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Schlägt in Dresden seine Stunde? Theofanis Gekas.

Eintracht: Vor dem Spiel gegen Dresden

Heißer Tanz im Hexenkessel

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Eintracht Frankfurt fährt mit mit breiter Brust zum Auswärtsspiel nach Dresden und kann dabei auf Kapitän Pirmin Schwegler bauen. Sorgt Trainer Armin Veh im Sturm für eine Überraschung in der Startaufstellung?

Eintracht Frankfurt fährt mit mit breiter Brust zum Auswärtsspiel nach Dresden und kann dabei auf Kapitän Pirmin Schwegler bauen. Sorgt Trainer Armin Veh im Sturm für eine Überraschung in der Startaufstellung?

Wer in Frankfurt am Main Dresden sagt, denkt an Leverkusen. Ganz automatisch, irgendwie. „Ich habe Leverkusen im Kopf“, sagt Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler. Mitstreiter Sebastian Rode flankiert: „Ich kann mich gut erinnern, wie es Leverkusen ergangen ist.“ Bayer Leverkusen, dem Vizemeister aus der Ersten Bundesliga, ist es nicht gut ergangen in Dresden, beim Aufsteiger aus der dritten Liga. Am 30. Juli verloren die Rheinländer im DFB-Pokal mit 3:4 bei Dynamo ? nach 3:0-Führung. Das war eine Überraschung, eigentlich eine Sensation.

Seither haben die Gegner aus der zweiten Klasse so ein bisschen Angst, wenn es in die neue Arena geht, die genau da steht, wo das alte Rudolf-Harbig-Stadion stand. „Es wird sicherlich eine aufgeheizte Atmosphäre“, sagt Mittelfeldterrier Rode. „Ich habe gehört, dass einem da auch mal ein paar Sachen entgegenfliegen, wenn man einen Eckball tritt.“ Die Eintracht erwartet, wie es so schön heißt, ein Hexenkessel, aber keinen, aus dem man nicht unbeschadet wieder entfliehen könnte. Von vier Heimspielen haben die Dresdner zwei gewonnen und eines verloren. Das ist ordentlich, mehr aber auch nicht.

Die Eintracht hat dennoch Respekt vor der Partie am kommenden Montag: „Es braucht viel, um dort zu gewinnen“, sagt Schwegler. Die Hessen, das haben sie sich fest vorgenommen, wollen ihr Spiel durchziehen und sich nicht durch äußere Einflüsse oder eine harte Zweikampfführung aus der Bahn werfen lassen. „Wir dürfen uns nicht provozieren lassen und müssen ruhig bleiben“, warnt Rode. Vorstandschef Heribert Bruchhagen hat schon einmal dezent darauf hingewiesen, dass solche Spiele auch gerne mal durch Hinausstellungen entschieden werden (so gewann Dresden das letzte Heimspiel gegen Bochum). „Wir müssen unnötige Karten vermeiden“, betont Rode.

Die Eintracht wird in Sachsen auf Kapitän Schwegler bauen können ? trotz anhaltender Rückenschmerzen. „Da muss man die Zähne zusammenbeißen“, erzählt der Schweizer. „Es lässt sich aushalten, da muss ich durch. Man muss das Ego zurücklassen.“ Trainer Armin Veh hat seinen Anführer in die Pflicht genommen und ihm zu verstehen gegeben, dass er von ihm erwarte, seinen Mann zu stehen: Es sei ja nicht so gravierend, die Bandscheibe nicht in Mitleidenschaft gezogen. Schwegler schuftet in fast jeder freien Minute in der Reha. „Und statt Kino mache ich jetzt Akupunktur“, sagt er lächelnd. Auf den Taktgeber kann die Eintracht nicht verzichten. „Er eröffnet jeden Angriff“, sagt Rode. „Er zieht die Fäden, er ist die Anspielstation, er ist auch mit seiner Präsenz wichtig für uns.“

Raute im Mittelfeld

Auf Schweglers Schultern wird, wenn Trainer Veh ernst macht und seine Trainingsformation auch in Dresden ins Rennen schicken wird, eine ganz besondere Verantwortung lasten. Am Freitag im Trainingsspiel ließ Veh seine Mannschaft nämlich im Mittelfeld mit einer Raute (Rode rechts, Köhler links, Meier offensiv, Schwegler defensiv) und im Angriff mit zwei Spitzen (Idrissou und Gekas) spielen. „Wenn wir es üben, wird es seine Bewandtnis haben“, sagt Rode. „Es sieht so aus, als ob wir mit Raute spielen.“ In der Vorwoche probierte der Fußballlehrer indessen auch einiges aus, um dann eine gänzlich andere Aufstellung zu wählen.

Veh lässt sich nicht in die Karten blicken: „Wir müssen dieses System ja auch mal einstudieren, das andere beherrschen wir ja sowieso.“ Es wäre zumindest eine kleine Überraschung, wenn Veh ausgerechnet auswärts im hitzigen Dresden erstmals mit zwei Spitzen beginnen lassen würde. Für Überraschungen ist der 50-Jährige aber immer gut.

Die Frankfurter reisen am Sonntag mit breiter Brust nach Sachen: „Wir sind ungeschlagen, wir sind stabil“, sagt Schwegler, er denkt weiter: „Dresden ist nur eine Etappe.“ Der Weg zum großen Ziel ist noch sehr, sehr weit.

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