Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Adi Hütter gibt sich entschlossen.
+
Adi Hütter gibt sich entschlossen.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter kämpferisch – SGE führt Gespräche mit Gerardo Seoane

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Der wegen unglücklicher Aussagen und Aufstellungen angezählte Adi Hütter gibt sich vor dem Saisonfinale von Eintracht Frankfurt kämpferisch wie lange nicht.

Frankfurt am Main - Wenn nicht alles täuscht, hat die geharnischte Kritik der zurückliegenden Tage zu einer ganz persönlichen Trotzreaktion geführt – bei niemand anderem als Adi Hütter. Schon lange nicht mehr sah und hörte man den Fußballlehrer des so ein bisschen ins Wanken gekommenen Bundesligisten Eintracht Frankfurt so kämpferisch wie am Donnerstag, zwei Tage vor dem vorletzten Saisonspiel beim Absteiger FC Schalke 04. „Das Feuer brennt in mir“, sagte der Trainer mit maximaler Überzeugung in der Stimme. „Ich brenne noch mehr als vorher.“

Es gibt nicht wenige, die sich schon in den vergangenen Wochen ein wenig mehr Enthusiasmus und Leidenschaft von ihm gewünscht hätten, da wirkte der nach Mönchengladbach abwandernde Trainer doch wie ein Angestellter auf Abruf, der diesen Eindruck durch höchst unglückliche Aussagen noch befeuerte. Hätte Volkes Stimme eine Entscheidung treffen müssen, Adi Hütter wäre längste Zeit Chefcoach von Eintracht Frankfurt gewesen. Das ist nicht spurlos an ihm vorbei gegangen, sondern hat seine Kampfeslust geweckt.

Adi Hütter: „Wollen es allen zeigen“

Also wiederholte er gleich mehrfach, „dass wir es allen zeigen wollen“, auch wenn die Eintracht dazu auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen muss. „Wir wollen Druck auf Dortmund ausüben.“ Hütter glaubt, eine „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ ausgemacht zu haben, weshalb er sich nicht mehr lange mit dem aufhalten möchte, was er nicht mehr beeinflussen kann, weil es eben in der Vergangenheit liegt. „Wir müssen unsere beiden Spiele gewinnen, darauf liegt unser Fokus, darum geht es. Was vorher war – uninteressant.“

Die wuchtige Kritik der letzten Tage, gerade an ihn adressiert, möchte der 51-Jährige geflissentlich ausblenden. „Das ist nie angenehm, muss man aber nehmen und schlucken“, bekundete er. Und wenn es der Sache diene, nun ja, dann sei es okay. „Es geht nicht um mich, sondern ums große Ganze, um den Verein.“ Eine Haltung, die bei ihm vorher in dieser absoluten Form nicht wahrnehmbar war.

Auch jetzt, mit mehr als vier Wochen Abstand, glaubt er nicht, dass sein angekündigter Wechsel zum Ligarivalen in einem kausalen Zusammenhang mit dem Abrutschen der Eintracht zu sehen ist. „Das war unangenehm, weil die Mannschaft und ich eine unglaublich tolle Beziehung haben, aber wir haben uns ausgesprochen.“ Klar ist aber, dass in einem solchen Fall die Glaubwürdigkeit leidet und die totale Gefolgschaft ausbleiben kann.

Recht hat der Österreicher zweifelsfrei mit der Einlassung, wonach jeder Spieler aber eine Eigenverantwortung und -motivation haben müsse, um das Bestmögliche zu erreichen, in diesem Fall die Königsklasse. „Da ist doch ganz egal, was ist oder war. Sie spielen für den Verein und für sich. Das ist im Kopf der Jungs.“

Dass seine Mannschaft in den letzten vier Partien gleich acht Punkte auf Borussia Dortmund einbüßte und von Rang vier auf fünf abgestuft wurde, fuchst den Vorarlberger, doch man müsse die Lage trotzdem richtig und fair einordnen. „Wir reden davon, dass wir entweder Vierter oder Fünfter werden“, stellte er klar. „Es geht nicht um Abstiegskampf oder die Relegation.“ Und weiter: „Wenn wir jetzt von einer Krise sprechen, dann wissen wir, was wir bewegt haben und dass die Erwartungshaltung so gestiegen ist, dass man da sehr, sehr kritisch ist.“ Zumindest räumte der Trainer ein, dass die Ansprüche nicht nur von außen „unglaublich gewachsen sind, sondern auch intern“.

Eintracht Frankfurt: Gespräche mit Seoane

Dass sich die Eintracht-Entourage nach DFL-Vorgaben seit Mittwoch in einem sogenannten Quarantänetrainingslager befindet und sich in einem Sachsenhäuser Luxushotel verschanzt hat, findet der Coach ganz prima. Dort habe er die nötige Zeit und Ruhe, mit den Akteuren einige Einzelgespräche zu führen und „enger zusammenzuwachsen“. Eine solche Unterredung in ausführlichem Format gab es bereits mit Amin Younes, den zuletzt zum Bankdrücker degradierten Nationalspieler. Hütter wollte nichts von einem belasteten Verhältnis wissen, im Gegenteil, „es ist sehr, sehr gut“.

Die Frage, ob es aber einen Disput zwischen beiden gab, umschiffte der Trainer: „Ich muss nicht alles kommentieren, ich lasse das einfach mal so stehen.“ Younes sei ein „unglaublich wichtiger Spieler, der die Mannschaft auf ein anderes Niveau gebracht hat“. Klingt verdächtig danach, dass der 27-Jährige beim Spiel auf Schalke am Samstag (15.30 Uhr) mal wieder zur Startelf zählen wird und helfen soll, „das Riesenziel“ irgendwie doch noch zu erreichen. Eines, sagte Hütter, könne er versprechen: „Die Mannschaft wird dafür fighten, dass die Leute hier die Champions-League-Hymne hören dürfen.“

Eintracht Frankfurt befindet sich in Gesprächen mit Young-Boys-Trainer Gerardo Seoane.

Adi Hütter selbst wird die Königsklasse in der neuen Saison, so oder so, nur am Fernsehschirm verfolgen. Bei Gerardo Seoane ist das nicht so sicher. Der Berner Trainer, Nachfolger von Adi Hütter bei den Young Boys, könnte ihn erneut beerben. Die Eintracht-Führung steht in guten Gesprächen mit dem 42 Jahre alten Schweizer. Ob es zum Engagement kommt? Nicht so unwahrscheinlich. Zumal auch eine bestehende Ausstiegsklausel kein großes Problem wäre: Sie beträgt lediglich eine Million Euro. (Ingo Durstewitz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare