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"Wir diskutieren auf Augenhöhe, das letzte Wort hat er." Co-Trainer Robert Kovac (links) und sein Chef, Bruder Niko.

Interview Robert Kovac

"Ich arbeite gerne im Hintergrund"

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    Ingo Durstewitz
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Der Frankfurter Co-Trainer Robert Kovac spricht über seine Rolle als Schattenmann, und wie schwer es ist, Krach mit seinem Bruder zu bekommen.

Zum Interview mit der FR erscheint Robert Kovac, 43, mit Brille. Seit zwei Monaten trägt der Co-Trainer von Eintracht Frankfurt die Lesehilfe, sie steht ihm, sie verleiht ihm einen gewissen intellektuellen Touch. Mehr als eine halbe Stunde nimmt sich der jüngere Bruder von Cheftrainer Niko Zeit für das Gespräch, und hinterher sagte er, er hoffe, „nicht allzu langweilig“ gewesen zu sein. Das war er definitiv nicht, selbst wenn er sich wie ein Aal gewunden hatte, ja nicht die Worte Europa League oder gar Champions League in den Mund zu nehmen.

Dabei kennt kaum einer das internationale Geschäft besser: Als Aktiver, der unter anderem bei Bayer Leverkusen, Bayern München, Juventus Turin oder Borussia Dortmund auf höchstem Niveau verteidigt hatte, spielte er mit der Creme de la Creme des Weltfußballs zusammen, gerade bei Juve (2005 bis 2007) gehörten fast ausschließlich nur die Besten zu seinen Spielpartnern, etwa Buffon, Thuram, del Piero, Cannavaro, Nedved, Vieira, Trézéguet oder auch Zlatan Ibrahimovic. Den Schweden mit bosnischen Wurzeln findet Kovac richtig gut: „Ibra ist ein lieber, netter Junge. Ich bin super mit ihm klar gekommen, ein Weltklassestürmer.“

Robert Kovac lebt, anders als Bruder Niko, mit Frau und den beiden Kindern in Frankfurt. „Wir fühlen uns richtig wohl“, sagt er, der vor einem Jahr mit der Hessischen Medaille für Zivilcourage ausgezeichnet wurde, weil er einen flüchtenden Räuber im Frankfurter-Westend gestellt hatte. Vor seiner Zeit in Frankfurt war er gemeinsam mit seinem Bruder erst für kroatische U21-, dann für die A-Nationalmannschaft verantwortlich.

Herr Kovac, was denken Sie, was in Hülle und Fülle erscheint, wenn man den Namen Robert Kovac googelt?
Co-Trainer bei Eintracht Frankfurt?

Nein, Robert Kovac, der den Räuber jagte und fing. Ist das nicht seltsam?
Na ja, es ist jetzt schon etwas länger her, darüber wird doch eigentlich nicht mehr so viel gesprochen. Ich bin einfach nur froh, dass es für mich und den älteren Herrn, der überfallen wurde, gut ausgegangen ist.

Sie waren ja bei der Verhandlung auch als Zeuge dabei, tut Ihnen am Ende womöglich sogar der Täter etwas leid, der heim nach Litauen zu seiner Familie wollte und sich in einer ziemlichen Notlage befunden haben soll?
Es war ja so, dass er am selben Tag aus dem Gefängnis entlassen wurde, als er den älteren Herrn überfallen hat. Aber natürlich muss man sich fragen: Wieso hat er das überhaupt gemacht? Er hatte ja kein Messer, sondern wohl nur einen Kamm. Ich glaube, er wollte auch niemandem wehtun. Er wollte heim, hatte kein Geld, vielleicht hat seine Familie wirklich nichts zu essen. Klar tut mir das auf eine gewisse Art und Weise auch leid, aber mir tut auch der ältere Herr leid, der überfallen wurde und ein gewisses Trauma hat. Man weiß nie genau, wieso jemand so etwas tut.

Würden Sie genau so wieder handeln?
Ich weiß es nicht, ich habe ja nicht überlegt. Mein Glück war, dass er keine wirkliche Waffe hatte und mich nicht verletzen konnte, sonst hätte es auch anders enden können.

