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Auf Filip Kostic kommt es an.

Eintracht Frankfurt

Hütter fordert mehr Qualität

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Trainer Adi Hütter macht vor dem Spiel in Berlin Schlüsselspieler Filip Kostic klare Ansagen, baut ihn auf und rechnet mit fest mit Ajdin Hrustic.

  • Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen Hertha BSC.
  • Vor der Partie äußert sich Trainer Adi Hütter zu Gerüchten und zum Kader.
  • Neuzugänge bei Eintracht Frankfurt schließt Hütter nicht aus.

Und dann ging es im Kellergeschoss der WM-Arena doch noch mal um Luka Jovic, den früheren Eintracht-Stürmer von Format, der ja heute königlich unglücklich in Madrid ist und gerne wieder die Liaison mit seiner Ex eingehen würde, und wäre sie auch zeitlich begrenzt. Der Frankfurter Trainer Adi Hütter weiß von dieser Absicht, er kommentiert sie mit einem charmanten Lächeln: „Er hat hier seine Leistung gebracht und sich sehr wohl gefühlt, wenn er jetzt sagt, ich möchte zu Eintracht Frankfurt, dann finde ich das einfach schön.“ Dass es so kommen wird, ist nicht gänzlich ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit bewegt sich allerdings im Promillebereich. Fredi Bobic habe das Thema schon „abmoderiert“, bekundete der 50-Jährige. „Das ist schwer realisierbar, denke ich mal.“

Eintracht Frankfurt vor der Verpflichtung von Ajdin Hrustic

Vor dem Auswärtsspiel am Freitagabend bei Hertha BSC (20.30 Uhr/ Dazn und im Live-Ticker ) ging der 50-Jährige auch auf einen anderen Spieler ein, der (noch) keinen Anstellungsvertrag in Frankfurt unterschrieben hat, die australisch-bosnische Offensivkraft Ajdin Hrustic, die mit unlauteren Mitteln auf einen Wechsel zur Eintracht drängt. Sollte das nicht klappen, hat der 24-Jährige via Zeitung kundgetan, könne er nicht garantieren, für seinen aktuellen Klub, den FC Groningen, weiterhin 100 Prozent zu geben. Eine unglückliche, wenn nicht gar ungeheuerliche Einlassung, die auch Adi Hütter erstaunt hat, der gleichwohl einräumte, dass er nicht wisse, ob dieser Satz tatsächlich so gefallen sei.

Er habe den potenziellen Neuzugang persönlich kennengelernt, „und ich habe ihn sehr bescheiden in Erinnerung. So eine Aussage passt nicht dazu, wie ich ihn kennengelernt habe.“ Dass der Wechsel doch noch klappt, ist daher anzunehmen, zwei Millionen Euro, wie die Niederländer fordern, wird die Eintracht jedoch nicht ausgeben, maximal die Hälfte.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter hat Vertrauen in den Kader

Der Trainer ist dessen ungeachtet nach den ersten beiden durchwachsenen Pflichtspielauftritten seiner Mannschaft zwar nicht ernüchtert, aber er spürt, dass sie sich auf einem Level einpendelt, das Ausschläge in beide Richtungen zulässt. „An einem guten Tag können wir viele schlagen“, an einem weniger guten Tag habe man hingegen auch gegen einen Aufsteiger wie Arminia Bielefeld Schwierigkeiten. Das typische Erkennungsmerkmal eines Fußball-Mittelständlers. Hütter glaubt erkannt zu haben, dass seinen Spielern „die letzte Spritzigkeit und Dynamik fehlt“, weil die Vorbereitung erneut zerfasert gewesen sei. „Uns ist die Frische abhanden gekommen.“

Grundsätzlich habe er „Vertrauen in den Kader“, doch wer zwischen den Zeilen liest, der hört sehr wohl heraus, dass der Österreicher sich noch mehr Qualität auf dem Platz wünschen würde. „Wenn wir was finden, was uns besser macht, werden wir es tun.“ Er denke da in erster Linie an Kreativspieler für die Offensive, bevorzugt auf dem Flügel, wo man aktuell zwar mit Wucht und Power unterwegs sei, „wo uns aber Kreativität fehlt“. Hütter würde sich auf der Außenbahn über „ein anderes Element“ freuen.

Er denkt da eher an die rechte Seite, zumindest dann, wenn Filip Kostic auf links nicht auf den letzten Drücker noch weggekauft wird. Das serbische Kraftpaket ist nicht unbedingt das Sorgenkind der Eintracht, er ist noch immer der Mann für die besondere Momente und „hat die Latte sehr, sehr hochgelegt“, wie Hütter befand. Von der Form der Vergangenheit ist der 27-Jährige dennoch weit weg, was nicht nur, aber auch pragmatische Gründe hat.

Zumeist versucht der Gegner alles, um den schnellen Athlet aus dem Spiel zu nehmen. „Man kann oft beobachten, dass speziell im Spiel gegen uns auf dieser Position komplett andere Spieler zum Einsatz kommen wie sonst“, urteilte Hütter, eben solche, die den Linksaußen mit Tempo, Zweikampfhärte und Galligkeit bearbeiten.

Kevin Trapp bleibt, und Rönnow?

Das geht oft so weit, dass die Frustrationstoleranz des Nationalspielers sinkt, er bleibt dann schon mal stehen und winkt ab. Das wiederum missfällt seinem Trainer: „Das mag ich überhaupt nicht, das haben wir diese Woche ganz klar angesprochen. Dass das in der Form so nicht geht, das weiß er auch.“ Hütter wäre es am liebsten, wenn Kostic wieder mit viel Anlauf seine Seite beackern, „hinten super aushelfen und nach vorne seine 70-Meter-Läufe machen würde – so sei er am wertvollsten, „da müssen wir ihn wieder hinbringen.“ Kostic sei jedenfalls extrem ehrgeizig und keinesfalls lustlos. „Das kann ich versprechen.“

Versprechen könnte er im Grunde auch, dass Torwart Kevin Trapp an Bord bleibt. Um den 30-Jährigen gibt es immer wieder mal Wechselgerüchte, jetzt soll etwa Stade Rennes Interesse haben. Man solle diese Gerüchte „ad acta legen“, empfahl der Coach. Er spreche häufiger mit Trapp, der „selbst überrascht“ sei über die ständigen Spekulationen. „Er möchte hierbleiben.“

Das gilt für seinen Vertreter Frederik Rönnow nicht. Der Däne sei ebenfalls ein Nummer-eins-Keeper, weshalb Hütter verstehen kann, dass sich Rönnow nach Alternativen umsieht. „Aber dann muss es eine Lösung geben, mit der alle Beteiligten leben können. Es kann aber sein, dass da Bewegung reinkommt.“

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