Trainieren mit den Eintracht-Profis, spielen aber nie: Sahverdi Cetin (links), derzeit ohnehin verletzt, und Nils Stendera.
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Trainieren mit den Eintracht-Profis, spielen aber nie: Sahverdi Cetin (links), derzeit ohnehin verletzt, und Nils Stendera.

Eintracht Frankfurt

Hohe Hürden für den Wiedereinstieg einer U23

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Eintracht Frankfurt will wieder eine U23 anmelden, am liebsten in der Hessenliga - so einfach wird das aber nicht gehen, sagt der Hessische Fußballverband (HFV).

Seit Marco Pezzaiuoli bei Eintracht Frankfurt in Amt und Würden ist, liegt das Thema bei ihm auf dem Tisch: die Anmeldung einer U23-Mannschaft. Seit zwei Jahren ist der 51-Jährige als Technischer Direktor beim Fußball-Bundesligisten angestellt, er ist als Bindeglied zwischen Nachwuchs- und Profibereich zuständig dafür, mehr eigene Talente nach oben zu bringen. Seit Anfang dieser Saison trainieren Talente wie Sahverdi Cetin und Nils Stendera (beide 19) zwar bei den Profis mit, spielen können sie aber nicht. Für die U19 sind sie zu alt, für die Profis noch nicht gut genug und eine Reservemannschaft gibt es seit Sommer 2014 nicht mehr. „Die Jungs brauchen aber Einsatzzeiten“, sagt Pezzaiuoli. Damals hatte die Eintracht nach einer gemeinsamen Entscheidung der AG und des eingetragenen Vereins aus finanziellen Gründen ihre zweite Mannschaft, die in der viertklassigen Regionalliga Südwest spielte, ohne Not abgemeldet - um etwa 800 000 Euro einzusparen. Eine gravierende, eine folgenschwere Fehlentscheidung.

Diesen Fehler von einst wollen die Hessen offenbar rückgängig machen. Am Donnerstag ist beim Hessischen Fußballverband (HFV) eine Anfrage auf Anmeldung einer U23-Mannschaft der Eintracht in der Hessenliga eingegangen. Das bestätigte Jürgen Radeck, der Vorsitzende des Verbandsausschusses für Spielbetrieb und Fußballentwicklung, der FR.

Ein Einstieg in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse ist aber mit hohen Hürden verbunden. „Zur Zeit ist es unmöglich, in die Hessenliga kommen. Das sieht die Spielordnung nicht vor“, sagt Radeck. Die Eintracht könnte nach derzeitiger Gesetzeslage höchstens in der Kreisoberliga beginnen und müsste sich dann von der achten Liga nach oben arbeiten.

Die einzige Möglichkeit der Eintracht, mit einer U23 in der Hessenliga zu starten, bestünde darin, die Spielordnung zu ändern. Ein entsprechender Antrag könnte beim Verbandstag am 6. Juni in Grünberg gestellt werden. „Das wäre eine weitreichende Entscheidung, die von der Mehrheit getragen werden müsste“, erklärt Radeck. Sollte das Votum zugunsten der Eintracht ausfallen, würde der Beschluss bereits zur kommenden Saison greifen, da der Verbandstag noch vor der Rundenbesprechung terminiert ist, bei dem die Spielpläne für den HFV festgezurrt werden.

Die Eintracht müsste also in ganz Hessen viele Klinken putzen, um Vereinsvertreter von ihrem Vorhaben zu überzeugen, direkt in der Hessenliga anfangen zu dürfen. Sicher ist das freilich nicht. Sollte die U23 weiter unten ihre Ochsentour starten müssen gegen Klubs wie FV Saz-Rock, FC Gudesding oder FV Hausen und sich über Gruppen-, Verbands- und Hessenliga hocharbeiten, würde die Eintracht viel Zeit verlieren. Ob sie das inkauf nehmen will, ist fraglich.

Im vergangenen Jahr hatte der Bundesligist noch auf eine Kooperation mit dem SC Hessen Dreieich gesetzt, die damals in der Regionalliga spielten. Seit sich Karl-Heinz Körbel im April vergangenen Jahres aber mit dem Verein überworfen hat, als Vize-Präsident zurückgetreten ist und das Trainergespann um die Ex-Eintracht-Spieler Rudi Bommer und Ralf Weber entlassen wurden, sind diese Pläne hinfällig geworden.

„Alle Landespräsidenten hatten den Klubs seinerzeit vor sechs Jahren mitgeteilt, dass der Weg zurück schwer sein wird“, erinnert Radeck. Und: „Wegen eines Vereins wird die Spielordnung nicht ausgehebelt.“ Eine „Lex Eintracht“ wird es so leicht nicht geben.

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