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Adi Hütter stellt sich als neuer Trainer vor

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Von: Ingo Durstewitz

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Der Österreicher Adi Hütter, neuer Trainer des DFB-Pokalsiegers Eintracht Frankfurt, im Anschluss an eine Pressekonferenz in der Commerzbank-Arena.
Der Österreicher Adi Hütter, neuer Trainer des DFB-Pokalsiegers Eintracht Frankfurt, im Anschluss an eine Pressekonferenz in der Commerzbank-Arena. © dpa

Seinen ersten Auftritt bei seinem neuen Arbeitgeber hat der Österreicher Adi Hütter sehr souverän und routiniert gemeistert.

Den ersten Eindruck von seinem neuen Klub bekam Adi Hütter noch hoch droben in der Luft, als er am Dienstag mit der Linienmaschine von Zürich nach Frankfurt flog und über das imposante Eintracht-Stadion im Stadtwald hinwegsegelte. Adi Hütter war ehrlich beeindruckt, „ein schöner Moment“.  Auch nach der Landung und dem ersten Gang durch die Geschäftsstelle war der neue Frankfurter Cheftrainer rundweg zufrieden. „Ich habe einen unglaublich guten Eindruck, ein gutes Gefühl.“

Am Mittwochmittag ist der Österreicher bei seinem neuen Arbeitgeber vorgestellt worden, Adi Hütter, dunkelblauer Anzug, weißes Hemd, hat seinen ersten Auftritt sehr souverän und routiniert gemeistert, er machte einen aufgeräumten, guten Eindruck. Der 48-Jährige, das war schnell zu spüren, weiß sich auszudrücken, er ist ein Vollprofi, der sich auskennt in seinem Metier.

Ein Sprücheklopfer ist er gewiss nicht, bleibt verbal eher unverbindlich. Er scheint offen für die neue Aufgabe, die Enttäuschung über das verlorene Pokalfinale mit seinem alten Klub, Young Boys Bern, schien er aus den Kleidern geschüttelt zu haben. Seine Referenz ist ohnehin die erste Meisterschaft seit 32 Jahren, die er den Young Boys schenkte. Ein Husarenstreich. Wie der Pokalsieg der Eintracht.

Für den Vorarlberger war schnell klar, dass er die Chance ergreifen will, „diesen tollen Traditionsverein“ anzuleiten. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich gerne  in der Bundesliga arbeiten möchte.“ Natürlich weiß er, dass er in große Fußstapfen treten wird. Vorgänger Niko Kovac hat sehr gute Arbeit geleistet, die Mannschaft zu Platz acht in der Liga und dem Pokalsieg geführt. Die Latte liegt hoch, „es wäre schön, wenn wir sie noch höher legen könnten“, sagt Hütter, der zwar mit dem nötigen Respekt an die Sache herangeht, aber ohne Bammel. „Angst habe ich vor gar nichts.“

Wie genau das Ziel sein wird in der neuen Saison, das könne er natürlich noch nicht sagen. „Erst, wenn der Kader steht.“ In den kommenden Tagen wird er mit Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner in Klausur gehen und besprechen, wie das Aufgebot aussehen soll. Mit der Ausbootung von Kapitän und Leitfigur Alex Meier, das stellte er in dürren Worten klar, hatte er nichts zu tun: „Das ist und war nicht mein Thema.“

Hütter steht für offensiven Fußball, dem ein 4:3 allemal lieber als ein 1:0 ist, aber er wird seine Herangehensweise an die Bundesliga und auch an sein Team anpassen, „man braucht einen Plan B“, befindet er. Er werde zusammen mit den Profis eine „Spielphilosophie entwickeln, die zu dieser Mannschaft passt.“ Der frühere Nationalspieler ist der festen Überzeugung, dass man mit „Teamspirit und gegenseitigem Respekt viel bewegen kann.“ Respekt ist ein Wort, das in seinen Ausführungen immer wieder vorkommt.

Hütter, der sich selbst als „kommunikativen Teamplayer“ bezeichnet, wird zu seinen Spielern eine gewisse Distanz halten. „Ich bin keiner, der ein Freund der Spieler ist“, sagt er. „Ich bin aber auch weit weg davon, ein Gegner von ihnen zu sein.“ Eher so der Mittelweg also, es gilt, die richtige Balance zu finden. Ob er, wie Vorgänger Niko Kovac, ein eher harter Hund sei? „Den Spielern ist es lieber, wenn sie mit korrekter und harter Hand geführt werden und nicht so Laissez-faire.“ Ihm ist auf alle Fälle wichtig, dass „wir nach außen ein sehr gutes Bild abgeben“.

Klar ist zudem, dass der Österreicher die Europa League als große Chance begreift. „Ich sehe sie nicht als Belastung, sondern als Freude und Herausforderung.“ Auch über die Begeisterungsfähigkeit der Eintracht-Fans ist er bestens informiert: „12.000 waren damals in Bordeaux, 7500 in Porto. Darauf freue ich mich extrem.“

Hütter wird seinen Co-Trainer Christian Peintinger mit nach Frankfurt bringen, auch Kovac-Assistent Armin Reutershahn bleibt  an Bord, mit ihm hatte er sich am Dienstag bereits getroffen. „Da war gleich eine gute Bindung.“ So wie sie Adi Hütter an seinen ersten Eintracht-Tagen auf fast allen Ebenen gespürt haben will.  

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