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Treibende Kraft bei der Frankfurter Eintracht: Sportvorstand Fredi Bobic.

SGE-Kader

Die SGE hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht

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Die Abgänge des Eintracht-Sturmduos Luka Jovic und Sebastien Haller sind noch nicht kompensiert worden. Ein fehlender Topstürmer könnte den Klub die Europa League kosten. Der Kommentar.

Der doppelte „Manager des Jahres“ Fredi Bobic ist sehr dafür gelobt worden, Eintracht Frankfurt entscheidend umgebaut, modernisiert und auf einen vielversprechenden Weg gebracht zu haben. Vom Schmuddelkind der Liga zu einem der beliebtesten Klubs zu werden, ist eine bemerkenswerte Leistung; selten ist ein Imagetransfer derart schnell und erfolgreich vonstatten gegangen. Vorstand Bobic war die treibende Kraft, der sich nie mit dem Erreichten zufrieden gab. Es ist ihm durch eine sehr kluge Transferpolitik und einen phänomenalen Ritt durch Europa gelungen, Eintracht Frankfurt in der Bundesliga zu einer festen Größe unter den Top Ten zu machen.

Klar war aber: Der Erfolg weckt Begehrlichkeiten, er frisst seine Kinder, deutlich potentere Klubs streckten ihre Fühler aus, registrierten, welch gute Arbeit im Stadtwald geleistet wurde. Das war den Verantwortlichen in Frankfurt nicht entgangen, ja, sie wollten im Grunde ihr Geschäftsmodell darauf aufbauen: Spieler für kleines Geld holen, ausbilden, teuer verkaufen und mit den eingenommenen Millionen den Kader sukzessive verstärken. Das mit dem Verkaufen hat geklappt, Luka Jovic und Sebastien Haller, eines der besten europäischen Sturmduos, verließen den Klub für zusammen 120 Millionen Euro. Sportlich schmerzhaft, aber Bobic hatte niemals auch nur ein Mü an Zweifel daran gelassen, dass die Eintracht auf diesen Fall nicht vorbereitet sei. Es stehe, hat der Vorstandschef gebetsmühlenartig erklärt, sofort Ersatz parat. Zur Erinnerung: Jovic wechselte Anfang Juni zu Real Madrid, Haller Mitte Juli zu West Ham.

Bislang kein Ersatz für Jovic und Haller  

Nun, nach sieben Pflichtspielen in der neuen Saison und Ende August, ist der lange avisierter Topstürmer noch immer nicht verpflichtet, selbst eine B-Lösung mit Bas Dost gestaltet sich kompliziert, der seit einer Woche als so gut wie sicher gemeldete Wechsel drohte zwischenzeitlich gar zu platzen. Sicher ist der Transfermarkt schwieriger geworden. Aber die Eintracht hatte wirklich Zeit genug, sich auf einen personellen Aderlass vorzubereiten. Ein Ersatz des stürmischen Duos war die wichtigste Personalentscheidung dieser Saison, sie hätte absolute Priorität genießen müssen, zumal die Hessen finanziell so gut wie nie aufgestellt waren. Erstaunlich also, dass man bislang keinen Stürmer auf Topniveau an die Angel bekam. Und fahrlässig.

Eintracht Frankfurt fehlen 47 Tore, die Jovic/Haller erzielt hatten, oft genug das 1:0. Dieses Loch klafft weiterhin, es ist nicht in Ansätzen gestopft worden. Wohl und Wehe der Hessen hängen an einem überdurchschnittlich guten Angreifer, selbst wenn ansonsten der Frankfurter Kader ordentlich aufgestellt scheint.

Die Quittung folgte auf dem Fuß: Die Eintracht muss auch wegen ihrer bislang unvollendeten Stürmerakquise dasAus in den Playoffs befürchten. Sie muss im Rückspiel gegen Racing Straßburg mindestens zwei Tore erzielen, hat zudem Stress mit Angreifer Rebic und darf einen neuen Stürmer, sei es Dost oder ein anderer, im Rückspiel nicht einsetzen. Das kann die Hessen Europa kosten und ziemlich viel Geld - mehr als 40 Millionen Euro hat die vergangene Traumreise dem Klub in die Kassen gespült. Ein vorzeitiges Ausscheiden wäre ein echter Stimmungskiller gleich zu Beginn der Saison – nur, weil die Hausaufgaben nicht gemacht wurden.

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