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Verzichtet auf namhafte Gegner: Armin Veh (li.), hier mit Neuzugang Stefan Reinartz.
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Verzichtet auf namhafte Gegner: Armin Veh (li.), hier mit Neuzugang Stefan Reinartz.

Eintracht Frankfurt

Hauptsache gesund

In den letzten Jahren waren die Anhänger der Eintracht von Begegnungen gegen prominente Gegner aus der Beletage des europäischen Fußballs verwöhnt worden, diesmal verzichtet man auf harte Brocken.

Von Peter Lohrum

Am Sonntag bestreitet die Frankfurter Eintracht ihr letztes Testspiel vor dem Pokalstart (8. August) beim Bremer SV. Gegner ist der FC Tokio, es geht um den sogenannten „Finance-Cup“. Dass das Stadion gut gefüllt sein wird, womöglich sogar ausverkauft, hat weniger mit der Attraktivität des Gegners oder der Auslobung eines Pokals zu tun, sondern damit, dass die Frankfurter an diesem Tag auch ihr großes Saisoneröffnungsfest auf dem Gelände der Arena feiern. In den letzten Jahren waren die Anhänger der Eintracht von Begegnungen gegen prominente Gegner aus der Beletage des europäischen Fußballs wie Real Madrid, FC Chelsea, FC Valencia oder Inter Mailand verwöhnt worden. Nun also Tokio aus der eher zweitklassigen japanischen J-League. Das Spiel gegen diesen Gegner passt freilich ins Bild einer Vorbereitung, in der die sportliche Leitung auf die ganz harten Brocken verzichtet hat. Tokio immerhin ist der einzige Erstligist, gegen den die Eintracht antritt. Bislang wurde nur gegen Zweitligamannschaften aus Deutschland (Heidenheim/1:2), und England (Leeds/2:1 und Fulham/1:0) gespielt.

Mit dieser Gegnerauswahl stehen die Frankfurter in der Liga alleine. Dass die Prominenz aus München, Wolfsburg, Dortmund oder Mönchengladbach sich schon im Sommer mit den ganz Großen aus der Fußball-Welt wie Real Madrid oder dem FC Barcelona misst, ist inzwischen zur Normalität geworden. Aber auch die anderen Klubs, vergleichbar mit der Eintracht, haben sich härtere Gegner ausgesucht. Werder Bremen beispielsweise hat gegen den FC Valencia gespielt und den FC Sevilla und wird noch gegen West Ham United antreten. Der 1.FC Köln hatte oder hat es mit Valencia und dem FC Porto zu tun, Hannover mit dem AFC Sunderland aus der Premiere-League, der VfB Stuttgart mit Manchester City, Hertha BSC mit dem FC Genua, der HSV mit Hellas Verona, Nachbar Mainz 05 mit Lazio Rom. Und selbst die Aufsteiger messen sich mit ausländischen Erstligisten. Der FC Ingolstadt mit Udinese Calcio aus Italien und Celta Vigo aus Spanien, Darmstadt 98 mit Betis Sevilla.

Die Frankfurter gehen einen eigenen Weg. Der neue alte Trainer Armin Veh legt viel Wert auf Kombinationsfußball, lässt dies täglich beim Training über lange Strecken üben. Ein „eingespieltes Team“, im Sinne des Wortes, ist Veh wichtig. Noch wichtiger ist ihm die Gesundheit der Spieler. „Am liebsten will ich alle verletzungsfrei durch die Vorbereitung bringen“, hat er gesagt. Das ist bislang (fast) gelungen. Nur Neuzugang Luc Castaignos hat sich beim Test gegen Leeds eine Muskelverletzung zugezogen, ist aber bereits wieder auf dem Weg zurück ins Mannschaftstraining. Verletzungen, die in Zweikämpfen entstehen, konnten bisher vermieden werden.

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Dennoch ist es ein wenig überraschend, dass Veh auf die wirklich starken Gegner in der Vorbereitung auf die Saison verzichtet. Vor zwei Jahren hatte er es ähnlich gemacht, damals hatte es nur Siege gegen Bursaspor (5:0) und Kayserispor (3:2) aus der Türkei, den Zweitligisten VfR Aalen (5:0) und zum Abschluss gegen die luxemburgische Nationalmannschaft (4:1) gegeben. Es folgte zum Ligaauftakt bei Hertha BSC Berlin eine üble 1:6-Klatsche. Veh hatte danach Selbstkritik geübt. „Wir hatten in der Vorbereitung kein Spiel, in dem wir wirklich gefordert wurden“, hatte er im August 2013 gesagt, „da besteht die Gefahr, dass die vermeintliche Sicherheit in Selbstgefälligkeit umschlägt.“ Der Unterschied von heute zum Sommer vor zwei Jahren: Auch gegen die Zweitligisten Heidenheim, Leeds und Fulham wurde die Eintracht gefordert, hatte Schwerstarbeit zu verrichten.

Benfica sagte ab

Und was Veh nicht sagt: Den ganz großen Einfluss auf die Terminplanungen hatte er nicht mehr. Auch die weiten Busreisen zum einen oder anderen Testspiel haben ihm nicht wirklich geschmeckt, doch die Begegnungen waren nun einmal ausgemacht. Pech für die Eintracht, dass der ursprünglich angedachte Gegner für den „Finance-Cup“, Benfica Lissabon, relativ kurzfristig abgesagt hat. Deshalb wird eben nun gegen Tokio gespielt.

Vor einem Jahr, unter Vehs Vorgänger Thomas Schaaf, hatten die Frankfurter noch auf anspruchsvollere Vorbereitungsgegner gesetzt, gegen Sampdoria Genua wurde 2:4 verloren, gegen Inter Mailand 3:1 gewonnen. Schaafs allererstes Spiel hatte übrigens mit einer 2:5-Klatsche beim Regionalligisten SV Waldhof Mannheim geendet. In die Bundesliga starteten die Frankfurter dann mit einem 1:0-Sieg gegen den SC Freiburg. Was durchaus den Schluss zulässt, dass die Resultate in den Testspielen nicht die ganz großen Rückschlüsse auf den Ernstfall erlauben.

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