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Frankfurter Laktattest aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel.

Eintracht-Vorbereitung

Halali in der Halle

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Eintracht Frankfurt startet mit einem Leistungstest in die Vorbereitung. Torwart Kevin Trapp ist endlich schmerzfrei, Haris Seferovic verschnupft.

Die Hallen-Cracks durften an diesem Montag, als für die Profis von Eintracht Frankfurt der Ernst des Lebens wieder begann, noch einmal die Füße hochlegen. Der Turniersieg unterm Dach in Mannheim bescherte einem kleinen Teil der Mannschaft einen zusätzlichen freien Tag. Dabei hatten doch gerade Joel Gerezgiher und vor allem Vaclav Kadlec das Spektakel auf künstlichem Grün zur perfekten Werbung in eigener Sache nutzen können.

Gerezgiher, 19, gerade erst von einem Syndesmosebandriss genesen, hatte fünf Tore erzielt, der Tscheche, bei der Eintracht zuletzt fast auf Eis gelegt, hatte sogar neunmal getroffen, bei insgesamt 15 Treffern. Gerade Kadlec hatte in Mannheim vor Spielfreude und Biss förmlich gesprüht. „Das hat mir gut gefallen. Er hat das Beste aus der Situation gemacht“, sagte Trainer Thomas Schaaf zum Trainingsauftakt, der die Profis direkt aus dem Urlaub in die Leichtathletikhalle in Frankfurt-Kalbach zum Laktattest geführt hat.

Schaaf bleibt entspannt

Zuletzt hatte die sportliche Führung der Eintracht laut darüber nachgedacht, den 22 Jahre alten Stürmer gegebenenfalls zu verleihen, um ihm Spielpraxis zu geben. Ob dieser Plan tatsächlich noch verfolgt wird, ist offen. Schaaf wollte sich dazu gestern nicht konkret äußern. Er sei in dieser Frage „sehr entspannt“, man habe ja noch vier Wochen Zeit, um eine diesbezügliche Entscheidung zu treffen. „Es ist nicht in unserem Sinn, jemanden loszuwerden, sondern eine sinnvolle Lösung zu finden.“ Zu gegebener Zeit werde man sich zusammensetzen, den Kader überdenken und sich fragen: „Sind wir überall gut besetzt?“, sagte Schaaf.

Eigentlich gibt es keinen vernünftigen Grund, Kadlec zu verleihen. Denn er ist der einzig torgefährliche Angreifer, der momentan zwar nicht am Traumsturm Alex Meier und Haris Seferovic vorbeikommt. Aber was passiert, wenn sich einer der beiden verletzen sollte? Schaaf indes sähe auch dann ausreichend Ersatz, er nannte Sonny Kittel, Takashi Inui, Lucas Piazon, Stefan Aigner oder Marc Stendera. Alternativen im Sturm hätte man genug. Seferovic übrigens fehlte zum Auftakt, der Schweizer laboriert an einer Grippe und soll in den nächsten ein, zwei Tagen einsteigen.

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Ähnlich unaufgeregt gab sich der Fußball-Lehrer auch bei der Frage, wie er die wahrscheinlichen Ausfälle der beiden beim Asien-Cup (9. bis 31. Januar) weilenden Japaner Inui und Makoto Hasebe zum Saisonauftakt am 31. Januar beim SC Freiburg kompensieren wolle. Er sehe da schier „unendlich viele“ Varianten, außerdem, so vermutet Schaaf voller Zuversicht, würden die beiden allenfalls „ein Spiel fehlen“. Ob Johannes Flum, der bislang kaum berücksichtigte defensive Mittelfeldspieler, zu den möglichen Kandidaten für die Besetzung er Sechser-Position in Frage komme, wollte er natürlich noch offen lassen. Flum könnte es, aber er hat in der Hinrunde lediglich 40 Minuten gespielt. „Das ist nicht viel.“ Ob Flum in der Rückrunde häufiger zum Einsatz komme, „setzt sich zusammen aus dem, was ich gesehen habe und was ich weiß“, sagte Schaaf hintergründig.

Mit Feuereifer bei der Sache war gestern Torwart Kevin Trapp. „Ich habe mich unheimlich darauf gefreut, dass es wieder losgeht“, sagte der lange Zeit verletzte Kapitän, der – anders als die Kollegen – in den Ferientagen durchtrainiert hat. „Ich habe ja einiges aufzuholen.“ Sein operiertes Sprunggelenk sei vollkommen ausgeheilt. „Mein Ziel ist definitiv der Rückrundenstart“, sagte der 24 Jahre alte Keeper.

Ersatzmann Felix Wiedwald, der sich weiter vom Pfeifferschen Drüsenfieber erholt, wird mit ins Trainingslager nach Abu Dhabi (13. bis 21. Januar) reisen. Er hatte gestern noch einen Arzttermin, seine Blutwerte sind mittlerweile so gut, dass er mit leichtem Lauftraining beginnen kann. Weil auch Timo Hildebrand „erst einmal hier bleibt“ (Schaaf), wird die Eintracht mit vier Torhütern ins Trainingslager fliegen. Am Mittwochabend wird Carlos Zambrano aus Peru in Frankfurt zurückerwartet, er wird – im Gegensatz zu Nelson Valdez – ebenfalls mit in die Wüste reisen.

Ansonsten ist Thomas Schaaf mit dem körperlichen Zustand seiner Spieler nach dem Urlaub zufrieden. Mit Winterspeck ist keiner zurückgekommen, „jeder Spieler hat begriffen, dass er sich und der Mannschaft schadet“, wenn er in den Ferien schludere. „Wir wollen versuchen, gut in die Vorbereitung reinzukommen, um unsere Leistung zum Saisonauftakt abzurufen“, sagte der 53 Jahre alte Fußball-Lehrer und wollte kein konkretes Ziel für die nächsten Wochen ausgeben. „Dazu werden wir an allen Defiziten arbeiten.“ Dazu zählt sicherlich auch die hohe Zahl an Gegentoren. Andererseits wolle man auch ein Spektakel erleben, „auch wenn es für mich manchmal etwas ruhiger hätte sein können“.

Eins aber verspricht Thomas Schaaf: „Die Fans sollen wissen: Bei uns im Stadion geht was ab.“ Nicht nur in der Halle.

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