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Eintracht-Kolumne Stillleben: Im Urlaub unbesiegbar

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Von: Thomas Stillbauer

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Eintracht jubelt immer dann, wenn das Stillleben in den Ferien weilt. Foto: AFP
Eintracht jubelt immer dann, wenn das Stillleben in den Ferien weilt. Foto: AFP © afp

Warum es für Eintracht Frankfurt viel, viel besser wäre, manche Berichterstatter dauerhaft in die Ferien zu schicken.

Frankfurt - Im Fußballsport kommt es entscheidend darauf an, alle Akteurinnen und Akteure auf den richtigen Positionen einzusetzen. So wäre es zwar sicher interessant, Kevin Trapp, den Torwart von Eintracht Frankfurt, mal während eines Champions-League-Spiels als Stadionsprecher zu erleben und, sagen wir, Axel Hellmann vom Vorstand der Eintracht als Linksaußen. Aber mehr Erfolg verspricht es, die Leute mit den Dingen zu beschäftigen, die sie offenbar am besten können. Den Kevin, den Axel – und mich.

Es ist nämlich bekanntermaßen so, dass ich großen Einfluss auf die Resultate ausübe, die unsere Adlerträger erzielen. Das habe ich vor Jahren bereits Heribert Bruchhagen mitgeteilt, damals Chef des Eintracht-Vorstands. Sehr geehrter Herr Bruchhagen, schrieb ich in einem Gastbeitrag für den (übrigens hochgeschätzten) Blog-G in diesem Internet (das gab es schon, wirklich, aber damals noch aus Zement, glaube ich) – werter Herr Bruchhagen, geben Sie mir bitte einen Job als Profi-Urlauber in Diensten von Eintracht Frankfurt. Sinngemäß.

Eintracht Frankfurt brillierte im Urlaub

Profi-Urlauber? Aber natürlich. Denn schon vor zehn, zwanzig, fünfundzwanzig Jahren war es so, dass Eintracht Frankfurt stets dann brillierte, wenn meine unbedeutende Wenigkeit in den wohlverdienten Ferien weilte. Spanien, Italien, Hauptsache Urlaub.

Ich erinnere mich an einen Nachmittag in der Südsteiermark, an dem ich mich unter Vorspiegelung falscher Bauchschmerzen von den Freunden weg ins Hotelzimmer schlich, um dem Spiel in Cottbus zumindest mental beizuwohnen – 3:2 gewonnen. Nach 0:2-Rückstand.

Solche Ereignisse ziehen sich wie ein schwarz-weißer Faden durch meine Karriere. Und wenn wir gerade bei den überaus erfreulichen 3:2-Ergebnissen sind: Das Spiel in Barcelona, Sie wissen schon, Kostic, Borré, Kostic – na, wann war das? In den Osterferien. Und wo war ich? An der Ostsee. Na also.

Eintracht Frankfurt: Dauerurlaub als Lösung

Gerade bin ich übrigens von einer herrlichen Herbstferienwoche an der Mosel heimgekehrt. Ich sage nur: sechs Punkte, 5:2 Tore aus den Partien in Mönchengladbach und gegen Olympique Marseille. Leider endet so ein Urlaub ja meist samstags. Nach der Heimkehr wollte es das Schicksal (und der Video-Schiedsrichterassistent leistete seinen Nicht-Beitrag), dass das Team unverdient gegen Dortmund den Kürzeren zog. Es liegt klar auf der Hand, wie sich solcherlei künftig vermeiden ließe. Als Dauerurlauber könnte ich eine Erfolgsserie auslösen, wie sie die Fußballwelt noch nicht gesehen hat. Und natürlich weiterhin gern die eine oder andere Zeile darüber schreiben, da wäre ich großzügig.

Wir können den Vertrag übrigens sehr kurzfristig machen, sagen wir: an diesem Dienstag, vor dem Spiel. Ich möchte nur an den vorigen Auftritt der Eintracht in Lissabon erinnern: vierzwo verloren. Und wer hatte damals keinen Urlaub? Eben.

Abgesehen davon soll eine weitere kleine Tradition selbstverständlich nach dem Erfolg gegen Marseille beibehalten werden: der von der Partnerkolumne entliehene Unhaltbar-Ergebnistipp. Sporting: nuuuuull – Eintracht: zwei. Danke. Bitte.

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