Gab schon bessere Tage: Stefan Ilsanker (hinten) mit einem schwachen Auftritt gegen Werder.
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Gab schon bessere Tage: Stefan Ilsanker (hinten) mit einem schwachen Auftritt gegen Werder.

Klassenbuch

Silva als Lichtblick bei der Eintracht - Fünf Spieler schwächeln gegen Werder

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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André Silva als Lichtblick, während gleich fünf Spieler schwächeln. Die Spieler von Eintracht Frankfurt nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Bremen in der Einzelkritik.

Gut dabei

Kein Eintrag

Ganz okay

Aymen Barkok: War der Mann, der nach seiner Einwechslung Schwung und eine andere Note ins zuvor fürchterlich gleichförmige Spiel brachte, mit Dampf in den Füßen. Frech und unbekümmert am rechten Flügel. Kein Wunder, dass er den Ballgewinn vor dem Ausgleichstreffer erzwungen hat. Am Ende nicht mehr ganz so stark wie zu Beginn seiner Einsatzzeit. Dennoch mal ein Kandidat für die Anfangself.

André Silva: Anfangs wirkungslos, steigerte sich, dribbelte, hielt die Bälle, verteilte sie. Und immer da, wenn es gefährlich wurde: Beim aberkannten 1:0 beteiligt (34.), mit zwei guten Gelegenheiten, einmal hielt Keeper Pavlenka (49.), einmal schoss er freistehend vorbei (61.). Den Ausgleich machte er dennoch (65.) – wer sonst?

Amin Younes: Auch er brachte noch mal frischen Wind, wuselig, umtriebig auf der linken Seite. Aber ohne die große Durchlagskraft.

Sebastian Rode: Er versucht es, voller Elan und Power, mal hier, mal da, immer volle Pulle, aber nicht immer zielgerichtet. Hat es schwer gegen so viele Abwehrbeine, denn ein Spielmacher ist er nun mal nicht.

Makoto Hasebe: Mit einem Aussetzer, da hätte es fast geklingelt, doch seinen Fauxpas konnte er gegen den zögerlichen Chong direkt wieder ausbügeln (56.). Ansonsten um Struktur und Linie bemüht, sehr souverän da hinten. Die zündenden Ideen hatte er im Spielaufbau nicht, aber das liegt auch an den Mitspielern.

Kevin Trapp: Wie soll man ihn bewerten? Hielt das, was er halten konnte, das war nicht schwer. Bei Sargents Führungstreffer chancenlos (51.). Pushte sein Team, feuerte es an, und nahm sich auch mal einen Mitstreiter zur Brust, lautstarker Rüffel für Dominik Kohr, der sich einmal versteckte und genau so lief, dass er den Ball garantiert nicht bekommen konnte (58.). Fand er nicht so lustig, der Kevin.

Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik: Dost enttäuscht gegen Werder Bremen

So lala

David Abraham: Gegen Ende sogar mal mit einem Torschuss, aber eher halbherzig mit der Innenseite. In seinem Kerngebiet auf der Höhe, außer beim 0:1, bei dem er hinterher lief. Im Spiel nach vorne mit Fünfmeterpässen, nicht selten einfach die Linie entlang. Sinnfrei ist das.

Daichi Kamada: Bereitete den Ausgleich vor, und hätte auch das 1:0 erzielt – wenn es denn gegolten hätte. Hat es aber nicht. Mit einer Menge Leerlauf, mental nicht wach und frisch genug. Nicht in seiner besten Phase.

Martin Hinteregger: Nicht immer Herr der Lage, seltsame Fehlpässe wechselten sich mit brauchbaren Zuspielen ab. Insgesamt aber scheint es, als sei Hinti momentan irgendwie nicht so richtig „on fire“, alles in allem nicht so bissig und griffig wie sonst.

Schwächelnd

Bas Dost: Ein Schuss an den Außenpfosten, ein lascher Kopfball (in Rücklage), einmal kam er eine halbe Sekunde zu spät. Sehr viel mehr gibt es nicht zu berichten vom Sturmtank. Versuchte, sich zwischen den Linien zu bewegen, ließ sich fallen, aber das ist nicht sein Spiel. Ohne Wirkung und wirkliche Gefahr. Mit dem Ballverlust vor dem 0:1, da hätte es aber auch Freistoß geben können.

Steven Zuber: Oft am Ball, willig und präsent, aber halt ohne Zielstrebigkeit. Meistens kippt er ab und spielt zurück oder quer, kaum ein Dribbling oder ein Antritt, aber genau das braucht ein Linksaußen. Von einem Filip Kostic meilenweit entfernt. Mit einem guten Zuspiel, das im 1:0 mündete – wurde halt annulliert. Dumm gelaufen.

Dominik Kohr: Die Angst, Fehler zu machen, spielte mit, und das ist eigentlich nie gut. Wirkte nach Wochen der Nichtberücksichtigung verunsichert, schob den Ball (oder die Verantwortung) nach seiner Einwechslung weiter. Das muss er abstellen, wenn er wieder eine ernsthafte Alternative werden will.

Almamy Touré: Mal überspitzt formuliert: Mehr Abseitsstellungen als Ballkontakte. Ganz trübe Vorstellung. Vorne nicht existent, hinten oft nicht auf der Höhe. Immerhin eine gute Flanke auf Silva, ein Tor wurde es nicht (49.). Zu Recht ausgetauscht.

Stefan Ilsanker: Denkbar schwacher Auftritt. Nichts, aber auch gar nichts wollte gelingen. Führte sich mit zwei leichtfertigen Ballverlusten ein, daraus resultierte ein Foulspiel und eine Gelbe Karte (4.). Wurde nicht besser, fußballerisch arg dünn. Konnte froh sein, nicht vom Platz geflogen zu sein. Nach 45 Minuten war Schluss. Überfällig. dur/dani

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