Also haben Sie intuitiv entschieden, ihn zu verfolgen und Zivilcourage zu zeigen?
Ja, das war intuitiv, es gab nur den Bruchteil einer Sekunde, um zu entscheiden. Deshalb kann ich auch nicht behaupten, dass ich jedes Mal so reagieren würde. Ich habe in dieser Situation so gehandelt, vielleicht würde ich es das nächste Mal wieder so machen. Vielleicht auch nicht.

Hat Ihnen Ihre Frau Vorwürfe gemacht, dass Sie sich in Gefahr gebracht haben?
Sie war geschockt, weil ich mich aus der Polizeiwache gemeldet habe. Da fragte sie: „Wie, Polizei?“ Aber dann habe ich alles geklärt. Das war dann auch okay.

Ihre Familie ist Ihnen aus Kroatien nach Frankfurt gefolgt, war Ihnen das wichtig?
Sie sind seit eineinhalb Jahren hier, das ist mir sehr wichtig. Es ist für uns aber auch einfacher als für meinen Bruder, weil meine Kinder noch etwas jünger sind als die Tochter meines Bruders ist, weshalb das bei uns kein Problem war. Sie waren in Kroatien auch ein Jahr auf einer deutschen Schule.

Ihr Bruder Niko wohnt ja noch im Hotel. Wäre das was für Sie?
Mein Bruder hätte auch gerne seine eigenen vier Wände, aber ich denke, dass es für ihn einfacher ist, im Hotel zu sein, weil er alleine hier ist und seine Familie in Salzburg wohnt. Da muss er sich nicht um andere Sachen kümmern, kann sich voll und ganz auf Fußball konzentrieren. Wenn ich alleine hier wäre, würde ich auch im Hotel leben.

Wo wir schon mal bei Ihrem Bruder sind. Niko Kovac steht ja fast jeden Tag voll im Fokus und im Brennpunkt. Bei Ihnen geht das doch sehr viel ruhiger ab, Sie sind mehr so der Schattenmann. Ist das okay für Sie?
Ich fühle mich wohl in dieser Rolle, ich arbeite gerne im Hintergrund. Ich möchte mich auch gar nicht nach vorne schieben, es gefällt mir so wie es ist.

Trauen Sie sich den Cheftrainerposten nicht zu?
Das hat damit nichts zu tun. Ich bin nicht die Person, die gerne in der Öffentlichkeit steht und da alles erklären muss. Wie gesagt, mir macht das so in dieser Konstellation sehr viel Spaß. Das entspricht auch meinem Charakter und meinem Naturell.

Sie wirken ein bisschen lockerer, ungezwungener als Ihr Bruder. Ist das eine Rolle, Ihr Charakter oder ist das ein falscher Eindruck?
Nein, falsch ist es nicht. Ich bin einfach so. Ich bin anders als mein Bruder, Niko ist etwas ernster, ich war schon immer eher der lockere Typ. Ich denke, das passt auch so in die ganze Situation: Er ist der Cheftrainer, ich bin der Co-Trainer. Und der Co-Trainer ist ja immer auch das Bindeglied zwischen Mannschaft und Chefcoach. Ich versuche, mit einer gewissen Lockerheit mit den Spielern zu sprechen. Ich denke, ich kann ganz gut mit den Jungs umgehen.

Ist der Assistent also so eine Art Spielerversteher, bei dem sich die Fußballer auch mal „ausweinen“ können? Und das obwohl hier sogar ein Brüderpaar in dieser Konstellation arbeitet.
Wir haben hier mehrere Anlaufstellen, Armin Reutershahn (der andere Co-Trainer; Anm. d. Red.), Klaus Luisser (der Athletikcoach; Anm. d. Red.) oder meine Wenigkeit - die Spieler kommen schon auf uns zu. Einige Sachen geben wir an Niko weiter, andere Dinge auch mal nicht. Das kommt immer drauf an. Denn Sie müssen ja sehen, viele Spieler trauen sich nicht, zum Cheftrainer zu gehen. Wenn man jung ist, geht man halt eher zum Assistenten, zum Physio oder einem anderen Vertrauten. Und natürlich sollte man Vertrauen generell nicht enttäuschen.

