem sehr guten Auswärtsspiel“ und fand nichts zu bemängeln. „Es war ein absoluter Teamerfolg.“

Eintracht Frankfurt kann aus diesem Spiel einigen Honig saugen, denn spielerisch war das eine deutliche Steigerung. Das lag sicherlich auch daran, dass Makoto Hasebe den Spielaufbau von hinten organisierte, ohnehin hält Glasner größte Stücke auf den Japaner, ein „phantastischer Spieler“. Tatsächlich vermochten die Frankfurter, häufiger in der ersten Halbzeit, fußballerische Akzente zu setzen, der Ball wurde nicht mehr so schnell verloren, es wurde kombiniert, und hätten Lindström, Rafael Borré oder Daichi Kamada mehr Ruhe und Übersicht am Ball bewiesen, das eine oder andere Tor mehr hätte durchaus noch fallen können. Vermutlich wäre das aber des Guten zu viel gewesen.

Oliver Glasner von Eintracht Frankfurt lobt Vincenzo Grifo

„Wir müssen bescheiden bleiben, viele Sachen waren sehr gut, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte der Österreicher, der es darüber hinaus als „phantastisch“ empfand, wie sich Vincenzo Grifo in einer kniffligen Aktion verhalten hatte. Da nämlich, nach 55 Minuten, ging der Freiburger ohne Körperkontakt von Timothy Chandler im Strafraum zu Boden. Es war eine Schwalbe wie aus dem Lehrbuch, der gute Schiedsrichter Florian Badstübner fiel nicht darauf herein, auch weil Grifo sogleich klar machte, nicht gefoult worden zu sein. Grifo, sagte Glasner, habe „gezeigt, wofür er und der SC Freiburg stehen: für ehrlichen Fußball, Fairplay und Sportsgeist.“ Vor allem hat er mit diesem Eingeständnis verhindert, eine Gelbe Karte zu bekommen. (Thomas Kilchenstein/Daniel Schmitt)

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