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Adi Hütter brauchte als junger Mann Hilfe beim Grillen.

Eintracht Frankfurt

Adi Hütter malt Bilder

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Der Eintracht-Trainer stellt bei der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt sein Buch vor, in dem es um Kommunikation, Motivation und Visionen geht.

Zum erfolgreichen Buchautoren ist Adi Hütter geworden, weil er - überspitzt gesagt - als junger Mann Schwierigkeiten hatte, im Garten die Grillkohle zum Glühen zu bringen. Das hatte sein Nachbar, Jörg Zeyringer, beobachtet, er konnte Abhilfe schaffen, 1995 war das, dann folgte ein zweistündiger Spaziergang im Regen mit anregenden Gesprächen, und seitdem ist der Kontakt nicht mehr abgerissen. Immer wieder kreuzten sich die Wege des ehemaligen österreichischen Nationalspielers und heutigen Trainers und des Mentalcoachs und promovierten Motivationspsychologen, sie wurden Freunde, Ratgeber, Vertrauenspersonen und eben Buchautoren. Das neueste gemeinsame Werk, „Teamgeist - Wie man ein Meisterteam entwickelt“, stellten sie am Mittwochabend bei der Industrie und Handelskammer in Frankfurt vor,

In dem Buch geht es im Kern darum, wie es gelingen kann, aus verschiedenen Persönlichkeiten ein Team zu formen, das nach dem Bestmöglichen strebt. Das muss kein Meistertitel sein, aber ein Ergebnis, das über dem eigentlich für machbar gehaltenen liegt. Es geht um Kommunikation, Motivation, um Visionen, Ideen und hoch gesteckte Ziele, um Führung. „Zeige den Spielern den Weg, sie werden dich ans Ziel führen“, schreibt das Autoren-Duo in ihrem 17,99 Euro teueren Leitfaden, in dem Methoden und Techniken aufgezeigt werden, die den Unterschied ausmachen - im Fußball wie im Leben.

Vor allem ein gemeinsames, übergeordnetes Ziel sei für ein Team außerordentlich wichtig. „Lasst uns etwas schaffen, was viel größer ist als jeder Einzelne“, postuliert Hütter. In Bern hat er die Spieler der Young Boys Bilder malen lassen, erst im Kopf, dann auf Papier: Sie sollten zeichnen, was sie sich für den letzten Spieltag in ihren kühnsten Träumen vorstellen. Marco Wölfli zum Beispiel, in der Schweiz eine Ikone im Tor, zeichnete den Bundesplatz in Bern, die siegreiche Mannschaft auf der Tribüne, davor eine Menschenmenge, und eine scheinenden Sonne. Diese Bilder sollten sich die Spieler tagtäglich vor Augen führen. Tatsächlich gewannen die Berner, denen nachgesagt wurde, stets zu „veryoungboysen“, zu scheitern, überraschend die Meisterschaft, und es gibt ein Foto, das genau diese Szene abbildet. Hütter hatte auch ein Bild gemalt: wie ihn die Mannschaft nach dem Triumph hochleben lässt.

Das Buch übrigens verkauft sich prima: Und am Mittwochabend musste Hütter bei der IHK nach der launigen Präsentation Überstunden machen, fast zwei Stunden lang signierte er geduldig seine Publikation.

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