Wie begegnet sich das Brüderpaar Kovac? Hat sich durch diese Rollenverteilung etwas verändert?
Nein, gar nichts. Es festigt unser Verhältnis eher. Wir sehen uns auf Augenhöhe, das letzte Wort hat er, aber das ist ja klar, er ist der Cheftrainer, so muss das auch sein. Aber wir diskutieren über alles, wir haben dieselben Ansichten über den Fußball, wir haben auf ähnlichem Niveau selbst Fußball gespielt, wir haben den gleichen Werdegang. Deshalb ergänzen wir uns sehr gut. Unser Verhältnis ist eigentlich noch besser geworden, was aber gewiss auch mit dem Alter zu tun hat.

Kracht es auch mal?
Krachen würde ich nicht sagen. Natürlich haben wir mal unterschiedliche Auffassungen, ich vertrete meine Meinung und er seine. Am Ende entscheidet er. Aber wir kommen durch viele Diskussionen am Ende oft zur gleichen Entscheidung.

Ist der Einfluss von Ihnen größer als der von Armin Reutershahn, einfach weil es da eine familiäre Bande gibt?
Nein, der Einfluss ist gleich. Wir diskutieren eigentlich immer in dieser Runde zu dritt, Armin hat ja auch eine Menge Erfahrung und Fachwissen, er ist seit mehr als 25 Jahren dabei.

Wie entscheidet so ein Trainerteam eigentlich? Wer geht da auf wen zu, wer bringt Ideen ein? Wie läuft das ab?
Jeder hat eine gewisse Vorstellung. Wir wissen, wie der kommende Gegner spielt und versuchen, die Schwächen des Gegners auszunutzen. Und so wirft jeder seine Ideen rein. Irgendwann kommt es dann zu einer Entscheidung.

Okay, mal konkret gefragt: Wie ist das mit den Innenverteidigern? Die rotieren von der Tribüne in die erste Elf und wieder zurück. Wie entscheidet man so was?
Nehmen wir als Beispiel einfach mal Marco Russ: Wenn er spielt, dann ist es vor allem seine Kopfballstärke, die wir nutzen wollen und die uns weiterhilft. In anderen Spielen brauchen wir vielleicht eher Carlos Salcedo oder Simon Falette. Natürlich ist es nicht leicht, dass einer auf die Tribüne muss. Aber wir haben vier gute Innenverteidiger, jeder ist wichtig für uns und bekommt seine Chance.
 
Wie sieht so eine Spielvorbereitung aus?
Unser Videoanalyst Marcel Daum bereitet für uns alles vor, Sebastian Zelichowski schaut sich die Gegner live an und schreibt seine Berichte. Und wir schauen uns die letzten beiden Spiele des Gegners an. Und das alles zusammen bringen wir in Einklang.

Es ist bekannt, dass das Trainerteam die Mannschaft penibel genau einstellt. Das sieht man auch daran, dass selbst Spieler, die in der 89. Minute eingewechselt werden, noch eine zwei,- dreiminütige Einweisung bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben. Worum geht es denn da?
Meistens geht es um allgemeine taktische Kniffs, vor allem aber um die Standards. Denn wenn ein Spieler rausgeht, muss der andere ja seinen Platz einnehmen und wissen, was er zu tun hat. Das ist wichtig.

Wenn man so ins Detail geht, ärgert man sich ja sicherlich doppelt und dreifach, wenn ein Einwurf wie in Dortmund von einem anderen Spieler, in dem Fall Kevin-Prince Boateng, ausgeführt wird, und dann auch noch viel zu schnell. Und zum schlechten Schluss daraus ein Gegentor resultiert.
So ist es, das ärgert einen. Der Prince hat ja gesagt, dass er auf drei Punkte gehen und das Spiel gewinnen wollte. Das kann ich nachvollziehen, das sind Emotionen, aber wenn du auswärts in Dortmund in der Nachspielzeit den Ausgleich machst, dann musst du den Punkt mitnehmen und darfst nicht noch einen fangen. Sehen Sie sich die Tabelle an: Wir wären jetzt punktgleich mit Dortmund, so sind sie drei Punkte vor uns. Das ist einfache Mathematik. Okay, das passiert einfach im Eifer des Gefechts, ist abgehakt. Aber wir müssen trotzdem daraus lernen.

