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Eintracht gegen Mainz: Hrovje Smolcic – Hinti 2.0 überzeugt als Abwehrchef

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Von: Thomas Kilchenstein, Ingo Durstewitz

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Guter Auftritt beim Nachbarn aus Mainz: Hrvoje Smolcic.
Guter Auftritt beim Nachbarn aus Mainz: Hrvoje Smolcic. © Imago/HMB-Media

Mit Hinteregger-Doppelgänger Smolcic und Leitwolf Rode stabilisiert sich die Eintracht in Halbzeit zwei und rettet einen Punkt in Mainz.

Mainz – Er wollte unbedingt dabei sein, er ist ja schließlich der Kapitän und Anführer, und im letzten Spiel dieses „unglaubliches Jahres“ mochte er nicht fehlen. Also biss Sebastian Rode, 32 Jahre alt und so etwas wie ein Eintracht-Urgestein, auf die Zähne, ließ sich Tag und Nacht an der zwickenden Wade behandeln, „es war auf Kante genäht“, wie er später sagen sollte. Doch es reichte tatsächlich zu einem Platz auf der Bank im abschließenden Bundesliga beim Nachbarn Mainz 05. Immerhin.

Und weil es auf dem Feld ohne Rode für die Überflieger aus Frankfurt nicht so lief wie erhofft und sie sich von den aggressiven Rheinhessen den Schneid abkaufen ließen, durfte Sebastian Rode dann doch noch mitmachen. Man weiß ja, der Leitwolf geht voran, er ist keiner, der zurückzieht, sondern diesen Fighting Spirit in eine Mannschaft tragen kann. Fußballerisch hat er sich im Laufe der Jahre ebenfalls zu einem herausragenden Spieler entwickelt.

Rode kam also nach einer Stunde für den glücklosen Jesper Lindström in die Partie (die Eintracht-Spieler in der Einzelkritik), und er nahm das Zepter sofort in die Hand, riss das Team mit. Alles gelang ihm nicht, manchen Fehlpass streute er ein, aber mit ihm ist eine andere Präsenz auf dem Feld, eine andere Haltung – schon in Lissabon hat er das alles entscheidende Champions-League-Spiel ja fast im Alleingang gedreht und seine Mannschaft ins Achtelfinale geführt.

Eintracht Frankfurt gegen Mainz: Mario Götze mit einem Geistesblitz

Auch dieses Mal wurde der Eintracht-Auftritt mit ihm deutlich besser, acht Minuten nach seiner Einwechslung hatte Mario Götze einen ungeheuerlichen Geistesblitz, den Randal Kolo Muani zum Ausgleich verwertete. „Mario weiß, in welchen Räumen er sich aufhalten muss, und der Pass vor dem 1:1 ist ein Traumpass“, analysierte der Routinier: „Ich schiebe in dieser Situation auch mit nach vorne, das macht es für die Mainzer schwerer. Es war hervorragend gespielt – so, wie wir es auch machen wollten, aber leider zu selten gemacht haben.“

Den Abpfiff erlebte der tapfere Südhesse dann erneut von der Ersatzbank aus, wenige Minuten vor dem Schlussakkord dieses Jahres machte die Muskulatur endgültig zu, Rode musste wieder runter. „Jetzt ist die Wade kaputt“, sagte der Mittelfeldmann in der verbalen Aufarbeitung. „Es ist ärgerlich, mit einer Verletzung in die Pause zu gehen.“ Ändern lässt es sich nicht mehr.

Es lag nicht nur an Sebastian Rode, dass die Eintracht im zweiten Abschnitt ein anderes Gesicht zeigte und sich den einen Punkt noch redlich verdiente. Auch der von Trainer Oliver Glasner zur zweiten Halbzeit ins Rennen geschickte Hrvoje Smolcic machte ein bockstarkes Spiel als zentraler Mann der Dreierabwehrkette. Der 22-Jährige, der für den fahrigen Landsmann und WM-Fahrer Kristijan Jakic ins Spiel kam, hatte ein gutes Gespür für den Raum, die Situationen und die Mitspieler – das ist unabdinglich als Libero.

Eintracht Frankfurt: Pässe von Smolcic erinnern an Hinteregger

Smolcic hat vor allem prima Bälle von hinten heraus gespielt, flach und scharf durchs Mittelfeld, er hat einen hervorragenden linken Fuß. Die Pässe erinnern zuweilen an die von Martin Hinteregger, aus der Entfernung denkt man ohnehin, den Doppelgänger des in Frankfurt verehrten Österreichers kicken zu sehen.

„Er ist fußballerisch stark, spielt die tiefen Bälle gut“, lobte Sportvorstand Markus Krösche. Smolcic, aus Rijeka gekommen, habe stets seinen Mann gestanden, wenn er gebraucht wurde. „Er hat es immer gut gemacht, gegen Marseille überragend gespielt“, befand Krösche. „Er ist auf einem richtig guten Weg.“

Vielleicht ist er ja die Entdeckung auf der Position des Liberos, das generelle Defensivverhalten schmeckt Glasner nämlich nicht: „Wenn man einen Makel finden will, dann den, dass wir zu viele Gegentore bekommen.“ An Teilzeitkraft Smolcic lag’s nicht.

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