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Ein Bild, das mehr als Tausend Worte sagt: jubelnde Bremer, frustrierte Frankfurter. jan hübner
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Ein Bild, das mehr als Tausend Worte sagt: jubelnde Bremer, frustrierte Frankfurter.

SGE

Eintracht verliert in Bremen: Hitzig in die erste Pleite

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurts imposante Serie reißt bei Werder Bremen in einem emotional aufgeladenen Duell.

Am Ende brannten dann doch die Sicherungen durch, einfach so, zack zack. Das war irgendwie zu erwarten nach diesen aufreibenden, intensiven 95 Minuten im Weserstadion zu Bremen. Nach dem Abpfiff, der eine imposante Siegesserie von Eintracht Frankfurt beendete, gingen die Männer aus Bremen und Frankfurt also ziemlich hitzköpfig aufeinander los. Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner und Werder-Trainer Florian Kohfeldt gerieten auf dem Weg in die Kabinen verbal aneinander, die Frankfurter Abwehrkante Martin Hinteregger schubste gar Niclas Füllkrug vehement vor die Brust. Die Nerven lagen ziemlich blank nach diesem 2:1 (0:1)-Erfolg des SV Werder in einem aufgeheizten, rassigen Duell, das auch von den Trainerbänken ganz schön gepusht wurde, gerade Florian Kohfeldt ging dabei gewohnt lautstark zur Sache. Kurioserweise sah aber sein Gegenüber Adi Hütter die Gelbe Karte.

„Spiele gegen Bremen sind immer gleich, immer emotional“, rekapitulierte Eintracht-Kapitän Makoto Hasebe. „Es ist heute zu viel geredet worden, auf dem Platz und auf der Tribüne.“ Recht hat er. Zu dem insgesamt schwachen Auftritt der Eintracht, der eine klasse Serie von elf ungeschlagenen Spielen zunichte machte, hatte der Japaner auch eine klare Meinung: „Insgesamt hat alles gefehlt.“ Da bleibt dann nicht mehr viel.

Das Orakel Adi Hütter

Vielleicht ist es auch so, dass sich die Mannschaft etwas zu sicher fühlte, die letzte Entschlossenheit und der allerletzte Wille fehlten, so ein süßer Sieg gegen die Bayern samt imposantem Siegeszug kann schon mal ein wenig für ein unbewusstes Nachlassen im letzten oberen Prozentpunktebereich sorgen. Da trägt man die Nase vielleicht doch ein bisschen höher als man sie tragen dürfte. Nicht selten war ein Erfolg gegen die Bayern Gift für die Eintracht. Interessant wird nun zu beobachten sein, wie die Frankfurter mit diesem Rückschlag umgehen werden.

Adi Hütter gab schon vor dem Anpfiff so etwas wie das Orakel von Bremen, jedenfalls sagte der Eintracht-Trainer den folgenden Spielverlauf sehr realitätsnah voraus. Die Werderaner, zuletzt beim 0:4 in Hoffenheim erschreckend schwach, würden zwar keinen „Bus vor dem Strafraum parken“, aber gewiss aus einer geordneten Defensive auf diverse Umschaltmomente lauern. Im Fußballdeutsch von früher waren das Konter, möglichst schnell vorgetragen, überfallartig eben.

Frühes Tor von André Silva reicht nicht

Das war genau die Taktik, die sich die Hanseaten zurecht gelegt hatten, sie überließen den Gästen aus Hessen den Ball und die Initiative. Die Eintracht spielte auch gleich zu Beginn ihre spielerisch Überlegenheit gekonnt aus, und so gar nicht schmeckte den Bremern, dass es nicht besonders lange dauerte, ehe die Frankfurter in Führung gingen. Filip Kostic bog den Ball nach einer – zu Unrecht gegebenen – Ecke in die Mitte, wo sich der von einem Hexenschuss genesene André Silva besser im Raum bewegte als die überzähligen Werderaner und die Kugel mit einem wunderbaren Kopfball in die Maschen drückte (9.). Es war der 19. Saisontreffer des Portugiesen, der zehnte im Jahr 2021. Keiner hat genauso oft getroffen, auch nicht der bayerische Nimmersatt Robert Lewandowski.

Für die Gäste ging es freilich so nicht weiter, zwar hatte erneut Silva eine ordentliche Chance, die Werder-Keeper Jiri Pavlenka zunichte machte (18.), doch so nach 20, 25 Minuten zerfaserte das Eintracht-Spiel. Die Bremer kamen stärker auf, bauten hinten einen soliden Riegel auf, aber sie piesackten die Frankfurter stetig, sie raubten ihnen so ein bisschen den Nerv – und rückten dann auch durchaus mutig nach.

Enge Abseitsentscheidungen

Das hatte zur Folge, dass das Eintracht-Spiel lange nicht so geschmeidig lief, die Hessen waren lange nicht so ballsicher wie zuletzt, ließen sich zeitweise auf ein wildes Duell ein. Erst parierte Torwart Kevin Trapp einen Freistoß von Milot Rashica (26.), dann traf der sehr agile Kosovare nach zögerlichem Eingreifen von Makoto Hasebe und Martin Hinteregger nur die Latte (34.). Die Eintracht fing sich nicht mehr wirklich, da war viel Ungenauigkeit und Hektik im Spiel, was auch daran gelegen hat, dass im Mittelfeld Djibril Sow und Sebastian Rode lange nicht so ruhig agierten wie sonst Makoto Hasebe. Da fehlte der Ruhepol, der Stratege, der mit Souveränität und Cleverness ein Spiel an sich zieht und den Takt bestimmt. Zumal auch die Abwehr durch die Umstellung ihr zuletzt gezeigtes Niveau nicht halten konnte.

Im zweiten Abschnitt dauerte es daher nicht lange, ehe Gebre Selassie den Ausgleich (47.) und Josh Sargent die Werder-Führung erzielt hatte (62.). Beide Treffer, wie einige andere Szenen überdies, wurden aus dem Kölner Keller auf mögliche Abseitspositionen überprüft. Beide Male zählten die Tore, was beim Treffer von Sargent gewiss strittig war, aber generell ungeheuer schwer zu entscheiden ist.

Es entwickelte sich ein hitziges Duell, das von Außen unnötigerweise noch befeuert wurde. Da fielen Kraftausdrücke, die nicht fallen sollten. Und am Ende stand die erste Eintracht-Niederlage in diesem Jahr. Nicht mal unverdient.

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