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Schaulaufen: Eintracht-Trainer Skibbe und der Neuling.
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Schaulaufen: Eintracht-Trainer Skibbe und der Neuling.

Ricardo Anthony Clark

"Ich bin kein Bad Boy"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Neuzugang Ricardo Anthony Clark kämpft bei seiner Vorstellung gegen das Image des Fußball-Rüpels. Von Ingo Durstewitz

Ricardo Anthony Clark öffnet zunächst einmal eine Wasserflasche, nimmt einen kleinen Schluck. Er blinzelt ins Blitzlicht, lächelt, später wird er das rote Trikot überstreifen und hinaus ins imposante Stadion treten, gefolgt von knapp zwei Dutzend Fotografen und Kameramännern. So in etwa hat er es sich vorgestellt in der schönen neuen Welt, fernab der Heimat. Willkommen in der Bundesliga. Später, als sich der größte Rummel ein bisschen gelegt hat, futtert der Neuzugang der Frankfurter Eintracht noch eilig eine Gulaschsuppe. "I love it", sagt er grinsend. Er meint aber gar nicht seine Suppe.

Der fast 27-Jährige scheint ernsthaft beeindruckt von seinem neuen Arbeitgeber, der den defensiven Mittelfeldspieler zunächst einmal bis Sommer unter Vertrag genommen hat. Sollte er sich bewähren, kann die Eintracht den Spieler bis 2013 an sich binden. "Diese Chance mussten wir ergreifen", sagt Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Das Risiko für die Hessen ist überschaubar, sollte Clark nicht zünden, "so what?", bekundet Bruchhagen. Was soll´s? Zumal die Gehaltsvorstellung von US-amerikanischen Fußballprofis "sehr moderat" seien, wie der Klubchef nebenbei anmerkt.

Der 25-fache Nationalspieler hat die Vorstellung in Frankfurt am Donnerstag vor allem dazu genutzt, ein bisschen Werbung in eigener Sache zu machen und sein Bild in der Öffentlichkeit geradezurücken. Denn sein Ruf ist nicht der beste, er gilt als Raubein und Fußball-Rüpel. Natürlich weiß er, dass sein übler Tritt gegen den am Boden liegenden Gegenspieler Carlos Ruiz mittels Youtube um die ganze Welt gegangen ist. Auch seine Reibereien mit anderen Kontrahenten sind überliefert. "Ich weiß, dass ich im schlechten Licht stehe", sagt er. "Aber ich bin kein Bad Boy, fragen Sie meine Frau", sagt er smart lächelnd. Durchaus charmant kommt er rüber. Er wisse, dass er damals einen Fehler gemacht habe, "ich hätte mich professioneller verhalten müssen". Und doch will er nicht unerwähnt lassen, dass Gegner Ruiz ein "unsauberer Spieler" sei, der ihn vorher mehrfach provoziert und auch mit dem Ellenbogen traktiert habe.

Bruchhagen hat sich die Szene ebenfalls angesehen, "das war ein heftiger Tritt", urteilt er. Und das Vergehen war auch Thema in den Vertragsgesprächen. Bruchhagen verdeutlichte dem Spieler, dass ihn die Eintracht finanziell sanktionieren wird, sollte es zu ähnlichen Verfehlungen kommen. "Er weiß, dass er sich so etwas hier nicht erlauben darf." Clarks Spiel lebt allerdings von einer gewissen Aggressivität, er lotet die Grenzen aus. Das räumt er selbst ein. Diese körperbetonte, kompromisslose Interpretation des Sports sei "Teil meiner Stärke", mehrfach betont er, er sei sehr ehrgeizig und erfolgsorientiert, er ordne alles dem Mannschaftsgedanken unter. "Ich versuche alles, damit das Team auf die Siegerstraße kommt."

Der in Atlanta, Georgia, geborene und zuletzt in Houston spielende Profi wechselt auch deshalb zur Eintracht, weil der US-amerikanische Nationaltrainer Bob Bradley seinen Spielern im Hinblick auf die WM im Juni ans Herz legte, "in einer der großen, europäischen Ligen anzuheuern", wie Bruchhagen erläutert. Clark, der seit November nicht mehr gegen den Ball getreten hat, muss sich dennoch sputen. Denn in den nächsten Wochen spielt er bei Trainer Michael Skibbe zunächst eine untergeordnete Rolle. Clark muss in die Spur kommen, er ist zu Zusatzschichten verdonnert worden, um seine körperlichen Defizite aufzuholen. Erst dann, sagt Skibbe, "wird er eine faire Chance bekommen."

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