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Francisco Copado spilete nur ein gutes Jahr bei der Eintracht.

Eintracht Frankfurt

Hallodri mit viel Gefühl

Francisco Copado tanzte in Frankfurt nur eine Hinrunde

Dass die Eintracht dann die Kurve gekriegt hat nach acht Spielen in ihrer ersten Bundesligasaison nach dem Aufstieg 2005 hat sie auch einem Mann zu verdanken: Francisco Copado. Der Deutsch-Spanier, ein fröhlicher Lebemann, war im Sommer von der Spvgg Unterhaching geholt worden, als Ergänzungsspieler. Er galt als großes Talent, aber auch als schwer erziehbar. Er tingelte viel, spielte zu Beginn seiner Karriere beim Hamburger SV, hielt sich da schnell für den Größten. Einmal traf ihn zufällig der damalige HSV-Manager Heribert Bruchhagen spät in der Nacht in einer Bar, doch statt sich heimlich zu verdrücken, kam der damals vielleicht 19, 20 Jahre alte Copado auf Bruchhagen zu und grüßte freundlich. Eine saftige Geldstrafe folgte auf dem Fuß, es blieb nicht die letzte.

Ein Spaßfußballer

Francisco Copado war ein Schlitzohr durch und durch, auf dem Feld genauso wie im Alltag. Er wusste um sein großes Talent, viel arbeiten mochte er dafür nicht, es hat ja gereicht, etwa für RCD Mallorca oder TeBe Berlin oder eben in Unterhaching, wo er ein Provinzfürst war und die Tochter des Mäzens heiratete. "Ich bin kein Trainingsweltmeister, sondern ein Spaßfußballer", so lautete seine Maxime. Er feierte gern und oft, tanzte in Bars auf Klavieren oder schlief vor einem Fitnesstest in der Kabine ein. Quälen mochte er sich nicht, er war ein rechter Hallodri, meistens liebenswert.

Klar, dass Friedhelm Funkel auf so einen nicht gerade gewartet hatte. Aber der Mann, der mit etwas mehr Professionalität sicher auf 200 Bundesligaspiele gekommen wäre, konnte mit dem Ball umgehen. Er war ein feiner Fußballer, wendig, trickreich, mit dem Blick für den Nebenmann. Im Spiel beim MSV Duisburg durfte Copado erstmals von Anfang an ran, die Eintracht siegte 1:0, Copado legte auf, dann 6:3 gegen Köln, Copado bereitete einen Treffer vor. Auf einmal spielte die Eintracht richtig gut Fußball, das Frankfurter Spiel hatte eine neue Wucht, es war Zug zum Tor da. Copado war auch Triebfeder beim rauschhaften 6:0 im Pokal gegen Schalke. In der Hinrunde schoss er in zehn Spielen fünf Tore und bereitete fünf weitere vor. In der Rückrunde baute der Filou ab, verlor seinen Stammplatz und kam insgesamt nur auf 24 Spiele und sechs Tore. Ende August wechselte er zum Dorfklub TSG Hoffenheim und marschierte mit den Sinsheimern bis in die Bundesliga.

Seine Karriere beendete er mit 35 Jahren in Unterhaching, für die er auch eine Zeit lang als Sportlicher Leiter tätig war. (kil)

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