Eintracht Trainer Adi Hütter
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Adi Hütter mit hohen Erwartungen vor dem Testspiel gegen Ajax Amsterdam.

Eintracht-Testspiel

Härtetest gegen Ajax Amsterdam: Hütter will Fortschritte sehen

  • Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt geht mit hohen Erwartungen in den vorletzten Test gegen Ajax Amsterdam.

  • Eintracht Frankfurt trifft heute im Testspiel auf Ajax Amsterdam
  • Trainer Adi Hütter: „Wir hatten 14 tolle Trainingseinheiten“
  • Nach der Partie werden die Nationalspieler auf Reisen sein

Die Erwartungen an das letzte ernsthafte Testspiel vor dem ersten Pflichtspiel im Pokal sind bei Eintracht Frankfurt hoch, sehr hoch sogar. „Ich erwarte Fortschritte“, legt Coach Adi Hütter die Latte hoch, er freue sich auf den „Supertest“. Am Samstag, 19 Uhr (live im Free-TV und im Live-Stream) trifft der Bundesligist in Amsterdam auf Ajax, „das Maß aller Dinge“ in Holland, wie Hütter sagt. Ajax, vor knapp zwei Jahren bis ins Champions-League-Halbfinale vorgestoßen, „wird uns Grenzen aufzeigen“ und „eine andere Nummer sein als PSV Eindhoven“. Gegen diese niederländische Mannschaft testeten die Hessen vor Wochenfrist, es gab einen 2:1-Erfolg und eine solide bis ordentliche Leistung. Die soll also getoppt werden.

Eintracht Frankfurt: Test gegen Ajax Amsterdam bildet Abschluss der Vorbereitung

Und auch wenn Hütter sagt, man könne aus der Startformation vor 9000 zugelassenen Zuschauern (keine aus Frankfurt) in der Johan-Cruyff-Arena nicht herauslesen, wer zur Elf zählt, die gegen 1860 München oder Viktoria Aschaffenburg am 12. September in der ersten Pokalrunde aufläuft, so gibt die Aufstellung gegen Ajax doch mehr als erste Fingerzeige. Anders als in den beiden vorherigen Testspielen wird Hütter keine zwei „bunt gemischten“ Garnituren für jeweils 45 Minuten nominieren. „Einige werden länger spielen“, sagt der Coach, der trotz des starken Gegners von seinem Team ein besseres Spiel nach vorne sehen will und eine sattelfeste Defensive. „Die wird gefordert sein.“

David Abraham, der für ein paar Tage wegen einer Knieblessur hatte kürzer treten müssen, wird auf jeden Fall „weit mehr“ als ein paar Minuten zum Einsatz kommen. Vieles spricht auch dafür, dass die Hessen in Amsterdam mutig mit zwei Angreifern beginnen werden. „Wenn vier Stürmer im Kader sind“, sagt Adi Hütter, „ist es fahrlässig, mit einem zu spielen.“

Dieser Test in Amsterdam ist insofern ein wichtiger, weil er im Grunde den Abschluss der Vorbereitung mit dem kompletten Kader bildet. Ab Montag werden die Nationalspieler auf Reisen sein, elf Profis der Eintracht (Trapp, Rönnow, Hinteregger, Ndicka, Silva, Sow, Zuber, Ilsanker, Cavar, Ache und Kostic) sind von ihren jeweiligen Ländermannschaften eingeladen worden - die letzten werden erst am 9. September wieder in Frankfurt sein, drei Tage vor dem Pokalspiel.

Eintracht Frankfurt ist im Kern zusammengeblieben

Das ist für eine geordnete Vorbereitung nicht optimal. Aber Hütter wird sich darüber nicht aufregen, weil „es nichts bringt“ und er ohnehin die Situation einfach so annehmen muss wie sie ist. „Das ist nicht so tragisch.“ Ferner weiß der Coach die Nationalspieler bei ihren Teams in guten Händen, zudem finden alle Spiele auf europäischem Boden statt, die ganz weiten Reisen nach Übersee entfallen somit.

Dazu kommt, dass Hütter „spezielle Vorbereitungen“ gewohnt ist. In seinem ersten Jahr seien die WM-Fahrer spät ins Training eingestiegen, im zweiten Jahr habe es die reiseintensive Europa-League-Qualifikation gegeben, diesmal ist es eben die Corona-Pandemie, die das Einspielen erschwere. Auf der anderen Seite, bedeutet Hütter, habe er das Gefühl, die Saison „läuft einfach so durch“, nur unterbrochen durch vorübergehende Pausen.

Von großem Vorteil empfindet es der Österreicher, dass Eintracht Frankfurt im Kern zusammengeblieben sei. „Die Mannschaft ist eingespielt.“ Es gab bis auf Ragnar Ache und Steven Zuber kaum jemand zu integrieren, dazu gab es praktisch keine Verletzten in der Vorbereitungsphase, die man darüber hinaus noch außerordentlich gut genutzt habe. „Wir hatten 14 tolle Trainingseinheiten“, findet Adi Hütter, nicht wirklich überraschend. Grundsätzlich sagt der 50-Jährige: „Wir haben eine Mannschaft, die intakt ist.“ Im Übrigen habe er nicht das Gefühl, „noch an vielen Stellschrauben drehen zu müssen“. Alle Positionen sind doppelt besetzt, und der Fußballlehrer hat bisher keine weitere Verstärkungen gefordert – zumindest öffentlich nicht. Und wenn sich bei Eintracht Frankfurt personell noch etwas tun sollte, und das wird es, dann „müssen uns die Neuen besser machen“, sagt Hütter. Qualität gehe vor Quantität.

Ob Jetro Willems noch mal für Eintracht Frankfurt spielen wird, ist ungewiss

Allerdings, auch das ist bekannt, besteht angesichts des bis 5. Oktober weit geöffneten Transferfensters immer auch die Gefahr, dass den Hessen Leistungsträger weggekauft werden. „Dafür sind wir gewappnet.“ Wenn tatsächlich ein Profi den Klub verlassen werde, „müssen wir nicht suchen.“ Trotzdem empfindet er „die Transferzeit als gefährliche Zeit für Trainer, weil immer mal wieder Spieler abhanden kommen“. Und schon sind die ganzen schönen Planspiele in der Vorbereitungszeit über den Haufen geworfen.

Einer, mit dem Hütter vorerst nicht plant, ist Jetro Willems, der nach einem im Januar erlittenen Kreuzbandriss bei seinem damaligen Klub Newcastle United an einem Comeback arbeitet. Wann er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, ist offen, er selbst würde es „als Erfolg“ betrachten, im nächsten Monat beginnen zu können. Ob er noch einmal für die Eintracht spielen wird, ist ungewiss, er gilt als Verkaufskandidat - die Verletzung macht einen Wechsel nicht einfacher. „Wenn er hierbleiben möchte, kann er hierbleiben“, sagt Hütter. Der Vertrag des Niederländers läuft noch bis 2021. (Thomas Kilchenstein)

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