+
Wille pur: Haris Seferovic gegen Mainz.

Haris Seferovic

Ein Hoffnungsschimmer

  • schließen

Haris Seferovic ist zurzeit der wichtigste Spieler im verunsicherten Eintracht-Team.

Vielleicht war dieses eine Tor in Mainz symptomatisch für Eintracht Frankfurt und Haris Seferovic. Dieser Treffer nach 61 Spielminuten zum letztlich bedeutungslosen 1:2 war ein Willensakt, ein Tor der bedingungslosen Entschlossenheit. Technisch war es ebenfalls hochwertig, wie Seferovic den Ball in die lange Ecke des Mainzer Kastens schlenzte. Aber das war, wenn man so will, nur das Endprodukt.

Es war vor allem die Art und Weise, wie der Eintracht-Stürmer zum Ball ging, wie er zwei, drei Gegner abschüttelte, sich durchsetzte, um an die Kugel zu kommen. Er wollte dieses Tor machen – das war deutlich zu sehen und zu spüren. Und das unterscheidet ihn ein Stück weit von seinen Mannschaftskameraden.

Es ist nicht so, dass Seferovic nicht auch schon Fahrkarten geschossen hätte, er ist sicher nicht der eiskalte Vollstrecker. Ihm fehlt oft die Kaltschnäuzigkeit und die Ruhe vor dem Tor.

Zukunft offen

Doch der Schweizer Nationalspieler ist deshalb für die Mannschaft unersetzlich, weil er arbeitet und läuft ohne Ende, weil er Bälle hält und ein guter Fußballer ist, der das Auge für den Nebenmann hat. Der Mainzer Trainer Martin Schmidt lobte seinen Landsmann: „Er ist der beste Stürmer, den wir in der Schweiz haben.“ Der Fußballlehrer muss es wissen, er hat den 23-Jährigen für eine schriftliche Ausarbeitung im Rahmen seiner Trainerausbildung intensiv beobachtet. Was Seferovic so wertvoll macht: Er lehnt sich auf, lässt es nicht einfach laufen, wenn es mal nicht so funktioniert wie gewünscht.

Seferovic ist der Spieler, der in diesen trüben Tagen so etwas wie einen Hoffnungsschimmer verkörpert. Der Angreifer mit bosnischen Wurzeln ist zurzeit der wichtigste Mann im Ensemble von Trainer Armin Veh.

Die Eintracht würde den Torjäger gerne länger an sich binden. Doch das wird schwer. Sein Vertrag läuft in anderthalb Jahren aus. Gemäß der neuen Philosophie müsste die Eintracht entweder mit ihm verlängern oder ihn im Sommer für einen zweistelligen Millionenbetrag verkaufen. Zurzeit scheint die letztere Variante wahrscheinlicher.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare