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Axel Hellmann will der Sportlichen Leitung fast zehn Millionen Euro an die Hand geben.
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Axel Hellmann will der Sportlichen Leitung fast zehn Millionen Euro an die Hand geben.

Finanzen

Hellmann trotzt der schlampigen Rückrunde

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht-Vorstand Axel Hellmann macht in Optimismus, hat den europäischen Traum noch nicht ganz abgehakt und sieht die Eintracht in Bezug auf die neue Saison nicht schlecht aufgestellt.

Am Wochenende hat der Frankfurter Vorstand Axel Hellmann einen echten Interview-Marathon hinter sich gebracht. Der 45-jährige Funktionär der Frankfurter Eintracht drückte sich vor allem im Funkhaus des Hessischen Rundfunks an der Bertramswiese herum, und überraschenderweise war er einer der ganz wenigen, der urplötzlich den Blick noch einmal zaghaft nach oben richtete.

„Wir tun uns mit Kampfansagen keinen Gefallen, aber wir wissen, dass wir Spiele gewinnen müssen: Nicht nur, um uns nach hinten abzusichern, sondern auch, weil wir noch nach vorne schauen“, sagte er im Gespräch mit dem HR. „Das Feld ist sechs Spieltage vor Schluss so eng zusammen, und da ist es die logische Konsequenz, dass wir auf einen Europa-League-Rang schauen.“ Nach neun Spielen ohne Sieg samt Abrutschen von Platz drei auf neun ist das eine doch optimistische Sichtweise. Wahrscheinlicher scheint, dass die Hessen weiter Boden verlieren und irgendwo im Niemandsland der Tabelle einlaufen werden.

Die traditionell schlechte Rückserie könnte mal wieder ein Loch in die Kasse reißen. Sollte die Eintracht den avisierten Sprung von Rang zwölf auf zehn in der TV-Geld-Tabelle verpassen, würde ihr rund vier Millionen Euro durch die Lappen gehen. Das wäre der Fall, wenn sie im echten Klassement mehr als einen Rang hinter dem 1. FC Köln und weniger als sechs Plätze vor dem FC Augsburg ins Ziel kommt.

Die Teilnahme am internationalen Wettbewerb würde für die Frankfurter indes beinahe schon einen Quantensprung darstellen: In der letzten Europapokalsaison, 2013/14, machten sie einen Gewinn von zehn Millionen Euro und verbuchten das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte. All das hat die Eintracht durch eine schlampige Rückserie aufs Spiel gesetzt.

Axel Hellmann glaubt dennoch, dass sich die Rahmenbedingungen in der kommenden Saison verbessern werden. „Der Spielraum wird ungefähr dreimal so hoch wie im letzten Sommer sein, und ich hoffe, dass wir ihn weiter steigern können“, sagte er. Das würde bedeuten, dass die Eintracht rund zehn Millionen Euro in ihren Kader stecken könnte – mögliche Spielerverkäufe sind da noch gar nicht eingerechnet. „An den wirtschaftlichen Möglichkeiten wird die Zusammenstellung einer ordentlichen Mannschaft nicht scheitern“, bekundete der Vorstand. „Man kann die Qualität auch mit einem guten Transferverhalten Stück für Stück nach oben schrauben. Wir wollen Jahr für Jahr eine Steigerung erzielen.“

Dass etwa ein Spieler wie Haris Seferovic am Saisonende nach drei Jahren ablösefrei geht, soll nicht mehr passieren. Die Eintracht hatte es nicht geschafft, den Schweizer Nationalspieler im Winter zu verkaufen. So wird der Angreifer, für den Borussia Mönchengladbach vor knapp zwei Jahren mehr als zehn Millionen Euro geboten hatte, bei seinem Wechsel zu Benfica Lissabon keinen Cent in die Kasse spülen.

Und da ist immer noch die Frage, was aus Torwart Lukas Hradecky wird. Der Publikumsliebling trägt sich mit Abwanderungsgedanken, möchte eine europäische Perspektive und auch sehr viel mehr Geld.

Schwolow für Hradecky?

Die Eintracht würde ihn gerne halten, aber nicht um jeden Preis. Die Sportliche Leitung sieht die Gefahr, erneut eine Identifikationsfigur zu verlieren. So viele haben die Hessen nicht mehr. Der Ausgang dieses Pokers ist offen. Die Verantwortlichen haben zumindest schon mal die Fühler nach möglichen Ersatzmännern ausgestreckt: Der Freiburger Torwart Alexander Schwolow und der Kaiserslauterner Schlussmann Julian Pollersbeck sind da in den Fokus gerückt. Schwolow, 24, spielt bei den Breisgauern eine starke Runde, er stammt aus Wiesbaden, hat beim SV Wehen gespielt. Pollersbeck ist U21-Nationaltorwart, talentiert, 1,95 Meter groß, zwölfmal hielt er seinen Kasten sauber bisher.

Hellmann hält sich aus den sportlichen Belangen grundsätzlich raus, er arbeitet daran, das Feld zu bereiten, auf dem die Sportliche Leitung tätig werden kann. Bei den Verhandlungen für einen Nachfolger von Hauptsponsor Krombacher (5,5 Millionen Euro pro Jahr) sei man „auf der Zielgeraden“ und habe „gute Optionen“. Zudem werde man sich ab 2020 anders aufstellen und das Stadion selbst betreiben oder zumindest mitbetreiben. „Die Kosten sind zu hoch, weshalb so wenig bei uns hängen bleibt. Wir haben die gleiche Vermarktungssituation wie Borussia Mönchengladbach, aber wir ziehen sechs bis sieben Millionen Euro weniger Erlös daraus“, so Hellmann. „Das sind sozusagen zwei Spieler auf gutem Niveau weniger pro Jahr, die wir kompensieren müssen.“

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