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Fredi Bobic (li, neben Vorstandskollegen Axel Hellmann) ärgert sich vor allem über die mediale Bewertung der Trainingsgruppe zwei.

Fredi Bobic

Heuchlerisch, respektlos, unmenschlich

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    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic teilt gegen Kritiker aus.

Am Freitagabend konnte Fredi Bobic trotz des 1:3 noch lächeln. Arm in Arm lief der Eintracht-Sportvorstand kurz nach Abpfiff mit Marius Wolf durch die Katakomben des Dortmunder Stadions und beglückwünschte den Ex-Frankfurter zu dessen erstem Treffer im BVB-Dress, der das Duell entschieden hatte. Während sich Wolf anschließend erst zu einem Interviewmarathon aufmachte und dann mit mehreren gelb-schwarzen Trikots den Weg in die Gästekabine zu seinen ehemaligen Kollegen suchte, war von Bobic nichts mehr zu sehen. 

Erst am Sonntag sprach der 46-Jährige, bei „Wontorra – der Fußball-Talk“ auf Sky. Und das mit grimmiger Miene. Bobic wehrte sich so ziemlich gegen jede Kritik, die aufgrund des holprigen Saisonstarts aufgekommen war. Sein Motto: Die Eintracht gegen alle. „Der Pokalsieg vernebelt die Situation ein bisschen. Viele vergessen, dass das Arbeiten nach solch einem Erfolg von vorne losgeht.“ Das sei gemacht worden, und zwar gut. „Wir wollen uns stabilisieren und sukzessive weiterentwickeln“, sagte Bobic. Das benötige nach einem solch großen Umbruch wie in diesem Sommer nun mal Geduld. 

„Schlecht recherchiert“

Angesprochen auf die Trainingsgruppe zwei, die die Eintracht intern laut Bobic nie so genannt habe, die de facto aber eben eine solche war, ließ es der Sportvorstand verbal dann so richtig krachen: „Ich hasse das Wort Ladenhüter, das ist respektlos gegenüber den Spielern. Wir haben die Gruppe separiert, weil man im Training nicht 15 gegen 15 spielen kann.“ Keiner der sieben Aussortierten habe sich darüber beschwert, schließlich sei mit ihnen weiter vollprofessionell gearbeitet worden. „Wäre es nicht schlimmer gewesen, sie einfach zum Laufen in den Wald zu schicken“, fragte Bobic und antwortete gleich selbst: „Das wäre dann unmenschlich gewesen.“ 

Überhaupt sei das Thema nur durch die Medien hochgekocht worden. „Schlecht recherchiert“, „heuchlerisch“, „nur auf Krawall aus“ – so die pauschalen Vorwürfe. Konkret wurde Bobic nicht. Dass in Dortmund gleich zwei vor wenigen Wochen nicht mehr erwünschte Spieler, Simon Falette und Marco Fabian, in der Startelf standen, wertete der 46-Jährige gar als positives Zeichen. Das zeige, dass Profis mit solchen Situationen umgehen können. 

Abschließend verteidigte Bobic den in seiner Form unwürdig verlaufene Abgang von Klublegende Alex Meier: „Das Thema langweilt mich langsam. Es geht nicht um Romantik, wir müssen sportlich entscheiden.“

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