Und doch steht die Mannschaft auch nach so einem Niederschlag immer wieder auf. Das ist beachtlich.
Das zeugt von Charakterstärke, und es macht uns schon stolz, dass wir nie aufgeben und immer an uns glauben. Das haben wir uns erarbeitet. Und man spürt, dass die Gegner einen gewissen Respekt vor uns haben. Das ist schön zu sehen.

Eine Frage des Selbstvertrauens? Sie sagten mal, das könne 30 Prozent ausmachen.
Wenn man keinen Erfolg hat und verunsichert ist, dann macht man so einfache Fehler, die einem nie passieren würden, wenn man oben steht, wenn man einen Lauf hat. Wenn man Selbstvertrauen hat, stoppt man einen Ball mit verbundenen Augen. Wenn es nicht läuft, fängt der Fuß an zu zittern. Selbstvertrauen ist sehr, sehr wichtig im Fußball. Und bei uns ist das Selbstvertrauen sehr, sehr groß.

Was genau ist denn in der Winterpause passiert? Die Mannschaft spielt sehr viel besser Fußball.
In der Hinrunde hatten wir auch Torchancen, aber die Verwertung war schlechter. Und natürlich haben wir mehr Wert darauf gelegt, dass wir uns spielerisch verbessern. Das klappt alles ganz gut bisher.

Wie haben Sie es geschafft, einen solchen Spirit in die Mannschaft zu bekommen? Das sah am Anfang ja schon wie ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus.
Es ist wichtig, vorher zu schauen, ob ein Spieler zu uns passt, ob es charakterlich hinhaut. Garantien gibt es nie, aber man kann schon einige Dinge abklopfen. Natürlich ist es schwierig, alle zu integrieren, aber am Ende ist Fußball eine Sprache. Die Jungs haben schnell verstanden, welche Idee hinter unserem Fußball steckt. Und ich denke, mein Bruder hat sich da große Verdienste erworben. Er läuft immer vorneweg, er lässt nie locker, er fordert jeden Tag das Maximum ein. Er geht nie einen Schritt zurück, sondern immer nur nach vorne. Arbeiten, arbeiten, arbeiten. So lautet das Credo. Und dann kommt auch der Erfolg.

Kommt Ihnen eine bestimmte Rolle bei nicht eben pflegeleichten Spielern wie Ante Rebic zu?
Manchmal muss man ihn etwas streicheln und manchmal muss man ihm in den Hintern treten. Das ist halt so. Da muss man genau den Zeitpunkt finden, und bis jetzt passt das.

Welchen Einfluss hat Kevin-Prince Boateng für das ganze Gefüge?
Er ist wichtig für uns, tut uns gut. Er geht vorneweg, will jedes Spiel gewinnen. Das ist seine DNA. Deshalb hat er auch bei Topklubs gespielt. Und die Jungs folgen ihm. Er reißt die Mannschaft mit.

Wie hat sich der Fußball in Ihren Augen verändert? Sie haben nach Ihrer aktiven Karriere ja auch mal eine Auszeit genommen.
Ich war overloaded vom Fußball, habe mich zwei, drei Jahre rausgezogen. Das hat mir auch ganz gut getan, um Abstand zu bekommen. Aber irgendwann kribbelt es wieder. Der Fußball an sich hat sich enorm entwickelt, vor allem im athletischen Bereich, er ist noch schneller geworden. Es ist auch Taktik-Fußball geworden, die Trainer sind geschulter, die Spieler ebenfalls. Von den Profis wird definitiv mehr verlangt als früher.

Da sind wir ja mal direkt mal bei der Qualitätsdebatte der Bundesliga angelangt. Das Niveau ist doch arg überschaubar geworden.
Natürlich ist es enttäuschend, dass nicht mehr so viele Bundesligisten in der Champions League oder der Europa League dabei sind. Aber man versucht halt, mit seinen Mitteln den erfolgreichsten Fußball zu spielen. Das ist in diesem Beruf wichtig. Es geht halt um Ergebnisse. Wenn du keine Resultate bringst, aber den schönsten Fußball spielst, dann nutzt dir das nichts, dann bist du nicht lange Trainer. Und das ist entscheidend.

