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Soll zwei Millionen Euro Ablöse kosten: Lukas Hradecky.
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Soll zwei Millionen Euro Ablöse kosten: Lukas Hradecky.

Eintracht Frankfurt

Hradecky an der Angel

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt ist auf der Suche nach einem Torwart fündig geworden – perfekt ist der Deal aber noch nicht.

Nein, Bruno Hübner bleibt standhaft, er lässt sich nicht locken, blockt alles ab – auch wenn es die Spatzen schon von den Dächern pfeifen. Den Namen des Torwarts, den die Frankfurter Eintracht als Nachfolger des nach Paris abgewanderten Kevin Trapp holen wollen, werde er nicht bestätigen, betont der Sportdirektor. „Das wäre kontraproduktiv.“ Und doch: Der Bundesligist aus Hessen ist bei der Hatz nach einem neuen Ballfänger auf die Zielgerade eingebogen: Lukas Hradecky ist der Auserkorene, der in Zukunft das Heiligste hüten soll. Der 25-Jährige spielt derzeit beim dänischen Erstligisten Bröndby IF, dort besitzt er noch einen Vertrag bis 2017.

Perfekt ist der Transfer allerdings tatsächlich noch nicht, es gibt noch einen Haken an der Sache. Die Eintracht ist mit dem Spieler zwar weitgehend einig, doch mit dem abgebenden Verein noch nicht. Die Dänen sind wild entschlossen, ihren Torwart zum bestmöglichen Preis zu verkaufen. Sie bestehen auf einer Ablösesumme in Höhe von zwei Millionen Euro. Das erscheint der Eintracht zu viel. „Der Verein hat eine klare Vorstellung, was ihr Torwart wert ist“, sagt Hübner generell. Der Manager bekundet aber auch: „Wir haben unsere Optimalbesetzung im Kopf. Wenn es nicht klappt, haben wir aber auch Alternativen.“ Der Fokus liegt aber ganz eindeutig auf dem 1,90 Meter großen Schlussmann, dessen Ablöse auf 1,25 Millionen Euro beziffert wird. Andere Spuren hat die Eintracht kaum mehr verfolgt.

Eintracht will keine Mondpreise zahlen

Die Frankfurter spielen nun auf Zeit, sind in das Pokerspiel voll eingestiegen. Der Bundesligist will keine Mondpreise zahlen, nur weil jeder Klub in Europa weiß, dass die Hessen Trapp für die stattliche Summe von fast zehn Millionen Euro zu Paris Saint-Germain transferiert haben. Ist doch klar, dass da eine dritte Partei auch gerne ein Stück vom Kuchen abhaben würde. Doch der finanzielle Rahmen der Eintracht ist weiter eng abgesteckt. „Die Investitionssumme ist nicht so hoch wie viele denken. Wir müssen sorgsam mit dem Geld umgehen“, sagt Hübner. Zumal ja ein Teil der Trapp-Millionen schon im Vorgriff in andere Spieler gesteckt worden sei.

Zwei Millionen Euro scheint zwar kein Mondpreis, die Eintracht glaubt aber, dass diese Forderung nicht angemessen ist. Die Dänen wollen, wie es aus dem Norden heißt, aber nicht locker lassen, weil sie Transfererlöse in Höhe von genau diesen zwei Millionen Euro erzielen müssen. Zurzeit scheinen die Fronten verhärtet. Auch wenn Bröndby schon vor drei Wochen einen Ersatz für Hradecky geholt und den U21-Nationaltorwart Frederik Rönnow bis 2019 gebunden hat.

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Doch wer ist dieser Lukas Hradecky eigentlich? Der finnische Nationaltorwart ist in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei geboren, er hat 22 Länderspiele auf dem Buckel, gilt als bester Torhüter Dänemarks und soll auch Deutsch sprechen. Insider des dänischen Fußballs sind voll des Lobes. Der Journalist Michel Wikkelsø Davidsen von der Zeitung „BT“ verfolgt den Keeper schon seit langer Zeit. Er ist von den Fähigkeiten absolut überzeugt: „Er ist ein wirklich guter Torhüter, der sehr, sehr gute Reflexe hat. Er ist zwar kein physisch wirklich starker Torhüter, der andere einfach zur Seite schiebt, aber er hat ein gutes Timing und ist auch mit dem Ball am Fuß stark. Ein moderner Torhüter.“ Genau so einen hat Trainer Armin Veh gesucht. „Wenn wir den kriegen können, den wir wollen, dann werden wir einen Guten bekommen“, hat er zuletzt immer gesagt – und dabei ganz offenkundig an Hradecky gedacht.

Gestern Abend stand er auf jeden Fall noch im Tor von Bröndby im Europa-League-Qualifikationsrücksspiel gegen PFC Beroe aus Bulgarien. „Das Spiel“, mutmaßt Michel Wikkelsø Davidsen, „könnte das letzte Spiel für Hradecky gewesen sein.“ Der neue Mann soll auf jeden Fall in Konkurrenz zum eigentlich als Nummer zwei geholten Heinz Lindner treten. „Wir wollen eine Wettbewerbssituation“, sagt Hübner. Mit dem Österreicher Lindner sind die Frankfurter zufrieden. „Er macht es sehr gut, er will die Nummer eins werden“, befindet der Sportdirektor.

Einen Schritt weiter ist Hübner bei der Besetzung der vorerst letzten Planstelle bei den Feldspielern. Der Manager kündigte an, einen Linksaußen gefunden zu haben und ihn Mitte nächster Woche präsentieren zu können.

Linksaußen mit Potenzial

Im Grunde sei man handlungseinig mit dem Spieler, offenbar auch mit dem abgebenden Verein. Doch nun, sagt Hübner, gehe es an die Abarbeitung. „Vertragsform, Details.“ Das mündlich besprochene müsse in eine schriftliche Form gegossen werden. Das kann noch ein paar Tage dauern, aber schiefgehen sollte der Deal nicht mehr. „Man kann davon ausgehen, dass der Spieler nächste Woche kommt“, berichtet Hübner. „Das ist ziemlich sicher.“

Sehr wahrscheinlich handelt es sich nicht um einen gestandenen Profi wie Sidney Sam, sondern eher um einen Spieler, der noch Entwicklungspotenzial hat. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Neue sofort zündet oder zünden muss, er würde sich erst einmal eingewöhnen und anpassen müssen. Er soll behutsam aufgebaut werden.

Vielleicht wird, wenn der Kader komplett ist, auch noch ein Spieler abgegeben. Hübner weiß es noch nicht: „Man könnte zumindest überlegen, den einen oder anderen auszuleihen.“

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