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Hütchenspieler und ein Antivirus

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Von: Thomas Kilchenstein

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Ein Blechkamerad gibt Halt: Olivier Occean im Schnee.
Ein Blechkamerad gibt Halt: Olivier Occean im Schnee. © Jan Huebner

Gegen Freiburg muss Armin Veh auf Takashi Inui und Srdjan Lakic verzichten und seine Mannschaft strategisch neu ausrichten.

Gegen Freiburg muss Armin Veh auf Takashi Inui und Srdjan Lakic verzichten und seine Mannschaft strategisch neu ausrichten.

Leise rieselt der Schnee, und dann muss Armin Veh auch noch eine neue Formation finden. Und womöglich ein neues System. Welches? Das mochte der Trainer der Frankfurter Eintracht natürlich nicht gleich in der Zeitung lesen. „Sonst wäre ja die Überraschung weg.“ Also schob der Übungsleiter vor dem Trainingsspielchen ein paar rote Plastikhütchen auf dem Rasen hin und her, zeichnete andere Lauf- und Passwege auf, entwarf taktische Szenarien, erklärte, wie „ich mir unser Konzept vorstelle“.

Inui und Lakic nicht dabei

Man darf also getrost davon ausgehen, dass sich der Fußball-Lehrer ein paar Gedanken gemacht hat nach dem Dortmund-Spiel und vor der Partie am Freitag in Freiburg. Und auch machen musste. Er wird im Breisgau auf zwei Spieler nicht zurückgreifen können: auf Takashi Inui (Gelb-Rot) und Srdjan Lakic (Entzündung eines Rückenwirbels). Wer die beiden ersetzt, ist noch offen. Als erste Alternative böte sich die naheliegende Option an, Karim Matmour auf links und Olivier Occean in die Spitze zu schicken.

Tatsächlich fühlt sich der Algerier Matmour auf dem Flügel deutlich wohler als im Sturmzentrum, wo er auch schon ausgeholfen hat. Zudem hat er vor Jahren beim SC Freiburg gespielt, der aktuelle Trainer Christian Streich hat ihn einst entdeckt und gefördert. Für Occean, den zuletzt so glücklosen Angreifer, spräche ein leichter Formanstieg. „Er hat einen besseren Eindruck gemacht“, hob Veh hervor, in Dortmund bereitete der eingewechselte Occean Frankfurts beste Chance vor. „Er wirkt auch ein bisschen lockerer“, sagt Veh. Denkbar ist aber auch, dass Matmour für den Angriff nominiert wird und Stefan Aigner auf den linken Flügel beordert wird. Stefano Celozzi würde dann in die Mannschaft kommen und rechts spielen.

„Diese Varianten haben wir geprüft.“ Neben personellen muss Veh zudem strategische Fragen lösen. Auf das offensive Spiel von Eintracht Frankfurt haben sich immer mehr Gegner eingestellt. Das Anti-Eintracht-Virus ist simpel: Lege das Duo Pirmin Schwegler/Sebastian Rode an die Kette, nehme Alexander Meier aus dem Spiel ? und es ist vorbei mit der Frankfurter Herrlichkeit. Dann stockt der Spielfluss, dann kommen die Außen nicht in Schwung, dann stottert der Motor.

Der SC Freiburg übrigens war die erste Mannschaft, die dieses Prinzip im Hinspiel in Frankfurt wirkungsvoll angewendet und die Hessen gehörig aus dem Konzept gebracht hatte. Nur zwei individuelle Geniestreiche von Alexander Meier bewahrten die Eintracht beim dürren 2:1-Sieg vor einem Reinfall.

Und es spricht manches dafür, dass der SC Freiburg auch am Freitag mit dieser Taktik der Eintracht den Zahn ziehen will. Weil Freiburg im Grunde „ohne echten Stürmer“ spiele, attackierten die offensiven Mittelfeldspieler schnell. „Sie arbeiten früh gegen den Ball“, sagt Veh, der den Kollegen Streich außerordentlich schätzt. Mit einer höheren Laufbereitschaft und einer besseren Passgenauigkeit ließe sich auch dieses Forechecking umspielen.

Eine zentrale Rolle kommt dabei natürlich wieder Rode zu, der in den vergangenen Spielen noch nicht an die überragende Form der Hinrunde anknüpfen konnte. Trainer Veh findet das bislang „nicht beunruhigend“, er sehe Rode allenfalls in „Nuancen“ schwächer als zuletzt. „Ich erkenne keinen signifikanten Leistungsabfall bei ihm.“ Aber eine Schippe kann auch der Vielumschwärmte drauflegen.

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