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Der Frankfurter Luka Jovic (r.) freut sich mit dem Frankfurter Timothy Chandler (L) über sein Tor zum 1:2. Gereicht hat es nicht.
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Der Frankfurter Luka Jovic (r.) freut sich mit dem Frankfurter Timothy Chandler (L) über sein Tor zum 1:2. Gereicht hat es nicht.

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg

Heimspiel in den Sand gesetzt

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Auch im zweiten Heimspiel kann die Eintracht zuhause nicht gewinnen. Sie unterliegt dem FC Augsburg nach einem kämpferischen Spiel mit 1:2.

Und dann senkte sich auch noch der letzte Ball, von Taleb Tawatha mit links gelupft, über das Tor. Sekunden später war die Partie vorbei, Eintracht Frankfurt hatte ein weiteres Heimspiel in den Sand gesetzt. Mit 1:2 (0:1) unterlagen die Hessen vor 46.500 Zuschauern im eigenen Stadion dem FC Augsburg, schon wieder kein Sieg zu Hause. Der letzte Heimsieg datiert vom 22. April, und langsam , aber sicher, scheinen die Frankfurter ein Problem damit zu haben, im Stadtwald ein Spiel zu gewinnen. Schon geht allenthalben die Rede vom Heimfluch, seit fünf Monaten warten die Hessen auf einen Dreier. „Wir haben kein Problem mit Heimniederlagen“, sagte hingegen Vorstand Fredi Bobic, „wir haben ein Problem, weil wir verloren haben.“ Ansonsten „muss man Ruhe bewahren“.

SGE gewinnt nicht zuhause

Das fällt nicht ganz leicht. Eintracht Frankfurt hat eine sehr gute Gelegenheit verstreichen lassen, sich in einer frühen Phase der Saison ein wenig Luft und ein kleines Polster zu verschaffen. Mit einem Sieg hätte man sich bis auf den sechsten Tabellenplatz vorgeschoben, das wäre angesichts der beiden nun folgenden Auswärtspartien gegen Köln und Leipzig ganz ratsam gewesen. Und eigentlich hatte die Eintracht, wie Trainer Niko Kovac vorher gesagt hat, „die drei Punkte von Gladbach vergolden wollen“.

Das ist ziemlich in die Hose gegangen. Und wer zwei Heimspiele gegen den VfL Wolfsburgund den FC Augsburg, nun wahrlich nicht die creme de la creme der Liga verliert, der wird über kurz oder lang seine Schwierigkeiten bekommen. Eintracht Frankfurt muss aufpassen, sich nicht gleich weit unten in der Tabelle einzureihen. Die Schlappe gegen Augsburg war ein Tiefschlag, den man trotz aller Warnungen vor dem Gegner nicht erwartet hatte. „Es wird eine verdammt interessante Saison werden“, sagte Bobic bei der Analyse. Er hätte auch sagen können: Es wird eine verdammt harte Saison. Die Hessen werden sich strecken müssen, so kommen schwere Zeiten auf sie zu.

Kovac und Bobic äußern sich zur Niederlage

„Wie müssen traurig sein, und das zu Recht“, sagte Trainer Niko Kovac, „kein Punkt gegen Wolfsburg und Augsburg ist definitiv zu wenig“. Fredi Bobic fand die Niederlage „unnötig“. Man habe sich von den Augsburgern „locken lassen, die falschen Entscheidungen zu treffen.“ Der Mannschaft fehlte ein Tor als „Dosenöffner“. Statt dessen habe man zu einfach Tore bekommen, „wir haben sie billig in Kauf genommen“.

Die Eintracht hatte von Anfang an überhaupt nicht in die Partie gefunden. Sie spielte phlegmatisch, war nicht richtig auf dem Platz. Jetro Willems, Simon Falette, Jonathan de Guzman – sie verzettelten sich ständig, fanden überhaupt keine Einstellung. „In der ersten Halbzeit haben wir vieles, eigentlich alles, falsch gemacht“, senkte Kovac den Daumen. Nie fanden die Frankfurter auch nur im Entferntesten ein Mittel gegen die tief agierenden Augsburger, die nicht viel mehr tun mussten als gut zu stehen.

