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Luca Waldschmidt, 19, hat einen gebrauchten Tag im Stadion erleben müssen

Eintracht Frankfurt

Die Höchststrafe

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Eintracht-Nachwuchstalent Luca Waldschmidt wird im Spiel gegen die Hertha ein- und dann wieder ausgewechselt.

Vor ein paar Tagen hat der Frankfurter Trainer Armin Veh wahre Lobeshymnen auf einen seiner jüngsten Profis gesungen. „Er wird bei uns den Durchbruch schaffen, da bin ich mir ganz sicher. Das ist nur eine Frage der Zeit.“ Der Fußball-Lehrer sprach da in den höchsten Tönen von Gian-Luca Waldschmidt, dem 19 Jahre alten Angreifer. Veh mag den Jungen aus Siegen, er hält große Stücke auf den Linksfuß, fördert ihn, wo immer es geht. Bislang stand er in allen sieben Spielen im Kader des Bundesligisten, viermal kam er gar zu Kurzeinsätzen, und im zweiten Spiel der Saison, bereitete er im verkorksten Spiel gegen den FC Augsburg prima den 1:1-Ausgleich vor. Der Junge, so viel sei gewagt, ist auf einem guten Weg, er ist ein ungeschliffenes Juwel. Am Sonntag gegen Hertha Berlin bekam sein Aufstieg im fünften Einsatz allerdings einen schweren Dämpfer.

Trainer Veh wechselte den 19-Jährigen nach 56 Minuten für den ziemlich enttäuschenden Vaclav Kadlec in eine schon langsam mehr und mehr zerfahren werdende Partie ein. Auf dem linken Flügel sollte Waldschmidt spielen, dabei fühlt er sich wohler im Zentrum. Und es war kein gutes Spiel für den Jungen, er kam nicht richtig rein, rannte viel zu oft sinnfrei mit der Kugel in den Gegner, konnte kaum einmal einen Ball festmachen. Im Grunde gelang ihm so gut wie nichts. Dazu schwand von Minute zu Minute sein bislang ohnehin nicht übermäßig ausgeprägtes Selbstvertrauen.

Und dann ging nach 87 Minuten plötzlich die Tafel mit der Nummer 24 hoch, die Nummer Waldschmidts. Der eingewechselte Spieler wird wieder ausgewechselt. Gemeinhin gilt das in der Branche als Höchststrafe. Für ihn kam Slobodan Medojevic.

Hinterher ist Veh gefragt worden, ob das denn sein musste: den 19-Jährigen derart bloß zu stellen. Veh hat dann ziemlich kühl geantwortet, darauf könne er keine Rücksicht nehmen, er müsse an das Wohl der Mannschaft denken. „Ich bin kein Jugend- oder Amateurtrainer, ich bin Profitrainer.“ Mit Waldschmidt hatte er direkt nach dem Spiel noch nicht sprechen können. Er wird das aber sicherlich nachholen, ihm ist ja an dem Jungen gelegen.

Und Luca Waldschmidt wird einen neuen Anlauf nehmen müssen. Das Zeug, einer zu werden, hat er ja. Und Rückschläge passieren eben.

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