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Der Einbau von winzigen Chips in Bälle oder Sportbekleidung macht es möglich, die Position auf zehn Zentimeter genau zu orten.

Kinnexon

Wie hoch, wie schnell?

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Die Sporttracking-Experten von Kinexon, Dienstleister der Eintracht, haben im Sportbusiness noch viel vor.

Mit Kinexon kooperiert Eintracht Frankfurt offiziell seit Oktober vergangenen Jahres als Innovationspartner. Den hessischen Bundesligisten nennt Kinexon-Geschäftsführer Maximilian Schmidt als „positives Beispiel“ eines Verein, der sich weiterentwickeln will. „Das ist in der DNA von Fredi Bobic drin.“ Der Sportvorstand sagt: „In Deutschland haben wir im Themenbereich

Digitalisierung noch eine Menge Arbeit vor uns.“

Seit dieser Saison erfasst ein Sensor im Schulterbereich - die Profis tragen dafür einen speziellen Gürtel am Oberkörper - alle Bewegungsdaten- und Positionsdaten im Training und Spiel. Schmidt: „So wird es ermöglicht, auch die Beschleunigung oder Sprunghöhen zu erfassen.“ Nur ein Beispiel: Wenn Luka Jovic in der Regel mit 8,8 Meter pro Sekunde sprintet, müsste den Analysten schnell auffallen, wenn dieser Wert auf einmal auf 8,2 abfällt. Vorbote einer Verletzung?

Kinexon betreibt Sport-Tracking in anderen Sportarten bereits weitreichender als im Fußball. So sind in der Champions League der Handballer 3D-Fernsehbilder produziert worden, auch gab es beim Allstarspiel

Daten wie Wurfgeschwindigkeit oder Absprunghöhe auf dem Bildschirm zu sehen, Dasselbe wird teilweise im Basketball, aber auch im Volleyball umgesetzt, wo die Firma Kooperationen abgeschlossen hat: Bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Wien konnten sich die TV-Konsumenten beispielsweise über die Sprungkraft jedes Spieler nicht nur subjektiv, sondern auch ganz objektiv ein Bild machen. Eingeblendet wurden Sprunghöhe, Geschwindigkeit – im Sand ganz entscheidende Eigenschaften. Zudem wurden die Zuschauer sogar über den aktuellen Kalorienverbrauch der Akteure informiert.

„Die Technologie ist auch ein Entertainment-Faktor“, behauptet Andreas Gall, Technologiechef bei Red Bull, die bei der Entwicklung eine Vorreiterrolle einnahmen. Gerade in Fun-Sportarten wollen die Protagonisten ihre Kennzahlen erfahren und vergleichen, „da geht es um Präzisionsdaten“, betont Gall.

Vermarktung wird Thema

Der Einbau von winzigen Chips in Bälle oder Sportbekleidung macht es möglich, die Position auf zehn Zentimeter genau zu orten. Ein großer Unterschied zur satellitengestützten GPS-Erfassung oder Videotechnik, die bis auf einen Meter genau ist.

Der Fußball hat derartige Pilotversuche erst in der vierten Liga unternommen: Das Münchner Start-up-Unternehmen Kinexon und der Sportsender Sport 1 probierten im Herbst 2017 beim Regionalligaderby zwischen 1860 München und der zweiten Mannschaft des FC Bayern aus, Sprinttempo, Schussgeschwindigkeit und Laufdistanz bereits während der Übertragung zu übermitteln. Ein Service, der vielleicht in nicht ferner Zukunft alltäglich sein wird, zumal viele dieser Daten leicht abrufbar sind. „Unsere Hauptzielgruppe sind Sportler und Trainer, aber auch die Zuschauer“, sagt Schmidt, denkt aber auch an Social-Media-Plattformen, um diese Daten zu vermarkten.

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