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Erlösung kurz vor Schluss: Torschütze Marco Russ (rechts) lässt sich von Haris Seferovic feiern.
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Erlösung kurz vor Schluss: Torschütze Marco Russ (rechts) lässt sich von Haris Seferovic feiern.

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg

Harte Landung

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eine schwache Eintracht müht sich gegen Augsburg zu immerhin einem Punkt. Die Realität hat den hessischen Traditionsklub eingeholt.

Wer weiß, wie die Nachlese dieser unruhigen Bundesligapartie in Frankfurt ausgesehen hätte, wenn Marco Russ ein paar Minuten vor dem Schlusspfiff mit seinem Tor nicht wenigstens noch den einen Punkt für die Eintracht gerettet hätte. Auch so, da die Frankfurter mit einem dunkelblauen Auge davongekommen sind, war die Tonart in moll gehalten, auch so wurde vieles schwarzgemalt, was vor ein paar Wochen noch farbenfroh schillerte. Berechtigterweise. Denn dieser Auftritt der Eintracht gegen den FC Augsburg war schon ein besorgniserregender. Ein ernüchterter Trainer Armin Veh analysierte scharf: „Wir haben uns noch nicht gefunden. Ich dachte, wir wären schon weiter.“

Eintracht Frankfurt ist nach zwei Spieltagen auf dem Boden der Tatsachen angekommen, die Realität hat den hessischen Traditionsklub eingeholt. Das liegt weniger an dem schmeichelhaften 1:1 (0:1) gegen den FCA als an der Art und Weise, wie die Mannschaft auftrat. Die spielerische Armut war frappierend, die fehlende Idee, die fehlende Kreativität und die fehlende Ballsicherheit – all das lässt nichts Gutes erahnen. „So viele Fehlpässe habe ich in den letzten acht Wochen nicht gesehen“, monierte der Coach.

Wieso, weshalb, warum? „Vielleicht wollten wir es erzwingen“, orakelte Kapitän Russ. Sportdirektor Bruno Hübner glaubt, dass die Spieler „übermotiviert“ an die Sache herangegangen seien. „Wir hatten gar keine Ruhe und keine Klarheit im Spiel.“ Im Endeffekt konnten sich die Frankfurter bei ihrem Torwart Lukas Hradecky bedanken, dass sie nur den einen Treffer durch Caiuby (23.) schlucken mussten. Der Finne hielt sein Team zum Schluss mit herausragenden Paraden gegen Dong-Won Ji (80.) und ein anderes Mal nach einem ungeheuerlichen Fehlpass von Stefan Reinartz gegen Tobias Werner (85.) im Spiel. „Lukas ist ein richtig guter Torhüter“, sagte Veh. „Ich bin froh, dass wir so lange auf ihn gewartet haben.“ Dieser Meinung war oben auf der Tribüne auch Vorgänger Kevin Trapp, der den Verantwortlichen zur Verpflichtung des neuen Torwächters gratulierte.

Hradecky selbst bewies Humor. So gut seien die Paraden auch wieder nicht gewesen, wiegelte er ab. „Ich habe die Augen zugemacht und bin angeschossen worden.“ Und auf der anderen Seite war es der junge Luca Waldschmidt, der die Frankfurter nach seiner Einwechslung auf Kurs brachte und mit seinem mustergültigen Zuspiel auf Russ für den Punktgewinn sorgte (86.).

Natürlich durfte auch am Samstag der fast schon obligatorische Ärger rund um Carlos Zambrano nicht fehlen. Die Augsburger beschwerten sich über die harte Spielweise des Peruaners, Halil Altintop wollte gar entdeckt haben, dass Zambrano Narrenfreiheit genieße. Ex-Eintrachtler Altintop glänzte allerdings nun auch nicht gerade als fairer Sportsmann, er fiel durch eine peinliche Schauspieleinlage auf.

Die Frankfurter Verantwortlichen reagierten gereizt auf das Thema, sie befürchten ein Kesseltreiben und eine Hetzjagd auf Zambrano. „Carlos hat überragend gespielt“, sagte Manager Hübner. Er monierte die Theatralik der Gegenspieler, „dieses Wälzen auf dem Boden wird extrem“, sagte er. „Carlos muss damit leben.“

Der Verteidiger seinerseits hat sehr wohl gespürt, dass die Gegenspieler „versuchen, mich zu provozieren“. Aber er habe sich schon umgestellt, „ich bin ruhiger geworden“. Trainer Veh beklagt, dass jetzt wieder versucht werde, „Carlos als den Bösen hinzustellen“, aber das sei er nicht. „Wir setzen uns damit schon auseinander“, aber man dürfe den Spieler ja nicht einfach pauschal aburteilen. Auch in der 90. Minute, als Zambrano rabiat gegen Dominik Kohr durchzog, jedoch den Ball spielte und dann, mit dem Armen rudernd, auf dem Gegenspieler landete, sei Zambrano nichts vorzuwerfen. „Er hat den Ball weggeschlagen, da war gar nix“, sagte Veh. Zambrano hat sich die Szene im Fernsehen noch mal angesehen. „Das sah schon gefährlich aus, aber es war nicht dramatisch und keine Absicht.“

Generell könne er nicht verstehen, dass er immer an den Pranger gestellt werde. „Ich mache nur meinen Job.“ Und er wisse selbst, dass er manchmal über die Stränge geschlagen habe. „Die blöden Fouls sind nicht gut für mich und nicht gut für die Mannschaft.“ Er will sie sein lassen.

Unterdessen deutet sich an, dass Takashi Inui, der nicht mal im Kader stand, die Eintracht verlassen wird. „Er hat den Trainer darum gebeten, diese Chance wahrnehmen zu dürfen“, erzählte Hübner. Veh strich Inui daraufhin aus dem Aufgebot. Am Montag wird wohl offiziell kommuniziert, dass Inui die Eintracht verlässt. „Es geht in diese Richtung“, so Hübner. Der Mittelfeldspieler wird sich wohl dem spanischen Erstligist SD Eibar anschließen. Der Provinzklub wird eine kleine Ablösesumme entrichten. Ob es Ersatz geben wird? „Das glaube ich nicht“, antwortete Hübner.

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