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Nachdenklich, aber weiter zuversichtlich: Adi Hütter.

Eintracht-Trainer Adi Hütter

"Ich vertraue der Mannschaft"

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Eintracht-Trainer Adi Hütter sieht nach dem Ausscheiden seiner Mannschaft aus dem DFB-Pokal sogar viele gute Ansätze.

Am Morgen nach der Blamage in Ulm stellte sich Adi Hütter den Fragen der Presse. Der Eintracht-Trainer, 48, wirkte trotz des Ausscheidens im DFB-Pokal ruhig und gelassen. „Ich bleibe positiv“, sagte der Österreicher und sprach zudem über...

...den Fehlstart mit zwei Niederlagen in zwei Pflichtspielen: Wir haben eine Nacht darüber geschlafen, aber die Enttäuschung ist noch vorhanden. Ich werde mit der Mannschaft über das Spiel diskutieren, aber die Augen sind nach vorne aufs erste Meisterschaftsspiel in Freiburg gerichtet. Ich habe mir das anders vorgestellt, die Niederlagen tun mir auch persönlich weh. Wir müssen jetzt schauen, so schnell wie möglich in die Spur zu finden. 

...die Entwicklungsfähigkeit der Mannschaft:   Wir haben einen Umbruch gehabt. Ich versuche, eine Mannschaft zu entwickeln und aufzubauen. Ich habe die Aufgabe und die Pflicht, das Team nach vorne zu bringen. Das ist mein einziger Fokus. Das geht aber nicht von heute auf morgen, auch wenn ich gehofft habe, dass es schneller geht. Die Jungen müssen von Tag zu Tag dazulernen. Das alles ist kein Prozess, der schnell geht. Das braucht seine Zeit. Nichtsdestotrotz sehe ich eine Mannschaft, die will, die hungrig ist. Ich kann keinem den Willen absprechen. Wir bringen es noch nicht so auf den Platz, wie wir uns das vorstellen. Es sind auch noch nicht alle so in Form, wie wir uns das vorstellen. Wir bekommen jetzt Gegenwind und müssen schauen, daraus Rückenwind zu machen. Klar ist: Ich vertraue der Mannschaft weiterhin. 

 ...die ausgelassenen Torchancen: Ich habe viele gute Momente gesehen. Wenn man aus den Möglichkeiten auch Tore macht, sieht so ein Spiel anders aus. Das ist uns nicht geglückt, uns hat vielleicht die letzte Entschlossenheit und Konsequenz gefehlt. Wir hatten klar die besseren Chancen. Ich habe viele gute Ansätze gesehen. Als wir Johnny de Guzman zu Lucas Torro zurückgezogen haben, hatten wir mehr Spielanteile, wir haben mit Spielverlagerungen gearbeitet. Das funktioniert gut. Wir hatten guten Tempo- und Rhythmuswechsel. Es waren positiven Sachen dabei. Was mir nicht gefallen hat, war, wie wir das Spiel von hinten aufgelöst haben. Der Spielaufbau von hinten fehlt, das müssen wir besser gestalten. Da können wir uns verbessern. Das Spiel selbst war aber nicht grottenschlecht.

...die Gegentore: Wir hatten extra vor den Standards gewarnt, wollten auch Freistöße rund um den Strafraum vermeiden. Und dann fällt trotzdem das erste Tor nach einem Freistoß, das ist ärgerlich. Das zweite Gegentor darf so auf diese Art gar nicht fallen, auf diesem Niveau kannst du so nicht stehen und dieses Laufduell verlieren. 

...seine Herangehensweise im Hinblick auf das Freiburg-Spiel: Wir haben zu viele Tore bekommen und zu wenige Tore geschossen. Wir müssen also in beide Richtungen denken und brauchen eine bessere Balance im Spiel. Zunächst muss die Null stehen und vorne müssen wir entschlossener und konsequenter sein. 

...die Frage des Systems: Ich mache mir ständig Gedanken, was auf den kommenden Gegner passen könnte. Wir haben uns in Ulm für zwei Spitzen entschieden, weil wir mit Luka Jovic einen Stürmer haben, der Tore machen kann und weil man gegen einen Viertligisten erwarten konnte, mehr Tormöglichkeiten zu bekommen. So kam es auch. Aber wir haben sie nicht genutzt. Deshalb mussten wir diese bittere Niederlage hinnehmen. Manchmal muss man halt einen auf den Kopf bekommen und einen Rückschlag hinnehmen, nur um dann zwei Schritte nach vorne zu kommen. 

Aufgezeichnet: Ingo Durstewitz

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