Ist der Druck generell höher geworden? Per Mertesacker beklagte das ja unlängst auf sehr eindrucksvolle Weise und erhielt viel Zustimmung.
Der mediale Druck hat zugenommen, man steht ja permanent im Fokus. Das ist nicht so leicht. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, man muss permanent Leistung bringen, das ist auch okay – nur die Jungs bringen sie unter den Augen der Öffentlichkeit. Natürlich sind die Profis super bezahlt, aber es sind dennoch nur Menschen, die Gefühle haben. Und heutzutage ist das noch schlimmer geworden mit den Smartphones und den schnellen Zugriffen, man wird ja überladen mit Informationen. Hinzu kommt: Jeder will nur was Positives über sich lesen, und dann steht dann vielleicht mal was Schlechtes, dann noch mal, und dann überträgt sich das vielleicht sogar ins Privatleben. Und nehmen sie das, was Per Mertesacker erzählt von der WM 2006. Das war für alle das Sommermärchen, alles war toll. Aber für ihn war das der pure Druck, weil die Erwartungshaltung so hoch war. Nicht jeder kann mit Druck umgehen. Deshalb muss man den Spielern helfen, und ich denke, da passiert schon vieles, dass die Fußballer psychologische Betreuung und Hilfe bekommen.

Sie hatten als Trainergespann bei der kroatischen Nationalmannschaft auch eine Menge Druck.
Extremen Druck. Wir haben ein Spiel verloren und wurden entlassen. Okay, das hatte auch andere Gründe. Auch hier bei der Eintracht hatten wir Riesendruck, als wir gegen den Abstieg gekämpft haben. Als wir es dann geschafft hatten, da haben wir erst mal gemerkt, was da abfiel: Das war kein Stein, das war ein Riesenfelsen.

Der momentane Druck ist doch ein anderer.
Positiver Druck, klar. Aber wir machen uns auch selbst Druck, wir wollen uns immer weiter verbessern und weiter vorankommen.

Die Entwicklung der Eintracht ist schon jetzt bemerkenswert, binnen zwei Jahren vom Abstiegskandidaten zum Champions-League-Aspiranten. Muss man sich da manchmal kneifen?
Wenn wir wirklich etwas erreichen sollten, dann wäre das etwas Tolles, Außergewöhnliches. Wir bekommen ja mit, was hier in der Stadt los ist, welche Begeisterung herrscht, da sind die Menschen alle auf Wolke sieben. Aber wir müssen uns das an jedem einzelnen Spieltag hart erarbeiten, und das ist keine Floskel. Die Menschen sind auch deshalb so begeistert, weil sie sehen, dass die Jungs bis zum letzten Atemzug alles für die Eintracht geben. Ob du dann gewinnst oder nicht, ist eher zweitrangig.

Wie schnell kann man eigentlich eine Bindung zu einem Verein aufbauen? Die Eintracht war für Sie ja sehr wahrscheinlich nichts Besonderes, ein Verein wie jeder andere.
Mit ist die Eintracht damals immer aufgefallen, als Anthony Yeboah und Uli Stein hier gespielt haben. Da haben sie den schönsten Fußball gespielt, sind aber nicht Meister geworden. Da hat sich die Eintracht bei mir eingebrannt. Danach hat sie für mich an Bedeutung verloren, mal abgestiegen, dann aufgestiegen. Mir war,  bis wir hierher kamen, nicht bewusst, was das für ein Riesenverein ist. Auf einmal habe ich gedacht: Puh, hier steht ja ganz Hessen hinter der Eintracht, und egal, wo hin man kommt, nach Hamburg oder München, überall sind Eintracht-Fans, die ihren Verein lieben. Das hat mich schon überwältigt.

Zum Abschluss noch mal die Frage: Wollen Sie irgendwann mal ohne Ihren Bruder als Cheftrainer arbeiten?
Zurzeit nicht, aber wer weiß, in zwei, drei Jahren vielleicht.

In zwei, drei Jahren seid ihr ja bei Bayern München.
Ach so, wusste ich gar nicht (lacht). Wir fühlen uns hier sehr wohl. Es gefällt uns, das kann ich versichern.

Interview: Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

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