Dazu fiel den Hessen spielerisch nichts ein, ewig wurde der Ball quer gepasst, Chancen boten sich so nicht. In der ersten Hälfte war das sehr dünn. Dann vertändelte auch noch Falette, dessen Bundesligatauglichkeit weiterhin fraglich ist, gegen den Ex-Frankfurter Marcel Heller einen harmlosen Ball, er wusste sich nur mit einem sinnlosen Foul zu helfen. Diesen Freistoß aus halbrechter Position drosch Philipp Max (20.) zur Überraschung aller zum 0:1 ins Frankfurter Netz. Damit war der schöne Plan von Kovac zunichte gemacht. Er wollte nämlich mit derselben Taktik wie gegen Gladbach spielen, also mit drei Innenverteidigern und Makoto Hase auf der Sechs (Gelson Fernandes blieb auf er Bank), und auf ein frühes Tor gehen. Das Gegentor warf das Konzept über den Haufen.

Eintracht Frankfurt entwickelte Leidenschaft

In der zweiten Halbzeit entwickelte die Eintracht nach der Umstellung auf ein 4-2-4-System wenigstens die zuvor fehlende Leidenschaft. Mijat Gacinovic spielte Rechtsaußen, Ante Rebic war ins Spiel gekommen für Carlos Salcedo. Dadurch wurde das Frankfurter Spiel druckvoller. In der 59. Minute war eigentlich der Ausgleich fällig, Gacinovic hatte den erneut matten Sebastien Haller eingesetzt, der stoppte die Kugel, drehte sich und verschusselte aus kurzer Distanz vor dem Tor diese prima Gelegenheit. Das war eigentlich ein todsicheres Tor, der Mann, der in Frankfurt die Sturmmisere beheben sollte, kickte die Kugel neben den Pfosten.

Erneut vermochte der Franzose die in ihn gesetzten Erwartungen bei weitem nicht erfüllen, er wirkte ungelenk, zu behäbig, konnte dieses Mal nicht einmal Bälle festmachen (das gelang Kevin-Prince Boateng deutlich besser). Eigentlich wäre der 23-Jährige, den sich die Eintracht sieben Millionen Euro hat kosten lassen, ein Mann für die Auswechslung gewesen. Doch so eine teure Verpflichtung wechselt man offenbar nicht aus. Statt seiner nahm Kovac nahm zur Überraschung des gesamten Stadions den guten Gacinovic vom Feld, der auf dem Flügel von Minute zu Minute stärker wurde – und brachte Luka Jovic. Der junge Serbe schaffte immerhin in seinem ersten Bundesligaspiel in der 79. Minute per Kopfball den 1:2-Anschlusstreffer. Ihm reichten 23 Minuten zu einem Tor, Haller hat nun in vier Spielen noch keines erzielt.

Dass es nicht wenigstens zum Punkt gereicht hätte, lag daran, dass die Eintracht die in der letzten Viertelstunde herausgespielten Möglichkeiten nicht nutzte – und Torwart Lukas Hradecky bei einem Sonntagsschuss de eingewechselten Francisco Caiuby unters Tordach nicht die glücklichste Figur abgab.

„Ich konnte heute meiner Mannschaft nicht helfen“, sagte der finnische Torhüter selbstkritisch. Mehr noch lag es aber daran, dass de Guzman völlig neben den Schuhen stand, allenfalls im Zuckeltrab über den Platz ging. Für welche besonderen Fähigkeiten wurde der Mann eigentlich verpflichtet? In vier Spielen ist er weitgehend unauffällig geblieben, sieht man einmal davon ab, dass er die Ecke zum 1:2 geschlagen hat. Eine Hilfe ist er der Mannschaft derzeit nicht. Auch Falette war überfordert, ein weiterer Bolzen von ihm, hätte in der zweiten Halbzeit durch Koo (67.) beinahe ein weiteres Gegentor nach sich gezogen. Warum Trainer Kovac ihn weiterspielen ließ und nicht Salcedo, erschloss sich auch nicht jedem. Weil der linke Innenverteidiger im Team geblieben war, herrschte auf der linken Außenbahn ein Überangebot an Spielern, die sich gegenseitig im Weg standen. Denn auch Willems spielte dort und ab der 46. Minute auch noch Flügelspiel Ante Rebic. Das passte überhaupt nicht, Rebic kam überhaupt nicht ins Spiel, seine Auswechslung verpuffte komplett.

Immerhin dürfen die Frankfurter jetzt in der Fremde antreten. Da tun sie sich ganz offensichtlich leichter. Das Spiel muss der Gegner machen, die Eintracht kann sich auf die Verriegelung ihres Allerheiligstes konzentrieren. „Zum Glück“, sagte Timothy Chandler zum Schluss, „haben wir eine Englische Woche, dann können wir die Fehler schnell wieder gutmachen.“ Das wird auch nötig sein. „Nun müssen wir zusehen, die Punkte eben auswärts zu holen“, forderte Kovac. Wenn es nur so einfach wäre.

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